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Samstag, 3. Juni 2017

3DS-Check 5/2017 - Von Legna Tactica bis Ascent of Kings


Kurz: Ascent Of Kings
Der Monat Mai beginnt für mich mit einem just frisch veröffentlichten Spiel aus dem eShop. Und ich bekomme spontan Augenkrebs. Klar, Grafik ist nicht alles - aber es sieht trotzdem nach absolut nichts aus: Ascent Of Kings (2,25,- Euro im eShop). Auch bei näherer Betrachtung kommt dieses spartanische Jump'n'Run mit Metroidvania-mäßigem Unterbau nicht so wirklich aus sich raus. Mit dem Wunsch zum König gekrönt zu werden, müssen wir in diesem Spiel mit ansehen, wie unsere Brüder sich auf die Reise machen. Da fackeln wir nicht lange, laufen und springen hinterher; und machen uns selbst auf die Suche nach dem königlichen Schrein. Innerhalb kürzester Zeit - nach allerspätestens eineinhalb Stunden sollten die allermeisten Spieler das Ende vom Spiel zu Gesicht bekommen - sammeln wir Extras auf, die uns einen Doppelsprung, Gleitflüge oder das werfen von Steinen erlauben, womit sich wiederrum neue Wege erschließen. Die Automap passt sich dem Spiel an und ist hässlich, aber irgendwie funktionabel. Die Steuerung fühlt sich ganz gut an, hat aber auch ihre Tücken bei einigen präzisen Sprüngen, die wir absolvieren müssen. Ascent of Kings ist zu kurz und wirkt durch sein völlig unspektakuläres Leveldesign nicht vollkommen zu Ende gedacht. Wertung: 4 / 10



Mäßig: Legna Tactica
Mit Legna Tactica (9,99,- Euro im eShop) buhlt ein weiterer neuer SRPG-Vertreter um die Gunst der Käufer. Wer also noch nicht vom kürzlich veröffentlichten Mercenaries Saga 3 satt ist (Hatte ich hier drüben mal getestet), der findet hier rund 15 bis 20 Stunden anhaltendes, neues Rundentaktik-Futter. Wie das Gros aller Spiele der Firma Kemco, so wirkt auch Legna Tactica ein wenig wie aus dem Baukasten, und würde qualitativ wohl gerne mehr sein, als das, was es de facto ist: totaler Durchschnitt. Die Story ist so eben noch interessant genug, um einen bei der Stange zu halten. Aber große Wendungen oder Charakterköpfe dürft ihr in der Hintergrundgeschichte nicht erwarten. Eine emotionale Reise ist hier Fehlanzeige. Immerhin: vier unterschiedliche Enden warten auf diejenigen, die die Kondition besitzen, bis zum Ende durchzuhalten. Neben einem mittelmäßig-spannenden Fertigkeiten-Baum ist auch der Loot in Legna Tactica oder das Design der vielen Kampfbildschirme nur eher mäßig zufriedenstellend. Zudem stellt sich die gegnerische KI ganz schön dämlich an, indem sie mit größter Wahrscheinlichkeit immer nur den nächstbesten eurer Truppe angreift. Anstatt sich auf angeschlagene Gegner zu fokussieren. Oder mal die Heiler zu flankieren. Die Steuerung ist funktionabel, die Mucke ist nett und die Grafik geht wohl auch in Ordnung. An die grobschlächtigen Animationen muss man sich allerdings erst gewöhnen, wenn man ganz andere Kaliber in Form eines Fire Emblem auf dem 3DS gewöhnt ist. Wer aber schon alle Fire Emblem-Spiele und die Mercenaries Saga-Titel auf dem 3DS durch hat, der findet hier immerhin eine zusätzliche Alternative. Viel mehr Priorität als die "Ersatzbank" wird aber niemand dem Spiel ernsthaft zumuten. Als solches erfüllt es seinen Zweck und kann auch mal zehn Euro wert sein. Es ist unbefriedigend in seiner Gänze , aber trotzdem ganz okay, um die Zeit totzuschlagen und nicht vor Langeweile aus Versehen RTL einzuschalten. Wertung: 5 / 10



Gelungen: Toki Tori 3D
Toki Tori 3D (1,99,- Euro im eShop) erschien ursprünglich bereits 2001 auf dem Game Boy Color. Auf dem 3DS wurde es ordentlich remastered: nicht nur allein das audiovisuelle wurde einer Frischzellenkur unterworfen (dann wäre es auch nur ein Remake), sondern auch die Levelaufbauten und Gegner wurden gründlich überarbeitet. Mit unserem pummeligen Küken müssen wir in diesem Mix aus Plattformer und Puzzler alle Eier aufsammeln. Dazu stehen uns diverse begrenzte Hilfsmittel zur Verfügung: Brücken bauen, Teleporter nutzen oder auch mal die Gegner einfrieren. Während die ersten Stages noch im schnellen Rutsch bewältigt sind - und höchstens Tutorial-Charakter besitzen - gibt es im späteren Verlauf der vier Welten erstaunliche fordernde Kopfnüsse, die eure Kombinationsgabe auf die Probe stellt. An Toki Tori 3D gibt es so gut wie nichts zu bemängeln. Für gerade einmal zwei Euronen bekommt man hier einen tagelangen Knobel-Spaß, der gut aussieht, sich gut anhört und gut die Birne zum qualmen bringt. In seiner Gesamtheit ist die Remastered-Version hier sogar dem Original vorzuziehen, dank Komfort-Funktionen wie einer "Rückspulfunktion" (sollte man sich in eine Sackgasse bugsieren) und dem viel flüssigeren Spielablauf. Wertung: 8 / 10


Einfallslos: Gunslugs
Prozedural generierte Levels in einem Action-Spiel sind selten eine gute Idee. Gunslugs (1,99,- Euro im eShop) beweist das. Denn statt handgeklöppelte, möglichst spannend designte Stages vom Kaliber eines Metal Slug, wirkt hier alles so schnarchig nach 08/15. Egal, wie oft man auch das Spiel neu startet und die CPU einmal mehr das Level auswürfelt: originell ist das alles niemals-nicht. Das Spiel versucht den Trümmerhaufen von einem Leveldesign aber mit brachialer nonstop-Run-and-Gun-Action zu verschleiern. Am laufenden Band schießen wir in diesem grobpixeligen Spiel die heran rennenden Gegner nieder, und klauben dabei Munition und neue Waffen auf. Was in der ersten halben Stunde noch ganz witzig ist, wird später schnell repetitiv. Aber auch verdammt schwierig: die Gegner werden härter und Gevatter Zufall lässt uns halt nicht immer die Waffen in Kisten herumliegen, die wir so gerne hätten. Oder bräuchten. Denn wenn man Panzer-ähnliche Stahlkolosse in 8-Bit-Optik aus den Weg räumen muss, uns das Level aber nur Munition für die schwachbrüstige Handwaffe serviert, dann ist Frust vorprogrammiert. Humor kann man dem Spiel nicht abstreiten: ob wir nun zusätzliche Charaktere freischalten, von denen einer aussieht wie John Rambo - oder aufgesammelte Münzen in ein kurzes GameBoy-eskes Mini-Spielchen investieren. Die Entwickler hatten scheinbar Spaß bei der Entwicklung. Schade nur, dass dabei ein so mittelmäßiges Spiel rausgekommen ist. Wertung: 5 / 10



Spannend: Steamworld Heist
Kurz vor knapp noch ein paar Worte zu Steamworld Heist (14,99,- Euro im eShop). Das habe ich nämlich erst vorgestern - nach knappen fünfzehn Stunden Gesamtspielzeit - beendet. Und ich war mir nicht sicher, ob ich es noch in den diesmonatigen 3DS-Check reinquetschen könnte. Aber da ich dieses Rundentaktiksche Geballere eben im Mai gespielt habe, gehört es genau hierhin. Da es sicherlich noch viele gibt, die dem Spiel (genau wie ich) aus irgendwelchen Gründen bisher keine Zeit gewidmet haben, lasst euch gesagt sein: Steamworld Heist verdient Priorität beim abarbeiten eurer Pile Of Shame der noch ungespielten Sachen! In spannenden, rundenbasierten Kämpfen steuern wir hier eine immer größer werdende Truppe von individuellen Steamrobotern. In der Seitenperspektive funktioniert das erstaunlich gut und bietet sogar eine Prise Worms, denn nach dem positionieren (möglichst in ausreichender Deckung) dürfen wir mit der ausgerüsteten Waffe selbst zielen. Ohne Zielhilfe kommt man sich da stellenweise wie in Team 17's Klassiker vor, wenn die Bazooka ausgerichtet wird. Die Stages sind ordentlich bis gut designt und die insgesamt drei großen Gebiete bieten sogar story-bedingt ein paar Bosskämpfe. Die Optik ist mit viel Liebe zum Detail realisiert worden. Gleiches gilt aber auch für die Akustik. Allein die Country-mäßigen Songs in einigen Locations sind echt kultig. Das sehr dynamische und intuitiv spielbare Steamworld Heist hat mich verdammt positiv überrascht - und auch verdammt schnell süchtig werden lassen. Und welches Kompliment könnte man einem Spiel mehr machen, als dieses prickelnde Gefühl auszulösen, dieses jenes Spiel jetzt unbedingt spielen zu wollen? Alles andere als eine klare Kaufempfehlung für diese Indie-Perle auszusprechen ist verdammt vermessen. Nicht nur Freunde vom Rundentaktik-Genre sollten an Steamworld Heist ihre helle Freude haben. Von daher ... Wertung: 9 von 10

Mittwoch, 3. Mai 2017

3DS-Check 4/2017 - Von Blaster Master Zero bis Lifespeed


Blaster Master Zero
Mit Spannung hatte ich darauf gewartet, nachdem ich erste Spielszenen im Netz gesehen hatte: Blaster Master Zero (9,99,- Euro im eShop). Klang vielversprechend. Da ich den Kauf der Switch erst Ende 2017 rum anpeile, freute ich mich natürlich über eine Version für Nintendos "alter" tragbarer Konsole. Der ursprüngliche Entwickler SunSoft ist kein unbeschriebenes Blatt: zumindest deren Batman-Spiele für NES und Game Boy schwirren mir bei der Nennung der Softwarefirma sofort durch die wenigen Gehirnwindungen. Deren 1991 veröffentlichtes Blaster Master dagegen war mir vorher völlig unbekannt. In acht großen Welten ballern und springen wir mit unserem Buggy durch gut designte Level. Dabei können wir aber auch das Gefährt verlassen und als kleines Pixelmännchen für Radau sorgen - und auch nur so wichtige Höhleneingänge passieren. Dort schaltet das Spiel in die Vogelperspektive und wir ballern uns durch Labyrinthe und eliminieren interessante Bossgegner. Metroidvania-mäßig werten wir unseren Buggy nach und nach auf, und es erschließen sich neue Wege und Möglichkeiten, voran zu kommen. Wobei sich das vorhandene Backtracking erfreulicherweise in Grenzen hält. Wer sich besonders viel Mühe gibt, der schaltet eine neunte Stage frei, die es zuvor im Ur-NES-Spiel so nicht gab. Blaster Master ist sechs bis acht Stunden lang ein verdammter Spaß! Und das sogar - wie in meinem Fall - ohne rosarote Nostalgiebrille ; mit möglicherweise dezent-verschleiertem Blick in vergangene NES-Zeiten inklusive einem Blaster Master-Modul. Mit seinem moderaten Schwierigkeitsgrad und einer anständigen Automap dürfte es auch all jene abholen, denen das Original von 1991 noch viel zu schwierig war. Bock auf ballern, hüpfen und erkunden? Kaufen! Lohnt sich! Wertung: 9 / 10



Super Destronaut 3D
Einen Originalitätspreis wird Super Destronaut 3D sicherlich nicht gewinnen (1,99,- Euro im eShop). Handelt es sich doch hier um eine von zigtausenden Space Invaders-Kopien. Nicht nur, dass es vergeblich um eine Rechtfertigung kämpfen muss, warum die Welt nun doch noch ein weiteres Ballerspiel braucht, wie man es in fast exakt dieser Form schon seit 1978 zur Genüge gezockt hat. Nein, es muss sich auch den Vergleich mit all diesen Kopien, und nicht zuletzt dem Original, gefallen lassen. Schlimmer noch: gegen das aufpolierte Space Invaders Extreme auf dem Nintendo DS wirkt es geradezu bieder und lieblos. Während das Taito-Remake alles bietet, was das Fan-Herz begehrt (Endbosse, psychedelische Optik und Akustik, flankiert von ziemlich gutem Leveldesign), gibt es in Super Destronaut 3D nur eine endlose Welle von immergleichen Gegnern, je nach Zufall in unterschiedlichen Formationen. Das Ganze spielt sich gar nicht schlecht! Für die fünf bis zehn Minuten zwischendurch ist es sogar hervorragend geeignet. Nur stellt sich mir die Frage, warum hierfür Geld ausgegeben werden soll, wenn ich für die gleiche Summe gleich neun weitere Spiele kredenzt bekomme - neben einem dieser obligatorischen Space Invaders-Klone. Die Rede ist natürlich von der Arcade Classics Collection (hatte ich hier drüben bereits getestet). Für einen eventuellen Nachfolger muss sich Entwickler Petite Games noch einiges einfallen lassen. Echtes Leveldesign, einen Shop (mit permanenten Zusatzwaffen/Upgrades) und mehr Abwechslung bei den Gegnern wäre ein Anfang. Aber wie bereits erwähnt: Schlecht spielt sich das alles nicht. Es hat am Ende des Tages nur so verdammt wenig Substanz. Wertung: 5 / 10


Lifespeed
"Endlich: WipeOut meets F-Zero auf dem 3DS. Und das sogar ausschließlich auf dem New 3DS, um die zusätzliche Hardware-Power auszunutzen." - So ungefähr jedenfalls war mein erster Gedanke vor dem nächsten Spontan- und Blindkauf namens Lifespeed (5,99,- Euro im eShop). Ähnlich wie beim hier vorgestellten Super Destronaut 3D kann ich mich hier nur wiederholen: es ist summa summarum kein schlechtes Spiel! Wie grundsätzlich jedes  nur durchschnittliche Spiel immer ein gewisses Potenzial besitzt, um dem einen oder anderen wenigstens ein paar Stunden zu unterhalten. Mit seiner Mischung aus Tunnel-Raser und einem üblichen Racing-Game setzt sich Lifespeed leider nicht wirklich gekonnt zwischen die Stühle. Wipeout-mäßig sammeln wir Extras auf und können während der Rennen Gegner mit Raketen beharken oder uns einen zusätzlichen Boost verschaffen. So einen richtigen Geschwindigkeitsrausch kann das Spiel dabei nicht wachrufen, da es letztlich doch flüssiger laufen könnte - und sollte - und die Grafik ganz einfach eine ganze Ecke zu grobkörnig für dieses Genre ist. Zwei dicke Taktlosigkeiten leisten sich die Entwickler hier, die nicht unerwähnt bleiben dürfen: die Einzelrennen sind gleich völlig unbrauchbar, so lange nicht irgendwann mal via Patch nachgebessert werden sollte. Egal, welche Strecke ihr auch wählt: das System wird sich mit einer Fehlermeldung aufhängen und euch zurück in das 3DS-Menü werfen! Qualitätskontrolle anybody? Der zweite Unfall ist die Solo-Kampagne an sich: Die acht Strecken sind in einer knappen Stunde beendet und die Hintergrundgeschichte endet unbefriedigend-unvollständig mit einem "To Be Continued". Da kommt man sich schon ein wenig verarscht vor. Was bleibt ist die relativ seelenlos umgesetzte Option einer linearen Meisterschaft. Nun, selbst ohne seine dicken Schnitzer könnte Lifespeed nicht völlig begeistern. Es fühlt sich auf fast schon unverfrorene Weise unfertig und unpoliert an und kratzt haarscharf an einen Totalausfall vorbei. Schade um das verschenkte Potenzial. Wertung: 4 / 10



The Legend Of Kusakari
The Legend of Kusakari (4,99,- Euro im eShop) hat mal eine witzige Idee als Unterbau. Während im dortigen Fantasy-Reich mutige Helden gegen Monster in den Kampf ziehen, schlüpfen wir in die Rolle des Gärtners Kusakari, bewaffnet mit einer Sense - Und mähen das Gras! Tumulte zwischen Helden und Monstern weichen wir in den fünfzig Stages aus. Und auch die herumstreundenen Gegner lassen wir besser links liegen, um stoisch die Sense in die Grasbüschel zu schwingen. Das Ganze hat schon ein wenig von Pac-Man, wenn wir dort die einzelnen Maps freiräumen. Statt Pillen ist es dann halt Grünzeug, dass von der Karte gefegt werden muss. Ein beständiger Zeitdruck macht die Sache knifflig, denn unser Gärtner verliert am laufenden Band Energie - hinzu kommen (im späteren Spielverlauf) Felder, die ihn verlangsamen oder zusätzliche Energie abziehen, sodass dem Spiel durchaus eine strategische Komponente mitgegeben wurde: wir kommen nicht umhin, uns eine gute Taktik auszudenken, um die Level im gegebenen Zeitrahmen zu meistern. So richtig Abwechslungsreich ist das alles natürlich nicht. Hier macht sich dann doch schneller als einem lieb sein kann die spielerische Ernüchterung breit. Aber insgesamt ist The Legend Of Kusakari mal eine Proberunde wert. Tipp: Abwarten, bis es mal vergünstigt im eShop auftauchen sollte. Und dann möglichst in kleinen Zwischendurch-Sessions spielen. Auf die Dauer hat nämlich auch Gras keine Power. Wertung: 5 / 10



Samstag, 1. April 2017

3DS-Check 3/2017 - Von Brave Dungeon bis Punch Club


Gelungen: Dragon Quest VIII
Nach über siebzig Stunden (verteilt über viele, viele Wochen) endlich durchgespielt: Dragon Quest VIII (39,99,- Euro im eShop). Objektiv betrachtet ist es vielleicht dann doch nicht das ultimative Meisterwerk innerhalb der Serie, als dass es von vielen angesehen wird, die es bereits auf der Playstation 2 spielen konnten: Es darf durchaus gestritten werden, ob denn Teil 8 wirklich der Beste aus der Serie ist. Aber im Kontext der Dragon Quest-Reihe ist es gewohnte JRPG-Kost auf einem unheimlich hohen Niveau. Die Spiele der Serie stagnieren nahezu; kennst du ein Dragon Quest, dann kennst du sie alle! Aber trotzdem (oder gerade deswegen!) wird sie von so vielen geliebt. Hier kauft man nicht die Katze im Sack und erlebt womöglich eine bitterböse Überraschung. Die Reise des verwunschenen Königs bietet eine grundsolide Story, mit einprägsamen Charakteren, die uns auf unserer Reise gegen den bösen, bösen Oberbösewicht begleiten. Die gelungene Grafik wird von tollen Animationen flankiert, die MIDI-mäßige Musik ist herzallerliebst - und sogar das Voice-Acting hat es auf die 3DS-Karte geschafft. Side-Quests wie die Foto-Safari (wo wir exklusiv auf dem 3DS Fotos von Gegnern und Orten sammeln müssen - gegen Belohnung natürlich) und das sammeln von Monstern, die wir dann in der Arena kämpfen lassen, kosten angehende Abenteurer zusätzlich aberwitzig viele Stunden. Der achte Teil der Reihe ist definitiv ein Must-Have für Fans der Reihe. Wertung: 9 / 10



Gekloppe: Punch Club
Hier treten wir in Rocky Balboa's Fußstapfen. Punch Club (9,99,- Euro im eShop) erinnert stark an alte Manager-Spiele und Wirtschaftssimulationen der frühen 90er Jahre, wenn wir unseren angehenden Boxer fit halten und für zukünftige Wettbewerbe trainieren. Neben dem eigentlichen Training, dass unseren anfänglichen Hanswurst in eine von drei möglichen Kampf-Spezialisierungen treibt, müssen wir auch die Werte für seine Energie, Nahrung und Stimmung auf Trab halten. Wir gehen jobben, um das verdiente Geld dann im nahegelegenen Supermarkt für ballaststoffreiches Futter auszugeben. Wir lassen ihn vor dem Fernseher abgammeln. Erobern seine heimliche Liebe (Adrian!). Oder hauen auch mal in Straßenkämpfen und Hinterhof-Turnieren anderen das überhebliche Lächeln aus dem Gesicht. Das Ganze besitzt eine nette Hintergrundgeschichte, die natürlich nicht ganz zufällig an eine Mischung aus Fight Club und den Rocky-Filmen erinnert - und 80er Jahre-Anspielungen auf die Hero Turtles und Masters Of The Universe gibt's obendrauf. Passend zu diesem Retro-Flash: die liebevolle Pixel-Optik und die anständige Chipmucke. Bis unser alter Ego endlich mal eine Villa samt Manager hat und um den Weltmeister-Titel kämpft, vergehen so einige Stunden: zehn bis fünfzehn solltet ihr einkalkulieren. Die Entwickler haben sich bis dorthin Mühe gegeben, dass doch etwas repetitive Gameplay mit vielen neuen Szenarien und Handlungssträngen aufzufrischen. Der Kampf als "The Dark Fist" gegen die Unterwelt gehört dazu. Das Arbeiten für ein Verbrecher-Syndikat inklusive persönlicher Vorstellung beim Don himself. Die Reise nach Russland, um dort neben einer verschneiten Hütte zu trainieren (Rocky IV lässt grüßen). All das lässt darüber hinwegsehen, dass es hier Genre-bedingt tagein und tagaus immer das Gleiche zu tun gibt. Nämlich trainieren, essen und schlafen. Wer damals so Sachen wie die Bundesliga Manager-Spiele oder das seichte Game Dev Story gespielt hat, der kennt das, findet sich damit ab und ergattert mit Punch Club einen charmanten Geheimtipp. Quasi einen Boxing-Manager für den 3DS. Wertung: 7 / 10



Genussoptimiert: Brave Dungeon
Dungeon Crawler sind scheinbar wieder schwer im Kommen. Gerade im Indie-Bereich. Inside System liefern hier anno 2017 ihre eigene Interpretation davon ab: das knuffelig-knuddelig-süße Brave Dungeon (4,99,- Euro im eShop). Aus der Vogelperspektive erkunden wir mit einem Mädels-Trupp fünf Dungeons mit jeweils vier Ebenen und genauso vielen Endbossen, in der Summe also zwanzig Stück an der Zahl. Gegner verkloppen wir dabei in zügigen, rundenbasierenden Kämpfen - Rätsel oder sonstige Kopfnüsse suchen wir dagegen mit der imaginären Lupe. Das Spiel ist dabei selbst im Experten-Modus nur moderat von der Schwierigkeit her, und ist generell sehr auf Casual gebürstet. Das tut dem Spielspaß aber keinen Abbruch, sondern führt nur einfach dazu, dass es nicht so bockschwer ist und womöglich an der Frustrationsgrenze kratzt, wie Genre-Vertreter vom Kaliber eines Etrian Odyssey. Einmal gekaufte Items stellen sich nach der Rückkehr in die Stadt automatisch wieder her, selbst wenn sie verbraucht wurden - die Stats werden großzügig hochgepusht - alte Rollenspiel-Hasen haben nach 7, 8 Spielstunden ohne nennenswerte Probleme den Abspann vor der Nase. Dann ist das Spiel aber erfreulicherweise noch nicht beendet und im New Game Plus kommt ein zusätzlicher Dungeon nebst Schwierigkeitsgrad hinzu. Außerdem werden sehr nette Mini-Spiele freigeschaltet, darunter ein Poker und ein Endless-Runner. Die Grafik ist während der Dungeon-Hatz ziemlich steril - alles in allem sieht Brave Dungeon aber verdammt gut aus und hat nebenher Sprachausgabe und einige wirklich gelungene Tracks zu bieten, die gut ins Ohr gehen. RPGler sollten dem Anime-Erkundungstrupp hier auf jeden Fall eine Chance geben. Es ist seine fünf Euronen locker wert. Wertung: 8 / 10


Gelangweilt: SpeedX 3D
Langeweile lebt! Wenn sich an diesem Zustand überhaupt nichts ändert, obwohl man gerade mit einem Spiel zugange ist, dann hat es grundlegend versagt. Der Tunnel-Racer SpeedX 3D (2,99,- Euro im eShop) kann zumindest mit seinem Umfang punkten. Satte 48 Stages warten darauf, gemeistert zu werden. Dumm allerdings, dass mindestens die erste Hälfte davon höchstenfalls als Einschlafhilfe fungiert. Und nein: Adjektive wie hypnotisch oder meditativ verbieten sich dabei. Das gilt ebenso für den Endlos-Modus. Erst auf der Schwierigkeitsstufe Hard - besser aber noch im Insane-Modus - kommt das Spiel mal zu Potte und das ausweichen der Klötzchen wird ein wenig anspruchsvoll. Da wir nur nach links und recht ausweichen, lässt sich das Spiel bequem einhändig spielen (was die auftretende Müdigkeit allerdings nur verstärkt) und auftauchende Hindernisse kündigen sich schon Sekundenlang vorher an, da sie Spuren auf dem Boden vorausschicken. Einige Felder ändern bei Kontakt kurzzeitig unseren Status und erschweren die Jagd durch die ewig gleichbleibenden Tunnel, allerdings wirklich nur in Maßen. Es fehlt ganz einfach die Herausforderung. Wenn es um simple Tunnel-Raser geht, dann machen die AiRace-Spiele auf dem 3DS einfach viel mehr her. Das viel zu öde SpeedX 3D ist selbst zu einem Kurs von gerade mal drei Euro nicht wirklich zu empfehlen. Wertung: 3 / 10



Gemächtigkeit: Shovel Knight
Warum ein Schwert, wenn es auch eine Schaufel tut? Shovel Knight (24,99,- Euro im eShop) sieht sich als Hommage an alte NES-Platformer und will Megaman-, Castlevania- und sogar Duck Tales-Fans abholen und für sich begeistern. Und das schafft es erstaunlicherweise fast im Handumdrehen. Die Stages sind spannend inszeniert, die Steuerung ohne Fehl und Tadel, die Optik ist herzallerliebst und, verdammte Axt, dieser grandiose Soundtrack erst! Natürlich gibt es hier nichts, was Veteranen nicht schon in hundertdrölfzig anderen Spielen bereits kennengelernt hätten. Wir springen, hauen und hüpfen mit senkrechter Schaufel auf Gegner, die danach mehr als nur eine Kopfschmerztablette brauchen werden. Dabei sammeln wir Geld ein, dass wir in den Städten für zusätzliche Fertigkeiten eintauschen. Feuerbälle, temporäre Unverwundbarkeit und Co kosten Manapunkte beim aktivieren und wollen dementsprechend mit bedacht eingesetzt werden. Die Endbosse sind - wie das gesamte Spiel an sich - durchdacht, und Liebe zum Detail schimmert hier aus jedem Pixel. Wenn es überhaupt etwas zu kritisieren gibt, dann ist es die etwas dünne Spielzeit von maximal 5, 6 Stunden. Da sich das Spiel aber an Fortgeschrittene und Profis richtet, könnten bei dem einen oder anderen noch ein paar zusätzliche Stunden addiert werden. Das Leben des Schaufel-Ritters ist hier wirklich kein Zuckerschlecken. Shovel Knight ist grandios und gehört in jede gut sortierte 3DS-Sammlung. Wertung: 10 / 10


Genickschussbremse: MegaMan Collection
MegaMan Legacy Collection (14,99,- Euro im eShop) enttäuscht. Und ist wohl das Ergebnis davon, wenn Capcom nicht selbst Hand an eine akkurate Emulation ihrer alten Spiele legen, sondern es stattdessen nur als Auftraggeber weiterreichen (in diesem Fall die Firma Digital Eclipse). Der Input-Lag ist in dieser Sammlung von einem anderen Stern und mit keinem anderen Virtual Console-Spiel vergleichbar! Auch nicht mit den anderen Capcom-Oldies, die man separat auf dem 3DS käuflich erwerben kann (ein Super Ghouls 'n Ghosts hat beispielsweise nicht so gravierende Probleme, trotzdem es auch nur emuliert wird). Auf gut deutsch reagiert die Steuerung von MegaMan also fühlbar verzögert - und zwar so dermaßen, dass ihr Bauklötze staunen werdet, wenn ihr Vergleiche zum NES-Original ziehen könnt. Was bei einem Spiel, dass so dermaßen schnelle Reflexe erfordert, fast schon ein Todesstoß ist. Die ohnehin heftigen MegaMan-Spiele sind dadurch noch eine ganze Ecke schwieriger zu meistern. Mit viel Engelsgeduld kann man sich auch an den permanenten Lag gewöhnen und seinen Spaß aus der Collection ziehen. Immerhin werden hier alle sechs MegaMan-Spiele auf dem NES geliefert. Dazu gibt es zu jeden Spiel ein wirklich nett gemeintes Museum, wo wir Handbücher, Verpackungen und Konzeptzeichnungen in digitaler Form kredenzt bekommen. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die 3DS-Konvertierung solcher unsterblicher Klassiker hier bis an den Rand der Unspielbarkeit vergewaltigt wurde. Eine Schande ist das. Und letztlich nur was für beinharte Fans, die eine unpräzise Steuerung eventuell als zusätzlichen Anreiz sehen können: MegaMan war noch nie so knüppelhart-schwierig wie hier! Ungewollt. Wertung: 4 / 10


Dienstag, 28. Februar 2017

3DS-Check 2/2017 - Von Mercenaries Saga 3 bis Unholy Heights


Mercenaries Saga 3
Noch verdammt frisch im digitalen Nintendo-Store: Mercenaries Saga 3 (5,99,- Euro im eShop). Den zweiten Teil davon hatte ich bereits hier drüben getestet. Alles, was dort steht, gilt ebenfalls für den - womöglich abschließenden - Teil der isometrischen Taktikgefechte. Weiterentwickelt hat sich Mercenaries Saga 3 nämlich kein bisschen. Hier und da ein paar neue Fertigkeiten, ein paar neue Gegner - hinzugefügt wurde tatsächlich nur in Maßen, sodass es kaum auffällt. Dadurch, dass die Story wieder einmal nur arg durchschnittlich ist, die agierenden Charaktere noch etwas blasser als im Vorgänger sind, und hier sogar Musik, Grafik und vereinzelte Schauplätze einfach nur dumpf recyclet werden, ist die Luft im dritten Teil ein wenig raus. Es ist immer noch gut und kann Rundentaktik-Fans für volle zwanzig Stunden bei der Stange halten. Zweifelsohne. Was in Relation zu dem Taschengeld-Preis ein wirklich ordentliches Value For Money bedeutet. Aber für den nächsten Teil der Reihe würde ich mir endlich mal eine packend erzählte Geschichte wünschen. Mehr Bosskämpfe. Und mehr Interaktion mit der Umgebung. Und wo wir schon mal beim Wunschkonzert sind: eine grafische Überarbeitung und neue interessante Musik hätten auch ihren Reiz. Fans von Vandal Hearts, Final Fantasy Tactics und Co greifen trotzdem zu und werden es sicher nicht bereuen. Ich hatte auch meinen Spaß damit. Wertung: 7 / 10



Aeterno Blade
Noch so ein Blindkauf. Aeterno Blade (14,99,- Euro im eShop) wirkt auf den ersten Blick wie ein Castlevania-Platformer. Auf den zweiten und achtundneunzigsten Blick offenbaren sich dann die Beat em Up-Wurzeln, die das Spiel inne hat. Heldin Freyja sammelt Erfahrungspunkte und kann diese nicht nur in bessere Statuswerte pumpen, sondern auch neue Kombos mit dem Schwert erlernen. Das Spiel schafft dabei die schwierige Gratwanderung, genug Abwechslung bei den Kämpfen zu bieten, ohne das einem das lernen von viel zu vielen Kombo-Attacken überfordern könnte. Die Grafik und die Cutscenes sind nett, bewegen sich optisch aber nicht über Playstation 2-Niveau hinaus. Etwas mehr Vielfalt bei den Gegnern und interessantere Bossgegner wären hier wünschenswert gewesen. Auch das Leveldesign könnte durchaus etwas polierter sein. Alles in allem bleibt aber ein Spiel, dass es wert ist, mal angeschaut zu werden. Ich würde allerdings warten, bis es mal zum reduzierten Preis im eShop auftaucht, denn mit satten 15 Euronen fühlt es sich dann doch dezent zu teuer an. Wertung: 7 / 10



Hazumi
Kennt ihr noch Crillion, dass Ende der achtziger Jahre für den Amiga und C64 erschien? Bei Hazumi für den 3DS handelt es sich dabei um einen ziemlich dreisten Klon (2,69,- Euro im eShop). Aber: besser gut geklaut, als schlecht erfunden. Zumal das Spiel mit charmanter Chipmucke, ordentlicher Optik und satten 250 Levels daherkommt. Sogar ein gut zu bedienender Level-Editor hat es auf den 3DS geschafft, um der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen. Falls ihr Crillion von anno damals nicht kennen solltet: Das Spiel ist zu gleichen Teilen Knobelei als auch Geschicklichkeitstest, wenn die ständig in Bewegung befindliche Kugel durch die Level navigiert werden muss. Wir wechseln mit ihr die Farben, hauen möglichst schnell die bunten Blöcke weg und weichen dabei allerlei Hindernissen aus. Immer unter Zeitdruck. Denn nur durch temporeiches absolvieren schalten wir spätere Stages frei. Das alles ist ordentlich fordernd und macht richtiggehend süchtig - Und bis die große Menge an Levels erstmal durchgespielt ist, vergehen viele Tage. Gerade zu dem Preis gehört Hazumi eigentlich auf jeder gut sortierten 3DS-Speicherkarte. Eignet sich hervorragend für das schnelle Spiel zwischendurch, kann aber auch den Test bestehen, ein paar Stunden hintereinander an den Dualscreen zu fesseln. Wertung: 9 / 10



Quest Of Dungeons
Von Quest Of Dungeons hatte ich mir letztlich mehr erhofft (8,99,- Euro im eShop) - aber es kann seinen Usprung nicht verleugnen: im Smartphone-Sektor gibt es tonnenweise Rogue-artige Rollenspiele wie dieses hier, die sich größtenteils alle gleich spielen. Mit einen der wählbaren Helden kämpfen wir uns durch ein mehrstöckiges, prozedural generiertes Labyrinth, klauben tonnenweise Items auf und haben uns am Ende einer Reise hoffentlich gut genug entwickelt, um dem Ober-Mega-Bösewicht eins auf die Mütze zu hauen. Gevatter Zufall lässt die Dungeons in diesem Spiel aber zu keiner Zeit spannend ausfallen. Sie wirken hier nämlich genau wie das, was sie letztlich sind: statt liebevoll von Hand designte Dungeons gibt es 08/15-Kerker ohne Seele aus dem Algorithmus einer CPU. Das gilt auch für die schlappen zwei Quests, die per Zufall variieren: Entweder irgendeinen Gegner zur Strecke bringen, oder einen bestimmten Gegenstand finden. Auch wenn zusätzliche Charaktere freigeschaltet werden - mit denen wir die Dungeons abklappern dürfen - und die Umgebung ab und an ein wenig anders ausschaut: so ein richtig prickelndes Abenteuer ist Quest of Dungeons zu keiner Zeit. Wertung: 5 / 10



Unholy Heights
Eine echt lukrative Sache, so ein Hotelbesitzer zu sein. In Unholy Heights (5,99,- Euro im eShop) kassieren wir ordentlich Miete, indem wir allerlei Monster ein temporäres Zuhause anbieten. Die haben aber individuelle Wünsche und wollen mit bestimmten Möbeln, Unterhaltungsgegeständen oder sonstigem Luxus bei Laune gehalten werden. Der simple Managment-Part erinnert also stark an Die Sims-Spiele, wenn wir die Wohnungen den Bedürfnissen entsprechend ausstatten und die Miete anpassen. Zum Tower Defense mutiert Unholy Heights, sobald eine der daherlaufenden Helden-Truppen meint, unser Hotel dem Erdboden gleich zu machen. Die einquartierten Monster lassen sich aber zum Glück nicht so einfach verkloppen, haben alle unterschiedlichste Nah- und Fernkampfangriffe, und ziehen auf unseren Befehl hin in den Kampf auf Leben und Tod, um das Hotel zu verteidigen. Die Quests laufen dabei ständig nach dem gleichen Muster ab (töte Heldengruppe SoUndSo), bieten aber immerhin die eine oder andere taktische Prise, wenn Resistenzen der anrückenden Helden ins Spiel kommen. Nach und nach vergrößern wir das Hotel und können mehr und mehr seltsamen Wesen einen Wohnraum anbieten. Unholy Heights bietet vielleicht nicht die größte Abwechslung, aber Tower Defense-Fans machen mit dem Kauf nichts verkehrt. Bis man das Hotel in einen mehrstöckigen quasi-Palast verwandelt und alle möglichen Kreaturen auch mal gesehen hat, vergeht locker eine zweistellige Stundenanzahl. Wertung: 7 / 10



Dienstag, 21. Februar 2017

Enthüllt: Die 30 Spiele des Super Nintendo Classic Mini


Habt ihr euch 2016 auch dieses kleine, schnuckelige Mini-NES besorgt? Der Nachfolger davon - nämlich ein ähnlich attraktives Super Nintendo - wird zweifelsohne kommen, nachdem selbst Nintendo von dem Ansturm auf die kompakte Retro-Konsole positiv überrascht wurde. Dreißig Spiele werden erneut via komfortablen Menü abrufbar sein. Exklusiv gibt's hier die Enthüllung, welche das sein werden:

Kein SNES ohne Super Mario World. Das war ja schon ein Starttitel bei der Ur-Konsole, und hat rein gar nichts von seiner Brillanz verloren. Aber auch Super Mario World 2 - Yoshi's Island ist mit dabei. Hat nicht mehr viel gemeinsam mit den Abenteuern des Klempners, ist aber trotzdem ein wahnsinnig gutes Jump 'n Run aus der guten, alten 16-Bit-Ära. Um die Quasi-Mario-Trilogie perfekt zu machen, wird Nintendo auch Super Mario Kart mitliefern. Für spannende Mehrspieler-Duelle vor dem Fernseher ist also gesorgt. Die ersten beiden (kleinen) Überraschungen sind Mega Man 7 und Super Castlevania IV. Allerdings: so überraschend dann doch nicht. Capcom und Konami arbeiten schon länger erfolgreich mit Nintendo zusammen, um die Virtual Console mit ihren älteren Spielen zu füttern. Keine Überraschung dagegen: F-Zero und Super Metroid. Nintendo wären auch dumm, nicht aus ihrem eigenen wahnsinnigen Portfolio zu schöpfen. The Legend Of Zelda - A Link To The Past war demnach auch ein zu erwartendes (willkommenes) Spiel, dass den Weg auf die Platine finden wird. Pinball Dreams ist für Freunde von Flippersimulationen spielenswert. EA steuern ihren Klassiker Desert Strike bei. Aber auch die seichte Wusel-WiSim Theme Park ist nicht unbedingt ein Titel, mit dem gerechnet werden konnte. Ich persönlich freue mich auch sehr auf die beiden lokal entwickelten Spiele auf dem Mini Super Nintendo. Mit Super Turrican und Indiana Jones Greatest Adventures ist Deutschland gut vertreten. Super ist auch Super Ghouls n' Ghosts. Rollenspiel-Freunde bekommen mit Chrono Trigger, Final Fantasy VI und Breath Of Fire immerhin drei ultra-populäre JRPGs vor die Nase gesetzt. Wobei man mit einem zugedrückten Auge auch Secret Of Mana dazuzählen könnte. Noch einmal Konami: Turtles In Time verspricht gesellige Beat em Up-Runden vor der Flimmerkiste und mit Contra 3 - The Alien Wars liefert die Firma auch gleich einen weiteres Prunkstück ihrer Vergangenheit ab. Auch Axelay ist zweifelsohne ein Klassiker - unter den Ballergames. Vielleicht nicht so berühmt wie das ebenfalls mitgelieferte Starfox (in Europa auch bekannt unter Starwing), aber wir nehmen beides gerne mit. Noch mehr Multiplayer-Fun - und spontan beendete Freundschaften - wird Super Bomberman liefern. Für Versöhnung kann da wieder die komplette Trilogie aus Donkey Kong Country 1, 2 und 3 sorgen. Oder The Lost Vikings - Dieses verdammt geniale Spiel von den (World Of -) Warcraft-Machern. Oder Earthworm Jim. Oder das einzige Disney-Spiel in der Mini-Super-Nintendo-Sammlung: König der Löwen. Kulant, wie Nintendo nun einmal ist, zählt der Doppeldecker Tetris & Dr.Mario nur als ein einziges Spiel, da es sich um das 2-in-1 Modul aus dem Jahre 1994 handelt. Somit erhalten wir im Grunde also einunddreißig Spiele.

Ich hoffe, ihr freut euch auf diese Spieleflut für das kommende Super Nintendo Classic Mini ebenso wie ich. Es war mir jedenfalls eine Ehre, es hier - noch vor allen anderen - enthüllen zu dürfen. Etwaige Gerüchte von wegen "das hier ist nur ein Wunschkonzert!", "ein Gedankenspiel!", "ein Gehirnfurz!" oder "eine ganz persönlich zusammengewürfelte Auswahl an Spielen!", die ich gerne auf dem Mini-SNES hätte, weise ich vehement zurück! Mit aufstampfenden Beinen und "Nein, das ist die reine Wahrheit!" kreischend!

Freitag, 27. Januar 2017

3DS-Check 1/2017 - Von Severed bis Crollors Game Pack


Gewuselt: Swords & Soldiers
In dem Echtzeit-Strategie-Pendant Swords & Soldiers (6,99,- Euro im eShop) entsenden wir in 2D Truppen, bauen Türme, wirken Zauber - und mischen damit die gegnerische Basis auf der gegenüberliegenden Seite auf, die ebenfalls allerhand in die Schlacht wirft. Hektisch, sparsam taktisch, aber trotzdem spaßig sind diese Zwitter aus RTS und Tower Defense normalerweise. Der Umfang stimmt soweit: 40 Missionen warten in der Kampagne, wo wir mit deutlich unterschiedlichen Stämmen kämpfen. Wem das nicht reicht, der bastelt sich halt individuelle Geplänkel gegen die CPU zurecht oder versucht sich an spaßigen Mini-Spielchen. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt macht das Spiel mächtig Laune - wenn man sich denn erstmal an die seltsame Steuerung und das schon anfängliche ruckel-scrolling gewöhnt hat. Aber gerade das auswählen und zielen per Touchscreen wird zu einer Tortur, sobald im späteren Verlauf der 3DS gnadenlos in die Knie geht. Das Touchpad leidet dann ebenfalls am grafischen Schluckauf und will nicht mehr präzise reagieren.Technisch ist das hier ein Witz! Schade um das wirklich gute Spiel, dass hinter dieser verkorksten Programmierung steckt. Nur extrem Leidensfähige Spieler werden das Ende der drei Kampagnen zu Gesicht bekommen, ohne vorher entnervt aufzugeben. Passierte in meinem Fall nicht wirklich: rund 10 Stunden hatte ich mit Swords & Soldiers verbracht. Das technisch verkorkste Dingen hier kann man objektiv gesehen trotzdem nicht bedingungslos weiterempfehlen. Wertung: 5 / 10



Geschnetzelt: Severed
Ist die bizarre Welt von Severed einen Besuch wert (14,99,- Euro im eShop)? Wir steuern die verwaiste Sasha auf der Suche nach ihren verschwundenen Eltern durch eine düstere, manchmal auch eklige oder morbide Umgebung, erkunden in diesem RPG/Dungeon Crawler nicht nur ihr verwüstetes Zuhause, sondern auch Krähentempel und Zitadelle. Feld für Feld - und mit aufschlußreicher Automap bewaffnet - lösen wir hier Schalter- und Tür-Rätsel, die zwar alle nicht besonders knifflig sind, aber trotzdem Laune machen. Gekämpft wird in Echtzeit mit Bewegungen auf dem Touchscreen. Vergleichbar mit The Keep, über das ich schon ausführlicher berichtete. Das funktioniert super: wir teilen mit unserer Kämpferin Hiebe aus, blocken Schläge und trennen allen Monstern am Ende eines Kampfes Gliedmaße ab. Den obskuren Kram an Tentakeln, Gedärmen und Augen benutzen wir dann, um unsere Fähigkeiten zu verbessern. Später lernen wir durch das aufklauben von besonderen Gegenständen auch quasi-Zaubersprüche. Severed hat leider nur eine Spielzeit von etwa 6 bis 7 Stunden. Und der Wiederspielwert ist mächtig gering, wenn wir bereits im ersten Durchlauf die paar Geheimräume im Spiel erkundet haben. Andererseits: Das macht das Game kompakt und auch an einem Wochenende schaffbar. Grafik und Musik sind sehr eigenwillig - am besten vorher mal in den Trailer schauen, ob das Design einem persönlich zusagt. Nicht nur das melancholische (und offene)  Ende vom Spiel schreit geradezu nach einem Nachfolger - auch die schwachbrüstige Hintergrundstory lässt viel zu viele Fragen offen. Dennoch: ein erfrischend Action-geladener Rollenspiel-Trip, an den man sich auch viele Jahre später noch erinnern wird. Ein Spiel, wie es letztlich nur aus der Indie-Szene kommen konnte. Wertung: 8 / 10


Gelangweilt: Crollors Game Pack
Im Dezember landete Crollors Game Pack im Nintendo-Store (1,49,- Euro im eShop). Ich ließ mich da nicht lange bitten: vier Minispiele zum Preis einer Tafel Schokolade? Gebongt. Das vertikal ablaufende Space Shooter strotzt vor Langeweile und wird selbst von vielen Freeware/PD-Shootern aus der 16 Bit-Ära ausgelacht. Im Endlos-Modus (ohne Extrawaffen, Endgegnern oder auch nur ansatzweise so etwas wie ein adäquates Leveldesign) ballern wir Asteroiden und schäbige Raumschiffe ab. Braucht kein Mensch. In Dotch it weichen wir auf einem kleinen Feld einfach nur herumfliegenden Kugeln aus. Ebenfalls im Endlos-Modus - wie alle anderen Spiele auch. Zig-Zag Ball verlangt, dass wir permanent den gleichen Button drücken, damit die Kugel ihre Richtung wechselt, um nicht von der Strecke herunterzufallen. Nach fünf Minuten ist nicht der Schwierigkeitsgrad das Problem, sondern nachlassende Konzentration, weil man extrem müde wird. Allein Color Switch macht eine halbe Stunde Gesamtspielzeit Laune. Dort müssen wir eine Kugel vertikal durch Farbfelder befördern, indem wir den Touchscreen benutzen. Noch das gelungenste Spiel dieser Sammlung, weil es immerhin unterdurchschnittlich viel Spaß macht. Ähnlich wie beim "großartigen" Galaxy Blaster (Hatte ich hier drüben mal getestet) kann ich von so einem Quatsch nur abraten. Der Programmierer sollte sich in Grund und Boden schämen, für seine unpolierten Hobbie-Projekte aus der Schreibtischschublade auch noch ernsthaft Geld zu verlangen. Wertung: 2 / 10



Dienstag, 3. Januar 2017

Retrogaming-Highlights (und der Dreck unter den Fingernägeln) 2016

Schööö, 2016! Es wird mal wieder Zeit, die vergangenen 12 Monate - in Sachen alte Spiele - kurz Revue passieren zu lassen. Auf brandneue Spiele und das Geschehen in der Szene will ich da gar nicht weiter eingehen, denn vieles war einfach nur nervig.

Sei es nun deswegen, weil Kunst nicht anerkannt wird und ein Spiel stattdessen stumpf und ohne Leidenschaft auf sein technisches Gerüst heruntergebrochen und auf seine spielerischen Defizite viel zu sehr reduziert wird. Begleitet von einem nüchtern-lieblosen Blick, den ich beim Spielen hoffentlich niemals erreichen werde. Aber da ich was von Freundschaft und Tieren verstehe, konnte mir das bei The Last Guardian nicht passieren. Es blieb am Ende das einzigste Spiel 2016, dessen Finale mich wortwörtlich zu Tränen gerührt hat.

Oder dieses nervige Monetarisierungs-Konzept bei den Spiele-Podcasts. Endlich ist auch ein beschissenes quasi-Free2Play im Audio-Sektor angekommen, wurde (und wird) mit ordentlich Dollarzeichen in den Augen schamlos konvertiert. Da wird die Hörerschaft rücksichtslos in "Premium" und "Schmarotzer, die nix zahlen" gespalten. Witzigerweise von manchen Leuten, die selbst vehement gegen so etwas wie die Monetarisierungs-Monster einiger "Free2Play"-Titel sind. Nun, das nennt man dann wohl Doppelmoral, Freunde. Aber: Macht nix! Zum Glück gibt es die Verfechter einer "sharing community" nach wie vor, die nicht bettelnd um die imaginären Häuser ziehen, sondern einfach nur kostenlos Content raushauen.

Früher war doch sowieso alles ... anders. Obwohl ich 2016 verhältnismäßig wenig alte Spiele gedaddelt habe, komme ich dieses Jahr trotzdem auf meine letztjährige Top- und Flop-5. Wie immer findet ihr an dieser Stelle, unter dem Spiele-Titel verborgen, einen Link zur grandiosen Seite Kultboy Dot Com, wo ihr neben weiteren Infos und Testberichten zu den Games auch immer lesenswerte Kommentare erspähen könnt. Da ich mich dort bei vielen der genannten Titel schon ausgiebig ausgelassen habe, fasse ich mich mit meinem Fazit hier und heuer kurz. Ansonsten: die Leidenschaft für alte Spiele ist ungebrochen und neben Breath Of Fire II stehen noch so einige Uralt-Spiele für dieses Jahr auf meinem digitalen Speiseplan. Welche das aber genau sein werden ... weiß ich selbst noch nicht.  :)

Ich wünsche euch ein spaßig-nostalgisches Retrospiele-Jahr 2017 <3



Aufbau: Platzierung / Titel + Link des Spiels / auf welchem System gespielt / Kommentar


Flop 5:



(5.) Knight Quest - System: GameBoy

Die Erwartungshaltung vor diesem Rollenspiel war ziemlich hoch. Taito sind schließlich keine Unbekannten! Aber was sie dort rausgehauen haben, ist ein erstaunlich langweiliges RPG mit total unspektakulären Kämpfen und einer müden Story. Schade.













(4.) Under Pressure - System: Amiga

Diesem Spiel habe ich 2016 eine zweite Chance gegeben, nachdem ich es zuletzt gespielt hatte, als noch der gute alte Amiga 500 auf dem Schreibtisch meines Kinderzimmers protzte. Es wäre nicht der erste Titel gewesen, bei dem mich meine Erinnerung täuscht. Hier allerdings hatte ich nicht das Glück. Under Pressure ist ziemlicher Murks.  Kein Wunder, dass es damals ziemlich schnell wieder zu Leerdisketten degradiert wurde.








(3.) Jetstrike - System: Amiga

Und noch ein Spiel, dass ich bereits kannte (und überhaupt nicht mochte). Die positiven Kommentare auf Kultboy und auch eine nett gemeinte Beschreibung in der Retro Gamer brachten mich dazu, es mir nochmals anzuschauen. Vielleicht hatte ich ja was übersehen? Hatte ich das Spiel einfach nicht verstanden? Nein. Das ist einfach nur Quark. Blöde Steuerung, total unübersichtlich, nervige Musik. Bäh!






(2.) Dragon's Lair - System: NES

Ich mag Ritter Dirk. Deswegen passiert es andauernd, dass ich mir ältere Konvertierungen von ihm anschaue. Obwohl ich eigentlich wenig Hoffnung besitze, dass mir nochmal ein gutes Dragon's Lair-Spiel über den Weg läuft (es gibt tatsächlich ein brauchbares auf dem PC, neueren Datums): andauernd grabe ich Don Bluth's Helden-Epos auf Uralt-Systemen aus. 2016 stand das NES-Dragon's Lair an. Einfach. Nur. Zum. Davonlaufen!









(1.) Dark Castle - System: Sega Mega Drive

Dieses alberne, schlecht zu steuernde Machwerk verdient eigentlich keine weitere Beschreibung. Jeder Anschlag ist verschwendete Zeit. Erst im Dezember 2016 gespielt, hat es sich prompt an die Spitze meiner Flop 5 festgesetzt.














Top 5:



(5.) Dragon Quest VII - System: Nintendo 3DS

Ich war erst am überlegen, ob Dragon Quest 7 hier überhaupt reingehört. Aber ja: es ist schließlich schon satte 16 Jahre alt! Das 3DS-Remake ist gelungen. Auch wenn das Spiel so einige Längen hat - und es im DQ-Universum zu den eher schlechteren gehört - hatte ich wochenlang Spaß damit.







(4.) Donkey Kong Land 2 - System: GameBoy

Nachdem mich das allererste Donkey Kong Land schon ziemlich begeistert hatte, stand natürlich auch noch der Nachfolger auf dem Programm. Obwohl die Donkey Kong Country-Spiele (SNES) jederzeit vorzuziehen sind, zolle ich den spaßigen DC Land-Spielen hiermit Respekt. Erstaunlich, was Rare da alles aus der antiken GameBoy-Hardware herausgekitzelt haben. Zudem ist das Spiel sehr umfangreich und hat mich mehrere Tage extrem bei Laune gehalten.







(3.) Super Ghouls 'n Ghosts - System: Nintendo 3DS (Virtual Console)

Super Ghouls n' Ghosts hatte ich anno 2016 wieder zu schätzen gelernt. Und auch endlich mal durchgespielt! Je mehr Jahre ins Land ziehen, desto sympathischer wird mir das grandiose Leveldesign, die gute Grafik und der stimmungsvolle Sound. Hart ist halt doch manchmal geil!







(2.) Front Mission - System: Super NES

Ungefähr zehn Jahre, nachdem ich Front Mission für mich entdeckt hatte, ist aus einem "nur mal kurz zehn Minuten reinschauen" ein wochenlanger Spiele-Marathon geworden. Und es hat wieder genauso viel Spaß gemacht! Könnte gut sein, dass ich es in zehn bis fünfzehn Jahren erneut spiele und dann wieder in Begeisterung verfalle. Wer weiß!? Ein echter Geheimtipp für Rundentaktik-Freunde.








(1.) Legend Of Zelda - Ocarina Of Time - System: Nintendo 3DS

Dieses Remake auf dem 3DS war wie für mich geschaffen, da ich damals die N64-Version nicht gespielt hatte. Die anfänglichen Zweifel, ob ein Zelda in 3D denn überhaupt funktionieren würde, wurden ganz schnell weggefegt. Und wie es das kann! Was für ein charmantes Abenteuer! Was für ein Meisterwerk!