Samstag, 16. Februar 2019

Switch-Reviews #2: Pokémon Quest, Sega Mega Drive Classics, Iro Hero, Lost Sphear, Black Hole




Klopperei in Pokémon Quest
Meine Lieblings-Genres haben sich in den gefühlten letzten zwei Dekaden nicht geändert. Strategiespiele (egal, ob seichte Echtzeit-Schlachten oder komplexe Rundentaktik), Rollenspiele (egal, ob westliche oder japanische) und das klassische Shoot Em Up (egal, ob horizontal oder vertikal alles abgeballert werden muss) kaufe ich blind. Fast schon bedingungslos. Ein nicht genanntes Genre, dass in den letzten Jahren eher ein Schattendasein fristete - was spannende Neuveröffentlichungen anging - sind die, aus einer Warcraft III-Mod entsprungenen, Tower-Defense-Spiele. Taktisch. Meditativ. Schön anzuschauen, und auf ihre ureigene Art extrem entspannend.

Auftritt: Pokémon Quest. Dass trotz (oder gerade) wegen seiner Simplizität so verdammt gut geworden ist. Hier schicken wir insgesamt drei Pokémon auf einen Erkundungstrip, wo sie in den einzelnen Stages vollkommen eigenständig herumwuseln und anderen Pokémon eins auf die Mütze geben. In Lego-mäßiger Blockgrafik. Wir machen nichts weiter, als zwischendurch ihre Spezialfertigkeiten zu aktivieren. Die unterscheiden sich natürlich von Pokémon zu Pokémon und verursachen manchmal defensiven oder Status-verändernden Impact. Oder es wird den Gegnern auf euer Zutun hin - Stichwort: Touchscreen - mit diversen Elementen das Fell vom Körper gebrutzelt, gefroren oder gebraten. Auch Wirbel-Attacken und andere Angriffe mit einer bestimmten Reichweite gehören zum Repertoire. Sodass ein wenig Taktik mit ins Spiel kommt, wenn wir die Gegner denn auch anständig treffen wollen. Die Levels dauern dabei nie länger als 2, 3 Minuten - eignen sich also hervorragend für das schnelle Spiel zwischendurch - und enden immer an einem Bossgegner. Danach hagelt es Erfahrungspunkte, Koch-Utensilien und Items, mit denen wir unter anderem unsere Pokémon ausrüsten können. Die eigene Basis wird nach und nach aufgestockt, neue Pocket Monster werden durch öffentliches Kochen angelockt und danach geht's auch schon weiter in die fast automatisch ablaufenden Kämpfe.

Rund vier, fünf Stunden werdet ihr die Free 2 Play-Mechanik hinter Pokémon Quest vollkommen vergessen haben. Erst dann wird einem auf einmal bewusst, dass der Schwierigkeitsgrad ganz schön anzieht. Da locken dann die käuflich zu erwerbenden Gegenstände im Ingame-Shop, um das Spiel ein wenig zu erleichtern. Nintendo-typisch ist die Monetarisierung aber recht human: klar, wir müssen alle fünf Level-Durchgänge ein paar Stunden warten, bis sich die Batterien aufgeladen haben. Wir können sie aber auch gegen die Ingame-Währung schnell aufladen und einfach weiterspielen. Jeden Tag gibt es davon Neues aufs Konto gutgeschrieben, mit dem sich ebenfalls alle Basis-Erweiterungen holen lassen, die auch für echtes Geld zu haben sind. Und ebenfalls täglich findet ganz automatisch ein (manchmal recht starkes) Pokémon den Weg in eure Basis. Übertreibt man es nicht, kann man dadurch (wie die Verfasserin dieser Zeilen), zwei bis drei Wochen mit dem Spiel verbringen, ohne auch nur einen Cent ausgegeben zu haben.
Ansonsten: 5 Euro für ein kleines Paket zu investieren wäre nun auch nicht die Welt. Die kann man auch schlechter in den Sand setzen.

Wertung: 8 / 10

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Virtuelles Jugendzimmer in Sega Mega Drive Classics
Sega hat sich nicht lumpen lassen und insgesamt 51 Spiele in diese Compilation gestopft. Wenn man bedenkt, dass viele der Titel einzeln in diversen Stores für 5 bis 8 Euro verkauft werden, bekommen wir hier ordentlich viel Retrogaming-Futter für einen relativ schmalen Kurs. Wir können von einem virtuellen Jugendzimmer aus das Regal durchstöbern und die Games via gelungener Emulation starten. Die Bildausgabe lässt sich mit diversen Filter-Optionen an den eigenen Wünschen anpassen: zuschaltbare Scanlines, Bilineares Filtering, WPX, HQ4, XBR, gestrecktes Vollbild und sogar einen Spiegelmodus. Bei den Spielen an sich können wir uns an einen kleinen Berg von Aufgaben versuchen, wie zum Beispiel: "Besiege den zweiten Boss in Golden Axe II als Ax Battler, ohne Magie und Continues einzusetzen!". Auch ein Multiplayer-Modus wurde integriert, wo wir dann Online gegen (oder mit) andere menschliche Mitspieler uns an eines der Spiele versuchen können.

Wer sich auch nur im Ansatz für das Spiele-Portfolio des Sega Mega Drive interessiert, oder generell Spaß an alten Spiele-Klassikern hat, darf hier bedenkenlos zuschlagen. Hier habt ihr auf Jahre hin was zum daddeln. Eines dieser Module, dass man immer wieder mal aus dem Schrank holt, um noch das eine oder andere Spiel anzugehen!  Immer und immer wieder mal. Eine genaue Auflistung der enthaltenen 51 Spiele findet ihr hier drüben.

Wertung: 10 / 10

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Zu kleiner Bildschirm in Iro Hero
Iro Hero hat sich den SHMUP-Klassiker Ikaruga als Vorbild genommen. Und warum auch nicht? Das Spiel zeichnete sich um die Jahrtausendwende herum damit aus, dass man ständig zwischen den Waffen hin- und herwechseln musste. Weil manche Gegner völlig immun gegen einen bestimmten Beschuss waren. Dieses, leicht hektische, Spielelement wurde hier knallhart kopiert. Die roten und blauen Schüsse in Iro Hero müssen schon nach kurzer Spielzeit ständig gewechselt werden. Gleichzeitig wird man auch selbst immun gegen die feindliche Breitseite gleicher Farbe. Dass so etwas schnell mal konfus macht und der Schwierigkeitsgrad schon nach dem vierten, fünften Level in ungeahnte Höhen schießt, könnt ihr euch sicher denken.

Wo das offensichtliche Vorbild Ikaruga aber ein Feuerwerk nach dem anderen abbrannte, und mit klug designten Stages punktete, setzt bei Iro Hero schnell mal der Gähn-Prozess ein. Das fängt schon bei der Optik an: Warum ist der eigentliche Bildschirmausschnitt so klein und fitzelig? Auch die schlappen Explosionen und das demotivierend-uninspirierte Design der Gegner und die eher mäßig-geilen Levelaufbauten lassen viel zu schnell Langeweile aufkommen. Iro Hero erinnert sehr an die Baller-Klassiker der Achtzigerjahre - allerdings eher an die aus der dritten Reihe. Für die man eh kein Geld ausgegeben hätte, weil viel zu viele geniale Alternativen vorhanden waren.

Und so kann ich auch hier nur raten: wartet besser, bis dieses Spiel mal ordentlich im Preis gesunken ist - und ihr statt den geforderten 13 Euro nur 'n Appel und 'n Ei im eShop hinterlassen müsst. Totale Genre-Fans können bei der abschließenden Wertung natürlich ihre 1, 2 Punkte addieren. Aber selbst dann wäre Iro Hero in seiner kompletten Aufmachung viel zu durchschnittlich, um großartig Aufmerksamkeit zu generieren.

Wertung: 4 / 10

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Ein Endboss in Lost Sphear
Die - von Square Enix etablierte - Tokyo RPG Factory möchte seit 2015 den Geist alter japanischer Rollenspiele aufleben lassen. Im Geiste von traditionsreichen Reihen wie Dragon Quest, Final Fantasy oder auch dem kultigen Chrono Trigger, sollen sich ihre Spiele bewusst nach einer Retrogaming-Erfahrung anfühlen, und dabei dennoch frische Akzente setzen. Das hat beim indirekten Vorgänger I Am Setsuna nur mittelprächtig funktioniert. Und auch Lost Sphear hat sein Zelt am Rande der Bedeutungslosigkeit aufgeschlagen, wo es traurig vor sich hin resigniert und nach eigener spielerischer Relevanz ausschau hält.

Und dabei stimmen die Grundbedingungen! Lost Sphear besitzt als Unterbau eine Geschichte, die ein ums andere Mal an "Die Unendliche Geschichte" erinnert. Erinnerungen von Menschen verschwinden, Orte gehen in ein Vergessen über; ein großes, alles verschlingendes "Nichts" greift nach allem und lässt ganze Städte, Menschen und Umgebungen einfach verschwinden. Spielerisch machen sie aber nicht viel aus diesem interessanten Fundament. Wir schalten fast schon linear einfach die Nächstbesten Orte frei; die dafür benötigten Erinnerungen werden von verprügelten Monstern gedroppt. Doof. Irgendwie. Das Kampfsystem erinnert dabei frappierend an Chrono Trigger. Gefechte werden hier rundenweise am Ort des Geschehens geführt, wo wir in die Gegner hineingelaufen sind. Blöderweise sind aber nur die Bosskämpfe ein wenig anspruchs- und demnach gehaltvoller. Die Dialoge sind nur mäßig gelungen ins Deutsche übersetzt worden. Und nach rund 15 Spielstunden werdet ihr immer noch auf einen spannenden Story-Twist warten. Oder auf Charaktere, die sympathisch und lebendig wirken.

Trotzdem Lost Sphear völlig ohne spielerische Höhepunkte daherkommt und einfach so vor sich hin plätschert, ist es sicherlich kein schlechtes Spiel. Der eShop-Preis ist jedoch für so ein durchschnittliches JRPG maßlos übertrieben- statt den dort angepriesenen 49 Euronen könnt ihr das Spiel in den meisten Elektronik-Ketten (Saturn, Media Markt und andere) schon für 29,- in den Einkaufskorb packen. Viel mehr wäre es mir auch nicht wert gewesen, als ich im Dezember 2018 zugegriffen habe. Enttäuscht bin ich aber trotzdem. Die Tokyo RPG Factory haben vor Kurzem ihr drittes Spiel angekündigt. Make it or break it, möchte ich ihnen da zurufen.

Wertung: 5 / 10

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Purer Stress in Black Hole
Lust auf ein Ballergame der alten Asteroids-Schule? Das kostengünstige Black Hole kommt natürlich in moderner Grafik und einem Soundtrack daher, der nicht mehr so ganz nach 1979 klingt. Aber ansonsten wird in den ersten Ingame-Minuten schon schnell klar, welchem Spiel hier ein klein wenig Tribut gezollt wird. Nach anfänglichen Asteroidenfeldern werden es schnell Raumgleiter, Homing Missiles und dicke Brummer, die den Bildschirmgroßen Weltraum bevölkern. Black Hole artet schnell in Hektik, dezente Unübersichtlichkeit und Stress aus, wird dabei aber zum Glück nicht allzu frustrierend. Ein wenig Erfahrung in Ballergames der alten Schule solltet ihr aber besser mitbringen.

Die Steuerung und das Upgrade-System der insgesant drei wählbaren Schiffe sind okay. Nach rund zwei Stunden flimmert zwar bereits der Abspann über die Switch, aber es spricht ja nichts dagegen, das alles nochmal mit einem anderen Raumgleiter zu versuchen. Sogar ein Survival-Modus hat es ins Spiel geschafft, wo man sich in den weltweiten Online-Ranglisten mit den anderen messen kann.

Auch wenn Black Hole in seiner Summe total altbacken ist und man den Entwicklern nur das aufkochen von altbewährtem vorwerfen darf: manchmal ist es doch genau das, was man möchte. Insgesamt, ja, ganz nett, und an einem Abend schön durchgerockt.

Wertung: 6 / 10

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Montag, 4. Februar 2019

Switch-Reviews #1: Darkest Dungeon, Xenoraid, Game Dev Story, Volgärr the Viking, Titan Quest




Verstrahlte Bauernhöfe in Darkest Dungeon
Hi und herzlich willkommen zum Start der Switch-Teststrecke. Bleibt am Ball und lasst doch ein kostenloses Abo da (in der rechten Spalte, weiter unten) - nächste Woche folgt bereits die zweite Ausgabe. Lassen wir das Ganze doch mit einem meiner absoluten Lieblingsspiele aus dem Jahr 2018 anrollen, dass mich bis über die Weihnachtsfeiertage an sich gefesselt hat: Darkest Dungeon.

Der Dungeon-Crawler von den Red Hook Studios schickt uns in Ruinen und Labyrinthe, die unterhalb und in der Nähe eines verfallenen Herrenhauses - und seines angrenzenden Dorfes - liegen. Die Situation scheint aussichtslos, während wir am laufenden Band neue Mitglieder rekrutieren und sie via Rundenkämpfe in den Permadeath schicken. Der, von Anfang an zu spürende, heftige Schwierigkeitsgrad lässt jedes erfolgreiche Dungeon-Crawling wie süßen Honig schmecken - während die H.P.Lovecraft-mäßige Atmosphäre von Darkest Dungeon einen immer mehr in den Bann zieht. Nicht nur die sonore Stimme des Sprechers sorgt für Stimmung. Auch die Grafik, die Sounduntermalung und das Design der Gegner samt haarsträubenden Bosskämpfen trägt seinen Teil dazu bei. Nichts für schwache Nerven! Nach und nach erweitern und verbessern wir das umliegende Dorf, investieren unsere Beute in neue Waffen, Rüstungen und nützliche Accessoires. Zusätzlich müssen unsere Helden aufgestauten Stress abbauen, ihren inneren Frieden in Kirche oder im Bordell finden. Krankheiten müssen kuriert und Ticks der individuellen Helden im Sanatorium dezimiert werden. Es gibt so viel zu tun! Selbst, wenn wir nicht gerade auf Beutezug sind. Noch weit mehr, wenn ihr die Handvoll Addons installiert: neue Heldenklassen und Items werden verfügbar, komplett neue Dungeons, inklusive neuer Bossgegner, schalten sich im bereits laufenden Spiel hinzu. Wer von diesem Game nicht genug bekommen sollte, der findet in den DLCs durch die Bank weg zu empfehlendes neues Futter für lange, lange Nächte. Auch wenn das Hauptspiel dadurch noch schwieriger wird. Und zwar relevant.

Darkest Dungeon ist von vorne bis hinten durchdacht, die Spielmechanik dahinter intelligent verzahnt und ist summa summarum einer der besten Dungeon-Crawler, den ich je gespielt habe. Nur das eine oder andere klassische Wizardry oder Etrian Odyssey kann eine ähnliche Sogwirkung vorweisen. Je nach Spieltempo seid ihr mit dem Hauptspiel locker 40 bis 80 Stunden beschäftigt. Inklusive der Erweiterungen wird die Spielzeit mal eben verdoppelt. Jeder RPG-Fan muss sich dieses Dingen einmal anschauen. Unbedingt.

Wertung: 10 / 10

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Riesige Raumschiffe in Xenoraid
Im Weltraum hört dich niemand schreien. Und ballern schon gar nicht. Hab ich gehört. Auch Xenoraid schickt uns einmal mehr in den Kampf gegen eine Invasion der Aliens. Nach dem fertig-gähnen ob dieser Ideenlosigkeit, entpuppt es sich aber als durchaus spaßiges Shoot Em Up.

Die vertikal ablaufende Action kommt mit einer erstaunlich präzisen Steuerung daher, die kaum Wünsche offen lässt - und sogar im Analog-Modus lässt es sich erstaunlich gut durch Asteroidenstürme und Feindeshorden navigieren. Das Spiel versprüht ein paar nostalgische Galaga-Vibes, weil die Gegner von oben herab ein paar Pirouetten drehen, um dann wieder zu verschwinden und anschließend irgendwann wieder aufzutauchen. Die rund 50 Missionen sind dabei  immer ein Stück weit prozedural generiert und unterscheiden sich dezent bei jedem Neustart. Weniger von Gevatter Zufall bestimmt: Die nette (aber letzlich doch eher belanglose) Hintergrundgeschichte folgt einem roten Faden. Im Lauf der Kampagne spielen wir gleich drei Fraktionen, die sich den Aliens entgegenstellen. Im Grunde bietet uns Xenoraid kein richtiges Alleinstellungsmerkmal. Das einzig Erwähnenswerte in dieser Hinsicht ist vielleicht, dass wir im Hangar unsere vier Schiffe nach eigenem Gutdünken upgraden und diese dann auch tatsächlich jederzeit während des Gefechts wechseln können. Dadurch bekommt Xenoraid eine dringend benötigte taktische Tiefe, denn mit den schnellen Gleitern und den schwerfälligen Bombern unterscheiden sich auch, neben der Manövriergeschwindikeit, immer die primären und sekundären Waffensysteme. Zur rechten Zeit sollte man die Schiffe wechseln!

Die rund 50 Missionen der Kampagne beschäftigen uns in etwa drei bis vier Stunden und können gut unterhalten. Bei anhaltendem Interesse bleibt aber immer noch ein launiger Survival-Modus. Xenoraid ist ganz sicher kein Fehlkauf für Freunde von klassisch angehauchten Shoot Em Up-Games.

Wertung: 7 / 10

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Ödes Spiele-Entwickeln in Game Dev Story
Game Dev Story erinnert mit seinem nur rudimentär vorhandenen Anspruch an eines dieser Public Domain-C64-Wisims, an dessen Namen ich mich schon gar nicht mehr erinnern kann. Aber schreiten wir auch nur ein paar Jahre in die Zukunft - in die frühen Neunziger - so würde es schon gegen ein (im Vergleich dazu) relativ abwechslungsreiches Spiel wie den Software Manager nicht anstinken können. Seine lahmen Smartphone-Wurzeln kann Game Dev Story auf der Switch zu keiner Zeit wirklich abschütteln.

Und dabei bietet das Leiten eines Spiele-Studios doch so viel Raum, um hier eine ordentliche Wirtschaftssimulation hinzuzaubern! Hier stellen wir primär nur Personal ein, die in den Kategorien Grafik, Sound, Gameplay und Kreativität möglichst fundiertes Wissen mitbringen. Mit dem anfänglichen Team kreieren wir bloß unterdurchschnittliche Spiele, die sich aber trotzdem gut genug verkaufen. Egal, in welchem Genre wir Software-mäßig wildern. Schnell wird das Personal durch bessere ersetzt (denn der Rubel rollt in Game Dev Story permanent), bis unsere Spielefabrik nach zehn Jahren nur noch gewiefte Hacker und edle Spiele-Designer an den Rechnern beschäftigt, die einen Millionenseller nach dem anderen raushauen. Nebenher schalten wir Werbung, die die Verkäufe noch weiter in die Höhe treiben, leveln unser Personal auf (auf das sie noch besser werden) und denken uns saublöd-unkreative Spiele-Titel aus (die dürfen wir in die virtuelle Tastatur eingeben). Diese endlose Tretmühle der Progression wird lediglich durch zwei Sachen unterbrochen: Einmal im Jahr findet eine Spielemesse statt, auf der wir - je nach Finanzlage - möglichst pompös auftreten. Die hat allerdings nur den gleichen Effekt wie geschaltete Werbung. Und die einmal im Jahr stattfindende Preis-Verleihung zeichnet die Jahres-Besten in verschiedenen Kategorien aus. Das hat den gleichen Effekt wie zusätzliches Geld.

Nach rund drei Stunden Spielzeit wird es schwierig, die Konzentration aufrecht zu erhalten, dermaßen müdet einem dieses simple Game Dev Story an. Optisch möchte es gerne ein Game Dev Tycoon sein, mit seinen aufpoppenden Blasen und dem knuddeligen Pixel-Look. Ist auch okay so. Nur hat es spielerisch dummerweise weniger Gehalt als so manches Knäckebrot - und spielt sich fast schon von alleine. Tut euch selbst den Gefallen und spart euch die zehn Euronen.

Wertung: 3 / 10

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Verzweifelter Kampf in Völgarr The Viking
Diesen knallharten Plattformer hatte ich bereits vor einigen Jahren getestet. Da ihr den Testbericht nach wie vor hier drüben lesen könnt fasse ich mich hier kurz und gehe nur eben auf die Qualität der Switch-Portierung ein. An der ist rein gar nichts zu bemängeln. Klare Sache: Nintendos portable Konsole ist wie geschaffen für solche Action-Games alter Schule. Gerade so bockeschwere Titel genießt man am besten häppchenweise zwischendurch mal. Frustration könnte sich sonst einstellen.

An dem Schwierigkeitsgrad hat sich nämlich nichts getan: Völgarr The Viking fordert einem alles ab, ruft womöglich Skills in euch hervor, von denen ihr vielleicht niemals dachtet, sie zu besitzen. Schon alleine deswegen ist das Spiel nicht jedem zu empfehlen. Wer sich darauf einlassen kann und will, bekommt dafür aber einen richtig guten Arcade-Plattformer, der nicht von ungefähr an das alte Rastan erinnert. Hundsgemein, aber gut.

Wertung: 7 / 10

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Looten und Leveln in Titan Quest
Hui, das ist mal alt! #AlmostRetro! Als Titan Quest 2006 erstmals für den PC erschien, übte sich die Fachpresse in ziemlicher Begeisterung. Auch wenn es sich hierbei im Grunde nur um die altbewährte Diablo-Formel in einem frischen Setting handelte. Das zu erkundende Griechenland bietet hier eine Menge Monster, Fabelwesen und sogar Götter aus der Antike, um zu Looten und zu Leveln, bis die Switch qualmt. Ein Durchgang durch Griechenland, Asien und Ägypten beschäftig uns locker 40 bis 50 Stunden. Und danach ist noch lange nicht Schluss - wenn ihr denn wollt - und im New Game Plus warten neue Bosse und ein angezogener Schwierigkeitsgrad. Das grandiose Klassensystem erlaubt diverse Kombinationen, um seinen Charakter zu individualisieren und ist das heimliche Highlight dieses Action-Rollenspiels.

In den letzten Monaten ist Titan Quest, dank zahlreicher Patches, auf der Switch mittlerweile eine richtig runde Sache geworden. Das war anfangs nicht immer so. Neben häufigen Abstürzen verschwanden auch mal wichtige Quest-Items aus dem Inventar. Mittlerweile wurde aber ordentlich daran rumgedoktort, sodass Titan Quest eine ernstzunehmende Alternative ist, wenn man nicht bereit ist 60 Euronen für ein Diablo III auf der Nintendo Switch auszugeben. Die Steuerung ist nach wie vor fummelig und benötigt ein wenig Einarbeitungszeit. Viel mehr gibt es aber nicht zu beanstanden. Außer natürlich der Tatsache, dass dieses Spiel schon ein wenig oldschool wirkt, und die Komfortzone anno 2006 noch nicht so ... gemütlich war. Das Inventar-Managment geht nicht leicht, locker und flockig von der Hand. Und vielleicht ist die Tatsache noch zu beanstanden, dass 40 Euro für ein 13 Jahre altes Spiel doch schon sehr nahe an der Unverschämtheit kratzt. Ansonsten macht das mobile Titan Quest aber verdammt viel Laune, läuft super-flüssig und hat diese enorme Suchtspirale, die ein richtig guter Diablo-Klon haben sollte.

Wertung: 8 / 10

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Samstag, 5. Januar 2019

Was kommt? Was geht? Die Zukunft dieses kleinen Blogs

Frohes Neues Jahr!

Wie ihr sicherlich schon bemerkt habt, fehlt mir im Moment ein wenig die Zeit, um diesen Blog hier anständig mit Inhalt zu füllen. Aber behaltet trotzdem euer Abo. Kost' ja nix, hömma. Oder schaut doch wenigstens ab und an mal vorbei, um zu sehen, was sich hier so getan hat.

Was dieses Jahr auf jeden Fall noch starten wird:

Im Januar oder Februar gibt es quasi "5 Jahre danach" die Top 5 der heißesten Spieleredakteure Deutschlands 2019.

Der Switch-Check startet irgendwann im ersten Quartal 2019. Wie schon beim 3DS-Check gibt es dort ein buntes Test-Potpourri aus AAA, Mid-Price und Indie-Titeln. Gewohnt kritisch und unabhängig legen wir dann mit Spielen wie Titan Quest, Darkest Dungeon oder auch dem Amiga-Klassiker Flashback los (da gab's vor kurzem eine 25th-Anniversary-Edition von).

Ob es die nächsten Tage noch die Retrogaming Highlights 2018 geben wird, weiß ich indes noch gar nicht. Ich bin gerade am checken, was ich so alles an Klassikern das vergangene Jahr über gespielt habe. Ob das für mindestens eine Top 5 reicht, wird sich erst noch zeigen müssen. (einen Nachtrag findet ihr hier)


Bis bald und schaut doch mal wieder vorbei,
Sarah K.

Samstag, 2. Juni 2018

3DS-Review: Bloodstained - Simon Belmonts neues Lieblingsspiel

Titel: Bloodstained: Curse Of The Moon
Genre: Plattformer
Hersteller: Inti Creates
eShop-Link
Preis: 9,99 Euro




Das via Kickstarter finanzierte Bloodstained bekommt vorab - noch vor dem Release des eigentlichen Spiels - ein lupenreines, NES-mäßiges Quasi-Prequel. Und es ist erstaunlich gut geworden!

Zwei Fakten lassen hier noch vor Spielbeginn aufhorchen. Zum einen ist niemand geringeres als Koji Igarashi in der Entwicklung von Bloodstained involviert. Der Japaner war zwischen 1993 und 2010 an diversen hochklassigen Castlevania-Spielen beteiligt. Und zum anderen: die Entwickler von Inti Creates haben sich ihren guten Ruf als Indie-Entwickler hart erarbeitet, und zum Beispiel mit dem hervorragenden Blaster Master Zero (hatte ich hier drüben getestet) bewiesen, dass sie ihr Handwerk verstehen. Also beste Voraussetzungen für einen zünftig-oldschooligen Castlevania-Klon.

Und genau das ist es, was Bloodstained in rund drei bis vier Stunden Spielzeit zelebriert. In acht großen Stages springen und kämpfen wir uns durch gut designte Welten, vermöbeln allerlei Dämonen und Fabelwesen - die nicht durch Zufall an die einen oder anderen Gegner aus den Castlevania-Spielen erinnern - und stocken unseren Vorrat an Extrawaffen auf, indem wir Laternen ausknipsen. Nach den ersten drei Endgegnern gesellt sich jeweils ein neuer Protagonist hinzu, sodass wir schon nach kurzer Zeit auf ein Quartett zurückgreifen können. Ab diesem Zeitpunkt bekommt das Spiel seine dringend benötigte Eigenständigkeit, denn wir dürfen jederzeit zwischen diesen Charakteren wechseln, um mit den unterschiedlichsten Situationen fertig zu werden. Neben variantenreichen Nahkampfangriffen (die für Castlevania urtypische Peitsche ist natürlich auch mit dabei, nebst Schwert, Knüppel und einem Zauber des Alucard-mäßigen Vampir-Protagonisten) sind diese spielbaren Charaktere nicht nur im Hau-Drauf-Modus individuell, sondern sind ebenfalls dezent-unterschiedlich robust  (Lebensenergie) und agil (Geschwindigkeit) - und sie unterscheiden sich deutlich bei den verfügbaren Extrawaffen. Schutzschilder, diagonal nach oben fliegende Wurfmesser, vertikale Angriffszauber: sogar eine Transformation in eine Fledermaus hat es ins Spiel geschafft und eröffnet zusätzliche Wege. Gerade diese Abzweigungen, die die Levelarchitektur von Bloodstained bietet, hält das Spiel auch bei einem zweiten und dritten Durchlauf interessant. Zwar artet es nicht in Metroidvania-mäßigen Backtracking aus - aber immerhin: mehrere Wege führen zum Ziel. Bloodstained möchte aber zu keiner Zeit ein Symphony Of The Night sein, sondern orientiert sich nostalgisch und total konservativ an die linearen Castlevania-Teile.

In der normalen Schwierigkeitsstufe ist Bloodstained zum Finale hin ein ernstzunehmender Trial & Error-Parcours, der euch verdammt fordern wird. Dazu trägt natürlich auch die Tatsache bei, dass sich das Spiel der Tradition verpflichtet fühlt, euren Charakter nach einem Treffer nach hinten schleudern zu lassen - auch mal in einen möglichen Abgrund. Auch die interessanten Bossgegner haben bei ihrem Ableben häufig noch einen richtig fiesen Abgang, einen allerletzten Angriff, den sie plötzlich einleiten, der einen Energie - und somit den Spielfortschritt und das gesamte Nervenkostüm - kosten kann. Es gibt aber einen zuschaltbaren Casual-Mode, der die Schwierigkeit in weitaus lockere Bahnen lenkt. Da macht die Spielfigur dann auch keinen "hopser" nach hinten mehr, sollte sie einen Treffer einstecken müssen. Für die optimale Retrogaming-Spielerfahrung ist dieser vereinfachte Modus aber nicht wirklich empfehlenswert - sondern sollte nur im absoluten Notfall genommen werden. Gönnt euch ruhig die Herausforderung.

FAZIT:

Klar, Bloodstained will - mit seiner künstlich reduzierten Farbpalette - "auf Teufel komm Raus" nach einem NES-Spiel aussehen. Ein paar mehr Animationen und Farben hätte ich mir aber trotzdem gewünscht. Und ob die eingestreuten Slowdowns (und das Sprite-Geflackere) nur wegen der Authentizität eingebaut wurden, oder ob hier programmiertechnisch auf dem 3DS ein klein wenig geschlampt wurde: da bin ich mir auch nicht sicher. Die gute Chipmucke entschädigt aber für vieles. Wie auch das Gameplay an sich: für Fans der Castlevania-Reihe vergehen die Stunden mit Bloodstained wie im Flug. Es fühlt sich definitiv an, wie nach Hause zu kommen.

Wertung: 8 / 10

Trailer:

Montag, 7. Mai 2018

3DS-Review: Witch & Hero III - Die Hexe ist wieder stoned

Titel: Witch & Hero III
Genre: Geschicklichkeit / Tower-Defense
Hersteller: Circle
eShop-Link
Preis: 3,99 Euro




Auch im dritten Ableger der Witch & Hero-Reihe bleibt alles beim alten. Neuerungen im Detail gibt es aber dennoch - und sie sind auch dringend nötig, um die Reihe auf die nächsthöhere Ebene zu hieven.

Gewusel ohne Ende in Witch & Hero III
Wie bereits im ersten Teil (getestet hatte ich es hier drüben) stehen die beiden erwachsenen Protagonisten im Fokus, diesmal begleitet von dem Nachwuchs-Helden aus Witch & Hero II (hatte ich hier drüben vorgestellt). Das Trio ist diesmal in satten vierzig Stages auf der Suche nach der entführten Nachwuchs-Hexe. Klingt im ersten Moment viel, ergibt aber in der Summe gerade mal eine Spielzeit von rund drei bis vier Stunden. Schon traurig, wie irgendjemand von den Vieren immer in Schwierigkeiten gerät und wir es auslöffeln dürfen. Allerdings kommt dabei auch ein ziemlich kurzweiliges Geschicklichkeits-Spielchen zustande, dass durch seine Tower-Defense-Anleihen auch durchaus Genre-Fans ansprechen dürfte. Wir verteidigen - die zu Stein gewordenen Hexe - in der Mitte des Bildschirms von der anrückenden, pixeligen Feindesschar, indem wir mit dem kleinen und großen Helden einfach in die Gegner reinlaufen. Auf die gleiche Art und Weise sammeln wir auftauchende Währung und Blut auf, damit nach Levelende ordentlich in Upgrades investiert werden kann. Das Blut wiederum kommt der versteinerten Hexe zugute, die damit kurzzeitig zum Leben erweckt wird, um ihre destruktiven Feuerbälle und Tornados auf die Feinde zu ballern.

Eine ordentliche Portion Multitaskingfähigkeit ist hier Voraussetzung, wenn wir beide Helden gleichzeitig steuern wollen, und so ganz nebenbei noch die Angriffe der Hexe in die richtige Bahn lenken. In Witch & Hero III kann allerdings auch zum ersten Mal die CPU den Mini-Helden übernehmen. Das macht sie sogar recht gut. Eine weitere kleine Neuerung gegenüber den Vorgängern: erstmals müssen wir auch mit Hindernissen auf dem Terrain fertig werden. Das schließt sogar eine heikle Rutschpartie in eisigen Levels mit ein. Viel mehr Neues bietet der dritte Teil allerdings nicht - wer eines der ersten beiden Spiele bereits gespielt hat, der kommt hier ad hoc klar.

FAZIT:

Dem Spiel fehlt es immer noch an Abwechslung - aber für die halbe Stunde zwischendurch funktioniert es außergewöhnlich gut und macht Laune. Die Chipmucke ist einmal mehr herzallerliebst und auch die Grafik hat ihren gewohnten Charme. Durch die kleinen Neuerungen und dem bisher größten Spielumfang ist Witch & Hero III definitv der bisher beste Teil der Reihe.

Wertung: 6 / 10

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Dienstag, 1. Mai 2018

3DS-Review: SteamWorld Dig 2 - Dorothy gräbt sich durch

Titel: SteamWorld Dig 2
Genre: Plattformer
Hersteller: Image & Form Games
eShop-Link
Preis: 19,99 Euro




Nachdem der erste Teil von SteamWorld Dig zwar alles in allem gut war, mich aber nicht so wirklich zu Begeisterungsstürmen hinreißen lies (getestet hatte ich es hier drüben), war es spannend zu verfolgen, inwiefern Teil 2 die definitive Luft nach oben ausnutzt. Dass das zweite Abenteuer in der grafisch stimmungsvollen Steampunk-Welt dabei überhaupt noch für den 3DS erscheint, kommt in trauriger Weise schon einem kleinen Wunder gleich. Denn während sämtliche Plattformen (von PC bis Konsolen) bereits bedient wurden, war es bis wenige Wochen vor Veröffentlichung völlig unklar, ob Image & Form Games den 3DS mit einer Portierung überhaupt beglücken würden. Trotz guter Kritiken allerorts.

SteamWorld Dig 2
Dabei funktioniert dieser Plattformer gerade auf dem Handheld hervorragend. Wir buddeln uns mit der Roboter-Lady Dorothy - auf der Suche nach dem vermissten Protagonisten des ersten Spiels - durch ein weitverzweigtes Erdreich und gebrauchen Spitzhacke und Bohrer, um Edelsteine und Diamanten zu sammeln. Die verschachern wir an der Oberfläche gegen Bares und investieren wiederum in reichlich Upgrades. Die machen nicht nur unseren Rucksack fetter (und erhöhen somit die Traglast), sondern auch die Ausgrabungswerkzeuge können vielstufig verbessert, oder völlig neue angeschafft werden. Zu guter Letzt warten neben vielen weiteren nützlichen Sachen auch spezielle freischaltbare Fertigkeiten, die Dorothy robuster, schneller und sogar durch die Luft befördern können. Selbst nach den zehn bis fünfzehn Spielstunden, die Steamworld Dig 2 bis zu seinem Abspann benötigt, werdet ihr noch heißhungrig auf nicht ganz vollzogene Perks schielen. Und immer wieder abseits eures Weges nach wertvollem Klunker suchen. Das macht süchtig!

Auch wenn von einigen Reviews dem Spiel ein Metroidvania-mäßiges Gameplay bescheinigt wurde: lasst euch nicht falsch bequatschen. Denn nur nach dem durchspielen weiß man: Es gibt gerade einmal zwei Stellen im gesamten Spiel, die ein wenig Backtracking erfordern, und in denen plötzlich Items einen Zugang zu einem bereits besuchten Ort ermöglichen, der vorher nicht passierbar war. Also kaum der Rede wert, und keinem echten Metroid-mäßigen Spiel auch nur im Ansatz ebenbürtig. Steamworld Dig 2 setzt vielmehr auf handgemachte, nahezu linear zu besuchende Abschnitte im Spiel, die die Story vorantreiben. Nur alternativ kann man sich der hemmungslosen Ausgrabung nach wertvollen Glitzersteinchen hingeben oder kleinere Rätsel-Höhlen besuchen. Dank Automap und ausreichenden Hinweisen kommen wir hier aber nie in Verlegenheit, nicht zu wissen, wo wir denn nun als nächstes hinmüssen. Die zufallsgenerierten Stages aus dem ersten Teil sind hier wunderbar designten Abschnitten gewichen, die mit Köpfchen und Geschick zu meistern sind. Das allein - diese permanent durchschimmernde Liebe zum Detail in Sachen Spieldesign - macht den Nachfolger schon um einiges besser. Die Dialoge sind witzig, die Steuerung ist wie gewohnt präzise. Sogar die stimmungsvolle Musik und die bunte Grafik sind über jeden Zweifel erhaben.

FAZIT:

Fans des Vorgängers kommen gar nicht drumherum, sich auch den Nachfolger zu holen. In allen Bereichen wird hier eine Schippe draufgelegt, sodass ich nach knappen fünzehn Spielstunden dann doch leise seufzend "Wie? Schon zu Ende?" murmelte. Das offene Ende legt allerdings offen: es wird noch einen dritten Teil geben. Und Steamworld Dig wird dann hoffentlich als Indie-Trilogie in die Geschichte eingehen, dass sich kontinuierlich verbessert hat. Von dem "netten" ersten Teil hin zu einem berauschenden Nachfolger bis hin zum dann hoffentlich epochalen Finale. Schauen wir mal. Bis dahin sei jedem SteamWorld Dig 2 ans Herz gelegt, der etwas mit Plattformern anfangen kann, von (allesamt lösbaren) Rätseleinlagen nicht überfordert werden will und schon anno dazumal Boulder Dash echt genial fand. Ein Pflichtkauf für jeden 3DS-Besitzer.

Wertung: 9 / 10

Trailer:

Samstag, 6. Januar 2018

Retrogaming-Highlights (und die Enttäuschungen) 2017

Auf Wiederschüss, 2017! Und? Wie war's? Spiele-technisch liegt ein großartiges Jahr hinter uns, oder nicht? Einmal mehr sind überproportional viele spielenswerte Sachen veröffentlicht worden ... mehr, als man das ganze Jahr überhaupt daddeln könnte. Da sind garantiert die einen oder anderen Games dabei, die erst viele, viele Jahre später mal angegangen werden - und dann vielleicht selbst schon der Gattung "Vintage" angehören. 2017 war aber auch das Jahr für mich, in dem ich erstaunlich viele alte Sachen hervorgekramt habe. Da muss so manches nagelneue Spiele eben hintenanstehen, wenn eine  spannende Geschichtsstunde beginnt. Im Gegensatz zu den letzten Jahren gibt es dieses Mal gleich eine Top 10 der besten alten Spiele. Während ich mich bei dem heraussuchen der Flop 4 schon ein wenig schwer tat. Viele grottig-schlechte Sachen waren halt einfach nicht dabei. Da in dieser Liste jährlich immer nur Spiele auftauchen, die ich vorher noch gar nicht kannte (oder zumindest nicht lange genug gespielt habe, um mir da eine fundierte Meinung drüber zu bilden) ist die Auswahl jedes Mal beschränkt. Mit Platz 4 in der Flop-Liste kann ich mich zum Beispiel selbst kaum abfinden. Das Teil ist viel zu gut, um dort zu landen! Aber hier geht's schließlich auch um Enttäuschungen. Um Erwartungshaltungen, die nicht erfüllt wurden.

Wie immer findet ihr an dieser Stelle, unter dem Spiele-Titel verborgen, einen Link zur grandiosen Seite Kultboy Dot Com, wo ihr neben weiteren Infos und eingescannten Testberichten zu den Games, auch immer lesenswerte Kommentare erspähen könnt. Da ich mich dort bei vielen der genannten Titel schon ausgiebig ausgelassen habe, fasse ich mich mit meinem jeweiligen Spiele-Fazit hier und heuer kurz. Ein Klick lohnt sich also, wenn ihr noch viel mehr über das Spiel erfahren wollt.

2018 will ich unbedingt noch einmal in The Legend Of Zelda - A Link To The Past versinken. Mein letztes durchspielen reicht bis in die neunziger Jahre zurück - und, dass wisst ihr wahrscheinlich selbst, nach so vielen Jahren fühlen sich selbst alte, bekannte Sachen frisch und Neu an, weil man viele Dialoge/Quests/Dungeons/Szenen nach so langer Zeit bereits wieder vergessen hat. Oder sich höchstenfalls noch vage daran erinnert, wenn sie auf dem Bildschirm aufploppen. Fest eingeplant ist auch Demon's Crest (Das ist quasi Gargoyle's Quest III). Das werde ich wohl nicht mit gedrosselten Erwartungshaltungen angehen können, denn der erste Teil der Serie ist tief verwurzelt mit meiner Jugend. Aber ich werd' mich dem trotzdem stellen - und auf das Beste hoffen. Ansonsten: ich lasse mich 2018 genau wie das vergangene Jahr einfach mal überraschen, was so meinen Weg kreuzt.

Auch euch wünsche ich viel Spaß mit dem alten, charmanten Kram, den ihr anno 2018 so wiederentdecken wollt. Enjoy! <3



Aufbau: Platzierung / Titel + Link des Spiels / auf welchem System gespielt / Kommentar



Flop 4:



(4.) Gargoyle's Quest II - System: NES

Bei einem guten Spiel wie Gargoyle's Quest II von einem Flop zu sprechen ist schon SEHR gewagt. Das hab ich auch bei meinem Spiele-Tagebuch auf Kultboy versucht zu erklären, dass es hier allein um eine viel zu hohe Erwartungshaltung ging, die ich mit dem Titel verknüpft hatte. Capcom bieten hier wenig Neues, recyceln mir ein wenig zu sehr. Gut ist es am Ende doch.  Und gehört trotzdem für mich auf Platz 4 meiner diesjährigen Flops. Verrückte Welt. :P


(3.) Altered Beast - System: Sega Mega Drive

Altered Beast gehörte für mich schon zu Amiga-Zeiten zu den Gurken. 2017 wagte ich mich endlich mal an die ursprüngliche Mega Drive-Version und ... es ist immer noch Käse! Mut wird halt doch nicht immer belohnt. Vielleicht sieht es auf der Sega-Konsole ein wenig besser aus - vielleicht klingt es auch ein wenig besser. Geschmackssache. Spielerisch ist es aber immer noch ziemlicher Mumpitz.





(2.) Galaxy Force II - System: Arcade

Was für ein Grafikblender! Nein, wirklich. Für ein 1988er-Titel sieht es exzellent aus. Der 3D-Effekt kommt selbst heute noch verdammt gut rüber. Aber das Spiel hat ungefähr so viel Substanz wie jede Moorhuhn-Ballerei - und ich musste mich schon zwanghaft wachhalten, um das Ende vom Spiel zu sehen.







(1.) Maze Walker - System: Sega Master System

Zzzzz...

















Top 10:



(10.) Gunstar Heroes - System: SNES

Wurde auch Zeit, dass ich dieses viel gelobte Run 'n Gun endlich einmal nachhole. Enttäuscht wurde ich nicht: es feuert aus allen Rohren, bietet ein audiovisuell stimmiges drumherum und macht (wenigstens für ein paar Stündchen) ordentlich Laune.









(9.) Kirby's Block Ball - System: Game Boy

Für einen ordentlich gemachten Arkanoid/Breakout-Klon bin ich immer zu haben. Erstaunlicherweise stolpere ich gerade auf dem Game Boy über einen echt spaßigen Vertreter, der mich viele Tage lang nicht mehr loslässt. Sagenhaft simpel - aber auch sagenhaft gut. Hal Laboratories haben es einfach drauf.









(8.) Streets Of Rage II - System: Sega Mega Drive

Klar, Änderungen gegenüber dem Vorgänger gibt es hier nur im Detail. Aber das ändert ja nichts an der Tatsache, dass sich Streets Of Rage II einfach gut spielt. Ich hatte jedenfalls ordentlich viel Spaß damit, Mr.X eins auf die Mütze zu geben. Irgendwann werde ich auch mal den dritten Teil angehen. Bis dahin bleibt das zweite Streets Of Rage die dezent bessere Alternative zum Vorgänger. Aber, hey: egal, welches von beiden man angeht: Langeweile kommt da nicht auf.




(7.) Puyo Puyo 2 - System: Arcade

Der Link unter dem Titel führt euch nach Sega's Columns, da diese Retrogaming-Seite namens Kultboy Puyo Puyo 2 überhaupt nicht in der Datenbank führt. Aber, nun ja, ich hätte auch genau so gut Dr.Mario nehmen können. Falls ihr eines der Spiele kennen solltet, dann kennt ihr auch das schwierig auszusprechende Puyo Puyo 2. Bis auf den interessanten Fakt, dass ihr in diesem Automatenspiel gegen schlau agierende Computergegner antretet, bleibt spielerisch alles altbekannt. Aber auch hier total süchtig machend!




(6.) Power Drift - System: Arcade

Höllisch schwierig - aber auch höllisch geil. Power Drift ist in der Automaten-Version fast schon ein anderes Spiel. Und zwar ein viel besseres als noch die C64-Version von anno damals. Der 3D-Effekt kommt tatsächlich auch noch Jahrzehnte später verdammt gut rüber. Und in welchem alten Spiel kann man denn schon mit Irokesen-Fetischist Harald Fränkel am Steuer sitzen? Eben. Genial.









(5.) Fantasy Zone II - System: Sega Master System

Mein Ballergame des Jahres ist an zuckersüßer Niedlichkeit kaum zu überbieten. Da kann man spontan Karies von bekommen! Aber spielerisch ist dieser Mix aus Defender und Nemesis mit seinen verwirrenden Warp-Toren ein richtiggehend süchtig machendes, kleines Juwel. Hätte ich wirklich nicht erwartet...









(4.) Blaster Master (Zero) - System: 3DS

Das Spiel nimmt hier eine totale Sonderstellung ein. Obwohl es ursprünglich 1991 das Licht der Welt erblickt, lernen es viele Spieler erst 2017 kennen, als es unter dem Namen Blaster Master Zero auf 3DS und Switch neu veröffentlicht wird. Ich ebenfalls - und bin ganz schön hin und weg. Diesen Action-Plattformer werde ich sicher noch lange im Gedächtnis behalten, so gut war er. Eine Besprechung zu dem Titel hatte ich hier drüben hinterlassen. Ein pixeliger Hochgenuss.






(3.) Dragon Quest VIII - System: 3DS

Dragon Quest 8 erschien 2004 in Japan. Und ist somit nur mit einem zugedrückten Auge in meinen Retrogaming-Highlights vertreten. Aber 13 Jahre ist ja immerhin auch ein ordentlicher Batzen an vergangen Tagen. DQ 8 ist ein verdammtes Epos, dass jeder Rollenspiel-Liebhaber gespielt haben muss. Natürlich lässt sich darüber streiten, ob es unter den (mittlerweile) zehn Spielen das Beste ist. Aber das wäre ein Streit, der nicht in Blutvergießen ausarten würde.






(2.) Breath of Fire II - System: SNES

Nachdem mich der erste Teil so derbe enttäuscht hat, hatte ich wenig Erwartungen an Teil 2. Aber Capcom sollten mich eines besseren belehren, und zaubern mit BOF2 einen intensiven JRPG-Trip aus dem Hut. Hier stimmt fast alles - man muss schon ein wenig mit der Lupe suchen, um hier ein paar Spielspaß-Schnitzer zu finden. Es wirkt ausgewogen und durchdacht. Und im Direktvergleich mit Teil 1 hat man an den richtigen Schrauben gedreht.





(1.) Earthbound - System: SNES

Kein altes Spiel hat mich 2017 mehr fasziniert und gefesselt als dieses kindlich wirkende Earthbound. Dass ich aus genau diesem Grund bisher ignoriert hatte. Die Dialoge und der Humor sind großartig, die Kämpfe packend - und wie das Spiel mit allen möglichen JRPG-Traditionen und Konventionen bricht (und sie auf die Schippe nimmt), ist einfach nicht von diesem Planeten. Ein ganz außergewöhnliches Spiel!








Noch mehr Highlights findet ihr hier (bin dort als "SaRaHk" vertreten): http://www.gamersglobal.de/text-gallery/139581/community-projekt-teil-34-user-highlights-des-spielejahres-2017-galerie

Auch die Enttäuschungen dürfen natürlich nicht fehlen: http://www.gamersglobal.de/text-gallery/139514/community-projekt-teil-24-user-enttaeuschungen-des-spielejahres-2017-galerie