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Dienstag, 3. Januar 2017

Retrogaming-Highlights (und der Dreck unter den Fingernägeln) 2016

Schööö, 2016! Es wird mal wieder Zeit, die vergangenen 12 Monate - in Sachen alte Spiele - kurz Revue passieren zu lassen. Auf brandneue Spiele und das Geschehen in der Szene will ich da gar nicht weiter eingehen, denn vieles war einfach nur nervig.

Sei es nun deswegen, weil Kunst nicht anerkannt wird und ein Spiel stattdessen stumpf und ohne Leidenschaft auf sein technisches Gerüst heruntergebrochen und auf seine spielerischen Defizite viel zu sehr reduziert wird. Begleitet von einem nüchtern-lieblosen Blick, den ich beim Spielen hoffentlich niemals erreichen werde. Aber da ich was von Freundschaft und Tieren verstehe, konnte mir das bei The Last Guardian nicht passieren. Es blieb am Ende das einzigste Spiel 2016, dessen Finale mich wortwörtlich zu Tränen gerührt hat.

Oder dieses nervige Monetarisierungs-Konzept bei den Spiele-Podcasts. Endlich ist auch ein beschissenes quasi-Free2Play im Audio-Sektor angekommen, wurde (und wird) mit ordentlich Dollarzeichen in den Augen schamlos konvertiert. Da wird die Hörerschaft rücksichtslos in "Premium" und "Schmarotzer, die nix zahlen" gespalten. Witzigerweise von manchen Leuten, die selbst vehement gegen so etwas wie die Monetarisierungs-Monster einiger "Free2Play"-Titel sind. Nun, das nennt man dann wohl Doppelmoral, Freunde. Aber: Macht nix! Zum Glück gibt es die Verfechter einer "sharing community" nach wie vor, die nicht bettelnd um die imaginären Häuser ziehen, sondern einfach nur kostenlos Content raushauen.

Früher war doch sowieso alles ... anders. Obwohl ich 2016 verhältnismäßig wenig alte Spiele gedaddelt habe, komme ich dieses Jahr trotzdem auf meine letztjährige Top- und Flop-5. Wie immer findet ihr an dieser Stelle, unter dem Spiele-Titel verborgen, einen Link zur grandiosen Seite Kultboy Dot Com, wo ihr neben weiteren Infos und Testberichten zu den Games auch immer lesenswerte Kommentare erspähen könnt. Da ich mich dort bei vielen der genannten Titel schon ausgiebig ausgelassen habe, fasse ich mich mit meinem Fazit hier und heuer kurz. Ansonsten: die Leidenschaft für alte Spiele ist ungebrochen und neben Breath Of Fire II stehen noch so einige Uralt-Spiele für dieses Jahr auf meinem digitalen Speiseplan. Welche das aber genau sein werden ... weiß ich selbst noch nicht.  :)

Ich wünsche euch ein spaßig-nostalgisches Retrospiele-Jahr 2017 <3



Aufbau: Platzierung / Titel + Link des Spiels / auf welchem System gespielt / Kommentar


Flop 5:



(5.) Knight Quest - System: GameBoy

Die Erwartungshaltung vor diesem Rollenspiel war ziemlich hoch. Taito sind schließlich keine Unbekannten! Aber was sie dort rausgehauen haben, ist ein erstaunlich langweiliges RPG mit total unspektakulären Kämpfen und einer müden Story. Schade.













(4.) Under Pressure - System: Amiga

Diesem Spiel habe ich 2016 eine zweite Chance gegeben, nachdem ich es zuletzt gespielt hatte, als noch der gute alte Amiga 500 auf dem Schreibtisch meines Kinderzimmers protzte. Es wäre nicht der erste Titel gewesen, bei dem mich meine Erinnerung täuscht. Hier allerdings hatte ich nicht das Glück. Under Pressure ist ziemlicher Murks.  Kein Wunder, dass es damals ziemlich schnell wieder zu Leerdisketten degradiert wurde.








(3.) Jetstrike - System: Amiga

Und noch ein Spiel, dass ich bereits kannte (und überhaupt nicht mochte). Die positiven Kommentare auf Kultboy und auch eine nett gemeinte Beschreibung in der Retro Gamer brachten mich dazu, es mir nochmals anzuschauen. Vielleicht hatte ich ja was übersehen? Hatte ich das Spiel einfach nicht verstanden? Nein. Das ist einfach nur Quark. Blöde Steuerung, total unübersichtlich, nervige Musik. Bäh!






(2.) Dragon's Lair - System: NES

Ich mag Ritter Dirk. Deswegen passiert es andauernd, dass ich mir ältere Konvertierungen von ihm anschaue. Obwohl ich eigentlich wenig Hoffnung besitze, dass mir nochmal ein gutes Dragon's Lair-Spiel über den Weg läuft (es gibt tatsächlich ein brauchbares auf dem PC, neueren Datums): andauernd grabe ich Don Bluth's Helden-Epos auf Uralt-Systemen aus. 2016 stand das NES-Dragon's Lair an. Einfach. Nur. Zum. Davonlaufen!









(1.) Dark Castle - System: Sega Mega Drive

Dieses alberne, schlecht zu steuernde Machwerk verdient eigentlich keine weitere Beschreibung. Jeder Anschlag ist verschwendete Zeit. Erst im Dezember 2016 gespielt, hat es sich prompt an die Spitze meiner Flop 5 festgesetzt.














Top 5:



(5.) Dragon Quest VII - System: Nintendo 3DS

Ich war erst am überlegen, ob Dragon Quest 7 hier überhaupt reingehört. Aber ja: es ist schließlich schon satte 16 Jahre alt! Das 3DS-Remake ist gelungen. Auch wenn das Spiel so einige Längen hat - und es im DQ-Universum zu den eher schlechteren gehört - hatte ich wochenlang Spaß damit.







(4.) Donkey Kong Land 2 - System: GameBoy

Nachdem mich das allererste Donkey Kong Land schon ziemlich begeistert hatte, stand natürlich auch noch der Nachfolger auf dem Programm. Obwohl die Donkey Kong Country-Spiele (SNES) jederzeit vorzuziehen sind, zolle ich den spaßigen DC Land-Spielen hiermit Respekt. Erstaunlich, was Rare da alles aus der antiken GameBoy-Hardware herausgekitzelt haben. Zudem ist das Spiel sehr umfangreich und hat mich mehrere Tage extrem bei Laune gehalten.







(3.) Super Ghouls 'n Ghosts - System: Nintendo 3DS (Virtual Console)

Super Ghouls n' Ghosts hatte ich anno 2016 wieder zu schätzen gelernt. Und auch endlich mal durchgespielt! Je mehr Jahre ins Land ziehen, desto sympathischer wird mir das grandiose Leveldesign, die gute Grafik und der stimmungsvolle Sound. Hart ist halt doch manchmal geil!







(2.) Front Mission - System: Super NES

Ungefähr zehn Jahre, nachdem ich Front Mission für mich entdeckt hatte, ist aus einem "nur mal kurz zehn Minuten reinschauen" ein wochenlanger Spiele-Marathon geworden. Und es hat wieder genauso viel Spaß gemacht! Könnte gut sein, dass ich es in zehn bis fünfzehn Jahren erneut spiele und dann wieder in Begeisterung verfalle. Wer weiß!? Ein echter Geheimtipp für Rundentaktik-Freunde.








(1.) Legend Of Zelda - Ocarina Of Time - System: Nintendo 3DS

Dieses Remake auf dem 3DS war wie für mich geschaffen, da ich damals die N64-Version nicht gespielt hatte. Die anfänglichen Zweifel, ob ein Zelda in 3D denn überhaupt funktionieren würde, wurden ganz schnell weggefegt. Und wie es das kann! Was für ein charmantes Abenteuer! Was für ein Meisterwerk!




Kommentare :

Solus hat gesagt…

Na, dafür dass Du so die Free2Playisierung der Spielepodcasts (den Vergleich finde ich übrigens sehr treffend) kritisierst, ist Dein Kommentar zum letzten freien Spieleveteranen-Cast aber noch erstaunlich nett ausgefallen. Wenn ich mir den Umfang der aktuellen Bezahl-Folge anschaue, und dass da doch plötzlich wieder ein weiterer Veteran dabei ist, darf man inzwischen wahrscheinlich schon auch zu nonchalanter Kritik übergehen. Vor allem wenn andere Podcasts wie StayForever zeigen, dass sowas auch sehr viel fairer und ehrlicher vonstattengehen kann...

SarahKreuz hat gesagt…

Hi Solus. Ja, ich bin kein Fan von diesem Konzept. Aber das bedeutet ja nicht, dass man einzelne (gelungene) Folgen nun per se schlecht finden sollte. #87 vom Spieleveteranen-Podcast fand ich gelungen. Den gerader aktuellen #89 eher gar nicht. Bei beiden hatte ich aber dementsprechende Kommentare auf GamersGlobal hinterlassen.

Dadurch, dass ich nur alle zwei Folgen den Veteranenpodcast hören darf, fühle ich mich schon ausgeschlossen. Bei Stay Forever ist es wirklich geschickter gelöst worden. Dort ist der Bonus-Content für "Spender" (hüstel?) sehr speziell und - für mich persönlich - verzichtbar. Die regulären Folgen gibt es nach wie vor und bekommen durch die "Patreon-Kunden" nun sogar einen größeren Output (alle drei Wochen). Alles gut. Für beide Seiten. :)

Solus hat gesagt…

Das finde ich bei den Veteranen auch so schade. Nachdem nun im neuen Cast schon wieder ein dritter "Veteran" anwesend war, muss man doch langsam davon ausgehen, dass die Begründung "Wir ändern das Format, weil es nicht mehr möglich ist, jeden Monat mehrere Leute zu versammeln." vorgeschoben war. Es ist wohl eher nur schwierig, einen Podcast noch kommerzieller auszurichten, ohne dass die nicht-finanziell beteiligten Kollegen weiterhin regelmäßig mitmachen wollen. Den Veteranencast in Ruhe lassen und stattdessen ein eigenes Bezahl-Projekt aufzubauen, wäre da sicherlich die bessere Wahl gewesen.

Naja, für mich sind die beiden im Duo auf jeden Fall etwas zu trocken; vielleicht ja weil Jörg Langer zu monologlastig redet, aber natürlich, wenn sie einen Spieldesigner im Interview haben, dessen Spiele ich schon zu Amiga-Zeiten gespielt habe, dann werde ich mir das auch weiterhin anhören - und erst bei der nächsten Ausgabe wieder einen nörgeligen Kommentar hinterlassen... :)