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Freitag, 8. Januar 2016

DSiWare-Games im Test (Teil:1)



Der Nintendo DS ist "still hot" - und wird es wahrscheinlich auch immer bleiben. Denn die Palette an großartigen Spielen ist im Laufe seines kommerziellen Lebenszyklus zu einem Potpurri aus den unterschiedlichsten Genres herangewachsen. Völlig wurscht, ob man nun den schnellen Arcade-Kick für zwischendurch, ein forderndes Rundentaktik-Geplänkel oder gar eines dieser freakigen japanischen Rollenspiele sucht: auf dem Dualscreen-Handheld wird man garantiert fündig!

Bei diesem Eldorado an Software kann es euch vielleicht ähnlich ergehen wie mir. Wozu all diese "Mini-Spielchen" aus dem Nintendo-Store kaufen (bei einer Preisklasse von humanen 2 bis 8 Euro), wenn es da noch so viele Spiele im Nachhinein zu entdecken gibt? Wozu zusätzliche Indie-Spiele runterladen, wenn da noch ungespielte Sachen von "großen Firmen" wie Atlas, Ubisoft oder Nintendo selbst auf einen warten? Selbst, nachdem der DS bereits abgedankt hat und durch seinen großen Bruder 3DS abgelöst wurde, ist man noch auf Jahre hin beschäftigt, wenn man sich allein mit den (im stationären Handel veröffentlichten) Games ernsthaft auseinandersetzen will. Wenn ihr ähnliche Gedanken habt: willkommen im Club! Ich bin ebenfalls noch auf Jahre bedient, obwohl ich meinen Nintendo DS schon seit Veröffentlichungstag 1 besitze. Erst vor kurzem bin ich auf den Trichter gekommen, mir doch endlich mal einige Spiele - die es zum Teil nur exklusiv im eShop von Big N gibt - näher anzuschauen. Da der Großteil davon auch auf dem 3DS heruntergeladen und gespielt werden kann, macht es Sinn, hier mal einen Rundumblick im Blog festzuhalten. Ohne Gewähr auf Vollständigkeit, versteht sich. Mir stellen sich die Fragen: Was taugen die Spiele? Welche davon haben einen klaren Bezug zum Retrogaming? Sind denn selbst diese 2 Euro-Download-Titel überhaupt den Aufwand respektive das bisschen Geld wert? Immerhin: vertikale/horizontale (klassisch angehauchte) Shoot Em Ups oder auch Castlevania-Klone finden sich ebenfalls im eShop! Da wäre es schade, wenn man die eine oder andere Perle freiwillig verpasst, nur weil sie kaum mehr kostet als zwei Tafeln Schokolade. Auch billig will ich! Warum auch nicht?

In den nächsten Wochen und Monaten möchte ich euch mit dieser Artikel-Reihe einige dieser DSiWare Games vorstellen. Und zwar chronlologisch, genau in der Reihenfolge, wie ich meine Downloads seit den Weihnachtstagen so tätige. Da ich natürlich Zeit brauche, um die Spiele über einen womöglich längeren Zeitraum zu daddeln, gibt es die Fortsetzung dieses Artikels nur in losen Abständen. Manchmal trifft man eben auf Spiele, die an einem Abend durchgespielt sind - oder der Kategorie "Was für zwischendurch mal" angehören und an Simplizität kaum zu unterbieten sind. Was ja nicht unbedingt schlecht sein muss; schneller Zugang zum Spiel, schnelles abschließen, gegebenenfalls eine Art Endlosmodus? Auch das passt mir in den Kram, genau wie diejenigen Titel, an denen man sich Tage- und Wochenlang festbeißen kann. Also: schaut doch mal wieder hier im Blog rein, wenn ihr Interesse habt und auf dem Laufenden bleiben wollt.


Titel: Starship Patrol
Genre: Tower Defense
Hersteller: Q-Games / Nintendo
eShop-Link
Preis: 5 Euro
Gespielt: ca.10 Stunden



Ich liebe Tower Defense-Spiele! Die haben so was richtig meditatives. Kein Wunder also, dass meine erste Haltestelle beim digitalen shoppen eines dieser quasi-Echtzeitstrategie-Spiele ist, das zudem von der Community im dortigen 5-Sterne Bewertungssystem verdammt gut abgeschnitten hat.

Auf ingesamt 30 Karten gilt es, im weiten Weltraum sich einer Alien-Invasion zur Wehr zu setzen. Dazu montieren wir via Touchscreen Gatling-, Raketen- oder Lasergeschütze an die sichtbaren Bereiche unserer Trägerschiffe ... und lassen das Gesocks kommen - Welle für Welle!

Es regnet Energie - und ein Kraft Power-Up
Im späteren Spielverlauf kommen mächtige schwarze Löcher, ein Fangstrahl oder auch ein Hangar hinzu, der lustigerweise in seinem Wirkungsbereich klitzekleine Jäger losschickt, um die Alien-Brut zu dezimieren. Das alles zu installieren kostet amtlich Energie, die die pulverisierten Feinde hinterlassen und von uns mit dem Touchpen aufgeklaubt wird. Stärkere Verteidigungseinrichtungen kosten Kristalle, die nach jeder überstanden Welle unserem Konto gutgeschrieben werden. Besiegen wir durch geschicktes taktieren am Ende sogar den Obermotz, dann winkt zusätzlich eine wertvolle S.O.S.-Karte, die wir in zukünftigen Missionen jederzeit ausspielen dürfen. Damit gibt es unter anderem Energischub, Waffenverbesserungen oder gar einen Söldner in einem Millennium-Falken, der zur Hilfe eilt (Sind Sie das, Mr.Solo?). Hin und wieder lässt aber auch eines der feindlichen Schiffe ein Power-Up fallen, dass wir dann an unsere Abwehrtürme draufpacken.

Vom Tellerwäscher zum Han Solo
Der Wiederspielwert bereits absolvierter Levels ist durchaus vorhanden. Nur so lässt sich ein Trio von wichtigen S.O.S.-Karten ansammeln. Ab der 15. Mission wird Starship Patrol nämlich recht knifflig, so dass ein zusätzliches Ass im Ärmel über den Ausgang einer Schlacht entscheiden kann. Aber auch die Rangaufstiege können zum erneuten durchspielen motivieren. Denn nur, wenn wir eine Stage auf "Perfekt" meistern - also kein gegnerisches Raumschiff entkommen lassen - winkt die Beförderung und zusätzliche Stages, die erst dadurch freigeschaltet werden. Für Abwechslung sorgen Asteroidenfelder oder eine Sonneneruption, die unsere Abwehr entweder kurzzeitig lahmlegt oder gleich völlig zerstört. Diese zusätzliche Herausforderungen gibt es aber, zum Glück, nur in ganz wenigen Levels.

FAZIT;

Was für ein Spaß! Mein erster Downloadtitel im DSi-Store ist gleich ein kleiner Volltreffer! Die Grafik wirkt arg spartanisch, hat aber ihren ganz eigenen putzigen (Zeichenblock-)Stil. Dazu kommt ein wirklich stimmungsvoller, orchestraler Soundtrack. Zudem bietet Starship Patrol mit seinen 30 Levels ordentlich viel Inhalt für sein Geld. Da ist man durchaus so einige Stunden im zweistelligen Bereich beschäftigt, wenn man die Galaxie befreien will! Erst recht Perfektionisten kommen hier auf ihre Kosten und werden immer wieder an der optimalen Verteidigung herumtüfteln. Klar, Tower Defense-Spiele gibt's wie Sand am Meer. Und nicht zuletzt völlig kostenlos auf diversen Flash-Portalen. Aber Starship Patrol findet seine ganz eigene Nische; nämlich auf einem Handheld, wo es im oberen Screen jederzeit die Gegner anzeigen kann - und mit einer gelungener Touchscreen-Steuerung, an der es überhaupt nichts auszusetzen gibt. Fans des Genres können hier bedenkenlos zugreifen. Abzüge gibt es höchstens in der B-Note, denn der Schwierigkeitsgrad ist doch arg hoch ab der Mitte des Spiels - und ein klein wenig mehr Abwechslungsreichtum in Sachen Waffen, Upgrades und Gegner hätte dem Spiel auch nicht geschadet.

Wertung: 9 / 10