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Mittwoch, 3. Januar 2018

3DS-Review: 80's Overdrive - Möchtegern-Out Run anno 2017

Titel: 80´s Overdrive
Genre: Rennspiel
Hersteller: Insane Code
eShop-Link
Preis: 9,99 Euro




Der Spruch "Früher war alles besser" ist nicht nur abgedroschen, sondern schlicht unwahr. Im Falle von 80's Overdrive darf man ihn aber gerne mal wieder aus der Mottenkiste hervorkramen.

Ein De Loan auf Tour. Ohne Marty McFly.
Spontankäufe sind immer so eine Sache. Zum einen lässt man sich damit auf etwas völlig Unbekanntes ein - ein paar Screenshots und ein kurzer Trailer müssen genügen, bevor der Kauf-Button neugierig gedrückt, oder die Spieleverpackung mit zur Kasse geschleift wird. Irgendwelche Rezensionen ignorierend, bleibt es eine reine Überraschung. Manchmal positiv, manchmal negativ. Im Falle von 80's Overdrive wird einem schon nach wenigen Minuten klar, dass die zehn Euronen hier nicht besonders gut investiert sind. Für ein Spiel, dass sich als Reminiszenz an Out Run verstanden wissen will, kommt es unheimlich behäbig um die Ecke gefahren. Trotz der farbenprächtigen Grafik kratzt der Gemütszustand der ersten zwei Stunden Spielzeit dezent an den unbeliebten Status Langeweile, da wir mit einer lahmen Karre in den Karrieremodus starten müssen. Ohne Alternative. Denn in den Time Attack-Modus setzen wir unser Popöchen nur in Karren, die wir in der Karriere bereits hochgetunt haben. Da wir im Time-Attack innerhalb eines Zeitlimits den nächsten Checkpoint erreichen müssen, sehen wir dort somit anfangs überhaupt kein Land. Also Augen zu - und durch die Kampagne. Dort finden wir uns mit einer Steuerung ab, die sich zu keiner Zeit richtig gut anfühlt. Kein Vergleich zu einem uralten Out Run oder dem altehrwürdigen Lotus Esprit Turbo Challenge. Erst nach und nach motzen wir unseren Boliden auf - und durch gewonnene Geschwindigkeit und Anspruch in der Kurvenlage steigt dann auch der Fahrspaß ein wenig. Von den 36 Strecken, auf denen wir virtuelles Geld durch gute Platzierungen sammeln, wirkt aber nur ein Bruchteil leidlich spannend designt. Immerhin: trotz langweiliger Strecken sind Wald, Wüste, Gebirge und Innenstadt ganz nett anzuschauen. Und auch wenn 80's Overdrive bei hohem Sprite-Aufkommen ein wenig in die Knie geht, kann es technisch soweit überzeugen.

Erwähnt werden muss unbedingt noch der beigefügte Level-Editor. Der gleicht allerdings einem Offenbarungseid und erklärt, warum die Strecken so generisch, so Ideenlos wirken. Hier betätigen wir nämlich lediglich ein paar Schieberegler für Streckenlänge, Hügel, Kurven und so weiter. Das zusammenstöpseln dauert nur wenige Sekunden - und plötzlich wird klar, warum dabei größtenteils wenig gehaltvolles bei rumkommt.

FAZIT:

Pitstop 2, die Lotus-Trilogie, Crazy Cars III, Jaguar XJ220, Out Run - die Liste der klassischen Pseudo-3D-Racer, gegen die ein 80`s Overdrive auch im Jahre 2017 wenig bis gar nicht anstinken kann, ließe sich beliebig fortsetzen. Nach rund zwei bis zweieinhalb Stunden Spielzeit - und eine zu drei Viertel fortgeschrittene Kampagne - wurde aus dem anfänglichen Gähn-Anfall immerhin noch ein durchschnittliches Spiel. Wer allerdings Vergleiche mit einigen (auch heute noch spaßigen) Klassikern ziehen kann, der wird sich wohl kaum mit 80's Overdrive zufrieden geben - es sei denn, man lässt sich blenden. Apropos Klassiker: Das gelungene 3D Out Run kostet im eShop übrigens nur die Hälfte. Die andere Hälfte von zehn Euronen könnte ein schlauer Mensch auch gut und gerne in das pfeilschnell-spaßige 3D Super Hang On investieren. Zwei fantastische Remakes (keine Emulation!) zum Preis eines ziemlich müden 80's Overdrive. Da kommt man ins Grübeln, oder?

Wertung: 4 / 10

Trailer: