Posts mit dem Label 3ds werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 3ds werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 2. Juni 2018

3DS-Review: Bloodstained - Simon Belmonts neues Lieblingsspiel

Titel: Bloodstained: Curse Of The Moon
Genre: Plattformer
Hersteller: Inti Creates
eShop-Link
Preis: 9,99 Euro




Das via Kickstarter finanzierte Bloodstained bekommt vorab - noch vor dem Release des eigentlichen Spiels - ein lupenreines, NES-mäßiges Quasi-Prequel. Und es ist erstaunlich gut geworden!

Zwei Fakten lassen hier noch vor Spielbeginn aufhorchen. Zum einen ist niemand geringeres als Koji Igarashi in der Entwicklung von Bloodstained involviert. Der Japaner war zwischen 1993 und 2010 an diversen hochklassigen Castlevania-Spielen beteiligt. Und zum anderen: die Entwickler von Inti Creates haben sich ihren guten Ruf als Indie-Entwickler hart erarbeitet, und zum Beispiel mit dem hervorragenden Blaster Master Zero (hatte ich hier drüben getestet) bewiesen, dass sie ihr Handwerk verstehen. Also beste Voraussetzungen für einen zünftig-oldschooligen Castlevania-Klon.

Und genau das ist es, was Bloodstained in rund drei bis vier Stunden Spielzeit zelebriert. In acht großen Stages springen und kämpfen wir uns durch gut designte Welten, vermöbeln allerlei Dämonen und Fabelwesen - die nicht durch Zufall an die einen oder anderen Gegner aus den Castlevania-Spielen erinnern - und stocken unseren Vorrat an Extrawaffen auf, indem wir Laternen ausknipsen. Nach den ersten drei Endgegnern gesellt sich jeweils ein neuer Protagonist hinzu, sodass wir schon nach kurzer Zeit auf ein Quartett zurückgreifen können. Ab diesem Zeitpunkt bekommt das Spiel seine dringend benötigte Eigenständigkeit, denn wir dürfen jederzeit zwischen diesen Charakteren wechseln, um mit den unterschiedlichsten Situationen fertig zu werden. Neben variantenreichen Nahkampfangriffen (die für Castlevania urtypische Peitsche ist natürlich auch mit dabei, nebst Schwert, Knüppel und einem Zauber des Alucard-mäßigen Vampir-Protagonisten) sind diese spielbaren Charaktere nicht nur im Hau-Drauf-Modus individuell, sondern sind ebenfalls dezent-unterschiedlich robust  (Lebensenergie) und agil (Geschwindigkeit) - und sie unterscheiden sich deutlich bei den verfügbaren Extrawaffen. Schutzschilder, diagonal nach oben fliegende Wurfmesser, vertikale Angriffszauber: sogar eine Transformation in eine Fledermaus hat es ins Spiel geschafft und eröffnet zusätzliche Wege. Gerade diese Abzweigungen, die die Levelarchitektur von Bloodstained bietet, hält das Spiel auch bei einem zweiten und dritten Durchlauf interessant. Zwar artet es nicht in Metroidvania-mäßigen Backtracking aus - aber immerhin: mehrere Wege führen zum Ziel. Bloodstained möchte aber zu keiner Zeit ein Symphony Of The Night sein, sondern orientiert sich nostalgisch und total konservativ an die linearen Castlevania-Teile.

In der normalen Schwierigkeitsstufe ist Bloodstained zum Finale hin ein ernstzunehmender Trial & Error-Parcours, der euch verdammt fordern wird. Dazu trägt natürlich auch die Tatsache bei, dass sich das Spiel der Tradition verpflichtet fühlt, euren Charakter nach einem Treffer nach hinten schleudern zu lassen - auch mal in einen möglichen Abgrund. Auch die interessanten Bossgegner haben bei ihrem Ableben häufig noch einen richtig fiesen Abgang, einen allerletzten Angriff, den sie plötzlich einleiten, der einen Energie - und somit den Spielfortschritt und das gesamte Nervenkostüm - kosten kann. Es gibt aber einen zuschaltbaren Casual-Mode, der die Schwierigkeit in weitaus lockere Bahnen lenkt. Da macht die Spielfigur dann auch keinen "hopser" nach hinten mehr, sollte sie einen Treffer einstecken müssen. Für die optimale Retrogaming-Spielerfahrung ist dieser vereinfachte Modus aber nicht wirklich empfehlenswert - sondern sollte nur im absoluten Notfall genommen werden. Gönnt euch ruhig die Herausforderung.

FAZIT:

Klar, Bloodstained will - mit seiner künstlich reduzierten Farbpalette - "auf Teufel komm Raus" nach einem NES-Spiel aussehen. Ein paar mehr Animationen und Farben hätte ich mir aber trotzdem gewünscht. Und ob die eingestreuten Slowdowns (und das Sprite-Geflackere) nur wegen der Authentizität eingebaut wurden, oder ob hier programmiertechnisch auf dem 3DS ein klein wenig geschlampt wurde: da bin ich mir auch nicht sicher. Die gute Chipmucke entschädigt aber für vieles. Wie auch das Gameplay an sich: für Fans der Castlevania-Reihe vergehen die Stunden mit Bloodstained wie im Flug. Es fühlt sich definitiv an, wie nach Hause zu kommen.

Wertung: 8 / 10

Trailer:

Montag, 7. Mai 2018

3DS-Review: Witch & Hero III - Die Hexe ist wieder stoned

Titel: Witch & Hero III
Genre: Geschicklichkeit / Tower-Defense
Hersteller: Circle
eShop-Link
Preis: 3,99 Euro




Auch im dritten Ableger der Witch & Hero-Reihe bleibt alles beim alten. Neuerungen im Detail gibt es aber dennoch - und sie sind auch dringend nötig, um die Reihe auf die nächsthöhere Ebene zu hieven.

Gewusel ohne Ende in Witch & Hero III
Wie bereits im ersten Teil (getestet hatte ich es hier drüben) stehen die beiden erwachsenen Protagonisten im Fokus, diesmal begleitet von dem Nachwuchs-Helden aus Witch & Hero II (hatte ich hier drüben vorgestellt). Das Trio ist diesmal in satten vierzig Stages auf der Suche nach der entführten Nachwuchs-Hexe. Klingt im ersten Moment viel, ergibt aber in der Summe gerade mal eine Spielzeit von rund drei bis vier Stunden. Schon traurig, wie irgendjemand von den Vieren immer in Schwierigkeiten gerät und wir es auslöffeln dürfen. Allerdings kommt dabei auch ein ziemlich kurzweiliges Geschicklichkeits-Spielchen zustande, dass durch seine Tower-Defense-Anleihen auch durchaus Genre-Fans ansprechen dürfte. Wir verteidigen - die zu Stein gewordenen Hexe - in der Mitte des Bildschirms von der anrückenden, pixeligen Feindesschar, indem wir mit dem kleinen und großen Helden einfach in die Gegner reinlaufen. Auf die gleiche Art und Weise sammeln wir auftauchende Währung und Blut auf, damit nach Levelende ordentlich in Upgrades investiert werden kann. Das Blut wiederum kommt der versteinerten Hexe zugute, die damit kurzzeitig zum Leben erweckt wird, um ihre destruktiven Feuerbälle und Tornados auf die Feinde zu ballern.

Eine ordentliche Portion Multitaskingfähigkeit ist hier Voraussetzung, wenn wir beide Helden gleichzeitig steuern wollen, und so ganz nebenbei noch die Angriffe der Hexe in die richtige Bahn lenken. In Witch & Hero III kann allerdings auch zum ersten Mal die CPU den Mini-Helden übernehmen. Das macht sie sogar recht gut. Eine weitere kleine Neuerung gegenüber den Vorgängern: erstmals müssen wir auch mit Hindernissen auf dem Terrain fertig werden. Das schließt sogar eine heikle Rutschpartie in eisigen Levels mit ein. Viel mehr Neues bietet der dritte Teil allerdings nicht - wer eines der ersten beiden Spiele bereits gespielt hat, der kommt hier ad hoc klar.

FAZIT:

Dem Spiel fehlt es immer noch an Abwechslung - aber für die halbe Stunde zwischendurch funktioniert es außergewöhnlich gut und macht Laune. Die Chipmucke ist einmal mehr herzallerliebst und auch die Grafik hat ihren gewohnten Charme. Durch die kleinen Neuerungen und dem bisher größten Spielumfang ist Witch & Hero III definitv der bisher beste Teil der Reihe.

Wertung: 6 / 10

Trailer:

Dienstag, 1. Mai 2018

3DS-Review: SteamWorld Dig 2 - Dorothy gräbt sich durch

Titel: SteamWorld Dig 2
Genre: Plattformer
Hersteller: Image & Form Games
eShop-Link
Preis: 19,99 Euro




Nachdem der erste Teil von SteamWorld Dig zwar alles in allem gut war, mich aber nicht so wirklich zu Begeisterungsstürmen hinreißen lies (getestet hatte ich es hier drüben), war es spannend zu verfolgen, inwiefern Teil 2 die definitive Luft nach oben ausnutzt. Dass das zweite Abenteuer in der grafisch stimmungsvollen Steampunk-Welt dabei überhaupt noch für den 3DS erscheint, kommt in trauriger Weise schon einem kleinen Wunder gleich. Denn während sämtliche Plattformen (von PC bis Konsolen) bereits bedient wurden, war es bis wenige Wochen vor Veröffentlichung völlig unklar, ob Image & Form Games den 3DS mit einer Portierung überhaupt beglücken würden. Trotz guter Kritiken allerorts.

SteamWorld Dig 2
Dabei funktioniert dieser Plattformer gerade auf dem Handheld hervorragend. Wir buddeln uns mit der Roboter-Lady Dorothy - auf der Suche nach dem vermissten Protagonisten des ersten Spiels - durch ein weitverzweigtes Erdreich und gebrauchen Spitzhacke und Bohrer, um Edelsteine und Diamanten zu sammeln. Die verschachern wir an der Oberfläche gegen Bares und investieren wiederum in reichlich Upgrades. Die machen nicht nur unseren Rucksack fetter (und erhöhen somit die Traglast), sondern auch die Ausgrabungswerkzeuge können vielstufig verbessert, oder völlig neue angeschafft werden. Zu guter Letzt warten neben vielen weiteren nützlichen Sachen auch spezielle freischaltbare Fertigkeiten, die Dorothy robuster, schneller und sogar durch die Luft befördern können. Selbst nach den zehn bis fünfzehn Spielstunden, die Steamworld Dig 2 bis zu seinem Abspann benötigt, werdet ihr noch heißhungrig auf nicht ganz vollzogene Perks schielen. Und immer wieder abseits eures Weges nach wertvollem Klunker suchen. Das macht süchtig!

Auch wenn von einigen Reviews dem Spiel ein Metroidvania-mäßiges Gameplay bescheinigt wurde: lasst euch nicht falsch bequatschen. Denn nur nach dem durchspielen weiß man: Es gibt gerade einmal zwei Stellen im gesamten Spiel, die ein wenig Backtracking erfordern, und in denen plötzlich Items einen Zugang zu einem bereits besuchten Ort ermöglichen, der vorher nicht passierbar war. Also kaum der Rede wert, und keinem echten Metroid-mäßigen Spiel auch nur im Ansatz ebenbürtig. Steamworld Dig 2 setzt vielmehr auf handgemachte, nahezu linear zu besuchende Abschnitte im Spiel, die die Story vorantreiben. Nur alternativ kann man sich der hemmungslosen Ausgrabung nach wertvollen Glitzersteinchen hingeben oder kleinere Rätsel-Höhlen besuchen. Dank Automap und ausreichenden Hinweisen kommen wir hier aber nie in Verlegenheit, nicht zu wissen, wo wir denn nun als nächstes hinmüssen. Die zufallsgenerierten Stages aus dem ersten Teil sind hier wunderbar designten Abschnitten gewichen, die mit Köpfchen und Geschick zu meistern sind. Das allein - diese permanent durchschimmernde Liebe zum Detail in Sachen Spieldesign - macht den Nachfolger schon um einiges besser. Die Dialoge sind witzig, die Steuerung ist wie gewohnt präzise. Sogar die stimmungsvolle Musik und die bunte Grafik sind über jeden Zweifel erhaben.

FAZIT:

Fans des Vorgängers kommen gar nicht drumherum, sich auch den Nachfolger zu holen. In allen Bereichen wird hier eine Schippe draufgelegt, sodass ich nach knappen fünzehn Spielstunden dann doch leise seufzend "Wie? Schon zu Ende?" murmelte. Das offene Ende legt allerdings offen: es wird noch einen dritten Teil geben. Und Steamworld Dig wird dann hoffentlich als Indie-Trilogie in die Geschichte eingehen, dass sich kontinuierlich verbessert hat. Von dem "netten" ersten Teil hin zu einem berauschenden Nachfolger bis hin zum dann hoffentlich epochalen Finale. Schauen wir mal. Bis dahin sei jedem SteamWorld Dig 2 ans Herz gelegt, der etwas mit Plattformern anfangen kann, von (allesamt lösbaren) Rätseleinlagen nicht überfordert werden will und schon anno dazumal Boulder Dash echt genial fand. Ein Pflichtkauf für jeden 3DS-Besitzer.

Wertung: 9 / 10

Trailer:

Mittwoch, 3. Januar 2018

3DS-Review: 80's Overdrive - Möchtegern-Out Run anno 2017

Titel: 80´s Overdrive
Genre: Rennspiel
Hersteller: Insane Code
eShop-Link
Preis: 9,99 Euro




Der Spruch "Früher war alles besser" ist nicht nur abgedroschen, sondern schlicht unwahr. Im Falle von 80's Overdrive darf man ihn aber gerne mal wieder aus der Mottenkiste hervorkramen.

Ein De Loan auf Tour. Ohne Marty McFly.
Spontankäufe sind immer so eine Sache. Zum einen lässt man sich damit auf etwas völlig Unbekanntes ein - ein paar Screenshots und ein kurzer Trailer müssen genügen, bevor der Kauf-Button neugierig gedrückt, oder die Spieleverpackung mit zur Kasse geschleift wird. Irgendwelche Rezensionen ignorierend, bleibt es eine reine Überraschung. Manchmal positiv, manchmal negativ. Im Falle von 80's Overdrive wird einem schon nach wenigen Minuten klar, dass die zehn Euronen hier nicht besonders gut investiert sind. Für ein Spiel, dass sich als Reminiszenz an Out Run verstanden wissen will, kommt es unheimlich behäbig um die Ecke gefahren. Trotz der farbenprächtigen Grafik kratzt der Gemütszustand der ersten zwei Stunden Spielzeit dezent an den unbeliebten Status Langeweile, da wir mit einer lahmen Karre in den Karrieremodus starten müssen. Ohne Alternative. Denn in den Time Attack-Modus setzen wir unser Popöchen nur in Karren, die wir in der Karriere bereits hochgetunt haben. Da wir im Time-Attack innerhalb eines Zeitlimits den nächsten Checkpoint erreichen müssen, sehen wir dort somit anfangs überhaupt kein Land. Also Augen zu - und durch die Kampagne. Dort finden wir uns mit einer Steuerung ab, die sich zu keiner Zeit richtig gut anfühlt. Kein Vergleich zu einem uralten Out Run oder dem altehrwürdigen Lotus Esprit Turbo Challenge. Erst nach und nach motzen wir unseren Boliden auf - und durch gewonnene Geschwindigkeit und Anspruch in der Kurvenlage steigt dann auch der Fahrspaß ein wenig. Von den 36 Strecken, auf denen wir virtuelles Geld durch gute Platzierungen sammeln, wirkt aber nur ein Bruchteil leidlich spannend designt. Immerhin: trotz langweiliger Strecken sind Wald, Wüste, Gebirge und Innenstadt ganz nett anzuschauen. Und auch wenn 80's Overdrive bei hohem Sprite-Aufkommen ein wenig in die Knie geht, kann es technisch soweit überzeugen.

Erwähnt werden muss unbedingt noch der beigefügte Level-Editor. Der gleicht allerdings einem Offenbarungseid und erklärt, warum die Strecken so generisch, so Ideenlos wirken. Hier betätigen wir nämlich lediglich ein paar Schieberegler für Streckenlänge, Hügel, Kurven und so weiter. Das zusammenstöpseln dauert nur wenige Sekunden - und plötzlich wird klar, warum dabei größtenteils wenig gehaltvolles bei rumkommt.

FAZIT:

Pitstop 2, die Lotus-Trilogie, Crazy Cars III, Jaguar XJ220, Out Run - die Liste der klassischen Pseudo-3D-Racer, gegen die ein 80`s Overdrive auch im Jahre 2017 wenig bis gar nicht anstinken kann, ließe sich beliebig fortsetzen. Nach rund zwei bis zweieinhalb Stunden Spielzeit - und eine zu drei Viertel fortgeschrittene Kampagne - wurde aus dem anfänglichen Gähn-Anfall immerhin noch ein durchschnittliches Spiel. Wer allerdings Vergleiche mit einigen (auch heute noch spaßigen) Klassikern ziehen kann, der wird sich wohl kaum mit 80's Overdrive zufrieden geben - es sei denn, man lässt sich blenden. Apropos Klassiker: Das gelungene 3D Out Run kostet im eShop übrigens nur die Hälfte. Die andere Hälfte von zehn Euronen könnte ein schlauer Mensch auch gut und gerne in das pfeilschnell-spaßige 3D Super Hang On investieren. Zwei fantastische Remakes (keine Emulation!) zum Preis eines ziemlich müden 80's Overdrive. Da kommt man ins Grübeln, oder?

Wertung: 4 / 10

Trailer:

Freitag, 1. Dezember 2017

3DS-Check 12/2017 - Von Mario & Luigi Superstar Saga bis Cursed Castilla


Mario & Luigi Superstar Saga
Asche über mein Haupt: die Mario-RPGs habe ich erst vor kurzem für mich entdeckt. Der Quasi-Einstand war für mich das äußerst gelungene Partners in Time auf dem NDS. Somit ist Mario & Luigi Superstar Saga (39.99,- Euro im eShop) erst mein zweites. Da es sich hierbei um ein Remake vom Game Boy Advance handelt, ist es also geradezu wie geschaffen für Leute mich, die diesen Titel anno 2003 verpasst haben. Die Superstar Saga dürfte keinen Fan enttäuschen und als Pflichtkauf für all diejenigen gelten, die Lust auf ein weiteres (rund zwanzig Stunden anhaltendes) Abenteuer mit dem Klempner haben. Dennoch: In der ersten Liga empfinde ich die Superstar Saga nicht. Im Direktvergleich mit Partners in Time fällt auf, dass der Humor nicht mehr so knallhart zündet, die Kämpfe längst nicht so spannend ausfallen und die Story noch ein Stück weit belangloser ist. Dasselbe gilt für die eingestreuten Rätsel, die Qualität der Dungeons und Dialoge. All das ist aber dennoch meckern auf echt hohem Niveau. Fast noch mehr Zeit als das eigentliche Hauptspiel hat mich das Taktik-Gewusel Bowsers Schergen gekostet. Das sollte ganz besonders Fans von Tower Defense-Spielen so einige Stunden Schlaf kosten und ist ein vollwertiges "Spiel im Spiel", dass sich nach ein paar Stunden Progression im RPG freischaltet. Nintendo hätte es auskoppeln und zusätzlich separat im eShop anbieten sollen. Wertung: 7 / 10



Cursed Castilla
Cursed Castilla (11,99,- Euro im eShop) gibt es bereits seit 2012 unter dem Namen Maldita Castilla u.a. in Form von Freeware für Windows-Rechner. Also völlig kostenlos. Da muten die verlangten 12 Euronen für die 3DS-Version geradezu unverschämt an - Konvertierungsarbeit hin oder her. Allerdings: nur auf den ersten Blick. Denn Cursed Castilla ist die - um einige Stages und Bosskämpfe (und demnach auch neue Grafiken und Musikstücke) - prächtig erweiterte Version. Das ohnehin verdammt gute Original wurde hier noch einmal kräftig aufgewertet. Fans von Ghosts 'n Goblins (und noch viel mehr dem Nachfolger Ghouls 'n Ghosts, denn da gibt es viel mehr Parallelen) fühlen sich hier sofort heimisch, denn die Hommage um Ritter Don schlägt nicht nur spielerisch in die gleiche Kerbe wie der Capcom-Klassiker, sondern ist auch qualitativ voll auf Augenhöhe. Die etwas mageren zwei bis zweienhalb Stunden Spielzeit macht das Spiel dadurch wieder wett, weil es in einem zweiten oder dritten Durchlauf durchaus einige Geheimnisse und Bonus-Stages zu entdecken gibt. Der Schwierigkeitsgrad ist knackig, bietet einige zähneknirschende Trial & Error-Passagen, ohne aber jemals höllisch frustrierend zu werden. Exzellentes Leveldesign, fantastische Musik und die generelle Liebe zum Detail, die in dieses Spiel geflossen ist, lassen einem aber bis zum Schluss durchhalten. Klare Sache: das Spiel ist wie prädestiniert für ein Handheld und eine Mordsgaudi. Wertung: 8 / 10


Kidd Tripp
Das One-Button-Game Kid Tripp (3,99,- Euro im eShop) ist mal wieder eines dieser vielen Spontankäufe aus dem eShop. Und das, obwohl ich auf diese Auto-Runner im Grunde nicht besonders stehe. Auf den ersten Blick wirkte es aber ziemlich charmant. Ganz im Fahrwasser von Super Mario Run für iOS/Android klappert unser Protagonist hier ganz automatisch die Landschaft ab, während wir darauf beschränkt sind, im richtigen Moment zu springen und Münzen einzusammeln. Das klingt definitv leichter, als es ist, denn die Levels werden im Lauf der Zeit ziemlich knackig. Für den unkomplizierten Jump'n'Run-Happen zwischendruch eignet sich Kid Tripp sicherlich ganz gut. Spielerische Tiefe darf man hier allerdings nicht erwarten. Wertung: 4 / 10


Crimson Shroud
Erstaunlich, dieses Crimson Shroud (7,99,- Euro im eShop)! Jedenfalls audiovisuell. Neben dem richtig gelungenen Soundtrack setzt dieses Rollenspiel auf einen interessanten (Brettspiel-)Look, der die statischen, völlig unanimierten Figuren, Gegner und Szenarien aus unterschiedlichsten Winkeln zeigt. Quasi ein Tabletop mit digitalen Figürchen. Das entwickelt mit der Zeit eine sehr eigenwillige Atmosphäre. Wenn man es schafft, sich darauf einzulassen. Spielerisch kann Crimson Shroud diesen optisch-innovativen und akustisch-motivierenden Bonus aber leider nicht so ganz für sich verbuchen. Denn es setzt nicht nur auf Glück beim Würfeln während der Kämpfe, sondern auch auf Glück bei der Beute, die vermöbelte Gegner zufällig fallen lassen. Nur Ausrüstungsgegenstände definieren die Stärke der Heldentruppe, ein aufleveln findet nicht statt - so geraten wir schnell in den Grind-Modus und hoffen, dass Monster und Mutanten besseres Zeugs abwerfen. Dazu kommt echt nervendes Backtracking und nicht immer ganz schlüssige Mini-Rätsel. Auf der Habenseite steht dafür aber auch die verdammt klug geschriebene Story. Ein zweischneidiges Schwert also. Antesten lohnt sich ganz sicher. Blind zu empfehlen ist das Level 5-Spiel aber ganz sicher nicht. Wertung: 6 / 10



Nano Assault Ex
Nano Assault Ex (9,99,- Euro im eShop) sieht zuvorderst wahnsinnig gut aus. Der 3D-Effekt der gekrümmten Planetenoberflächen in den futuristisch anmutenden Levels kommt sehr gut rüber. Spielerisch bietet es solide Twinstick-Shooter-Action, von der niemand enttäuscht werden sollte, der bei simplifizierten Ballergames nicht gleich Schnupfen bekommt. Dabei profitiert das Spiel sehr von dem zweiten Analogstick des New 3DS, lässt sich aber auch mit einem normalen 3DS einigermaßen gut steuern. In den rund vier Stunden Spielzeit lässt Nano Assault Ex ein wenig Dynamik bei den Levelaufbauten vermissen - und ein etwas ausgefeilteres Waffen-Upgrade-System wäre hier auch wünschenswert gewesen. Auch das Balancing wirkt nicht vollkommen ausgefeilt: so schafft es der Shooter hier irgendwie, im Laufe des Spiels etwas einfacher zu werden, anstatt den Schwierigkeitsgrad anzuziehen. Aber dennoch: mit dem Kauf sind ein paar vergnügte Stunden für Genre-Fans garantiert. Tipp: für registrierte Benutzer auf mynintendo.com gibt es das Spiel derzeit kostenlos (gegen ein paar gesammelte Goldmünzen). Wertung: 7 / 10



Retro City Rampage DX
Na, GTA 5 schon mehrmals durchgenudelt? Auf unzähligen Systemen wartet da immer noch eine pixelige Alternative auf euch, falls ihr Nachschub benötigt. Auch die 3DS-Version von Retro City Rampage DX (8,99,- Euro im EShop) kann sich sehen und hören lassen. Dank unzähliger gelungener Farbfilter (der C64 ist sehr gelungen, mit seinen dezent-bescheiden-matten Farben), exzellenter Chipmucke und tonnenweise Anspielungen auf alte Filme und Spiele der 80er und 90er Jahre, bietet Retro City Rampage nahezu schon einen Retro-Overkill. Allein der Bildschirmausschnitt ist auf dem 3DS ein wenig kleiner geraten, bietet aber immer noch genug Übersicht, um der teilweise brachialen Action auf dem kleinen Bildschirm Herr zu werden. Die Missionen sind - wie beim großen Vorbild auch - sehr abwechslungsreich. Und auch in diesem 8-Bit-GTA bietet einem die frei erkundbare Stadt eine Fülle an Mini-Spielen oder die Freiheit, einfach ein paar Passanten umzufahren, während das Radio stilecht mit uralter Computerspiel-Mucke vor sich hin plärrt. Ein Spiel, in das man sich verlieben und viele Wochen drin verbringen kann. Aber selbst beim stringenten abarbeiten der Kampagne sind hier so einige unterhaltsame Stunden garantiert. Versprochen. Wertung: 9 / 10



Donnerstag, 3. August 2017

3DS-Check 7/2017 - Von RPG Maker bis Alchemic Dungeons


Bauen: RPG Maker FES
Schaffe, schaffe, Spielchen baue. Ein so mächtiges Tool wie der RPG Maker FES (39,99,- Euro im eShop) war nicht unbedingt auf dem 3DS zu erwarten. Wer also schon immer mal sein eigenes JRPG basteln wollte, findet hier für Wochen und Monate einen geeigneten virtuellen Arbeitsplatz. Auch wenn die Steuerung - durch diverse Untermenüs und der Texteingabe via Touchscreen - alles andere als komfortabel vonstatten geht: das Resultat kann sich sehen lassen, sofern man sich genügend Zeit nimmt, auch mit Variablen und Schaltern zu jonglieren. So lassen sich komplexere Quests, Cutscenes und Dialoge ins eigene Spiel einbauen. Trotz der Begeisterung, mit der ich mich dem Tool in letzter Zeit gewidmet habe, darf die Objektivität hier nicht flöten gehen. Zum einen ist das Programm noch dezent verbuggt und neigt hin und wieder zum Systemabsturz, wenn man etwas zu schnell durch die Menüs wechselt. Sämtliche Arbeitsfortschritte sind dann futsch. Solange das nicht von den Entwicklern behoben wurde, kann man den RPG Maker nicht bedingungslos weiterempfehlen. Einen bitteren Beigeschmack hat auch der Downloadable Content, der bereits bei Veröffentlichung des RPG Maker FES zur Verfügung steht. Zusätzliche Charaktere, Grafik-Sets und Hintergründe aus den Genres SciFi, Horror und der Moderne wurden ganz offensichtlich mit ordentlich Dollarzeichen in den Augen, schnell noch vor Release aus dem Programm gehebelt, um sie dann für satte 3 bis 9 Euro pro Paket separat zu verscherbeln. Eine Frechheit. Wer den vollen Umfang anstrebt, kann somit zu den 40 Euro für das Hauptprogramm noch einmal die gleiche Summe für "Ingame-Käufe" einkalkulieren. Das ändert aber natürlich nichts an der Tatsache, dass es trotzdem eine Menge Spaß macht, mit dem Rollenspiel-Baukasten hier herumzudoktern. Sämtliche Resultate lassen sich auf einem bereitgestellten Server hochladen. Und mit dem kostenlosen RPG Maker Player kann man die Spiele von anderen Entwicklern sogar auch dann spielen, falls man die Vollversion gar nicht besitzt. Immerhin das ist löblich. Wertung: 7 / 10



Basteln: Alchemic Dungeons
Hier haben wir einen frischen Juli-Neuzugang im Nintendo-Store: Alchemic Dungeons (5,00,- Euro im eShop). So frisch ist er dann allerdings doch nicht, denn das Spiel erinnert frappierend an Pokemon Mystery Dungeons. Das wiederrum nur eine Kopie von Shiren The Wanderer war. Schritt für Schritt erkunden wir in diesem Dungeon-Crawler sechs mehrstöckige Gebiete, die bei jedem Neustart zufällig generiert werden. Der Zufall entscheidet dann auch über den lebenswichtigen Loot und ist der ärgste Feind des Spiels. Anstatt dass wir fertige Waffen, Rüstungen - und sonstiges aufwertendes Gedöns - aufklauben, muss in Alchemic Dungeons alles aus Materialien hergestellt werden. Da kann man schnell mal vom Pech verfolgt werden und immer noch mit einem Brotmesser von einem Schwert durch Dungeon Nummer 10 latschen, weil die Materialen einfach nicht vorhanden waren. Oder der Hungertod ereilt einem, weil keines der Monster mal ein Stückchen Fleisch von sich hat fallen lassen. Wer mit solcher Unfairness hantieren kann, findet hier einen ordentlichen RPG-Snack für zwischendurch, der sich aber immer selbst am ausbremsen ist, da wir uns ständig durch die Zutaten-Menüs wurschteln müssen. Grafik und Musik sind eher lieblos dahin geklatscht. Auch damit werden sich angehende Alchemie-Meister abfinden müssen. Zwischen einem Pokemon Mystery Dungeon und einem Alchemic Dungeons liegen also gleich ganze Welten, was Design, Aufmachung und der generelle Spielspaß angeht. Aber dafür kostet eines von beiden auch nur schlappe fünf Euronen. Wertung: 6 / 10



Ballern: Xeodrifter
Knüppelhart: Xeodrifter (8,99,- im eShop) bewegt sich, vom Schwierigkeitsgrad her gesehen, nicht nur in Sphären eines Shovel Knight (hatte ich hier drüben bereits getestet), sondern übertrifft dieses sogar noch. Das Run-and-Gun-Arcadegame weiß optisch zu gefallen, wirkt technisch sehr poliert und besitzt einen richtig coolen Soundtrack. Metroidvania-mäßig rüsten wir unseren kleinen Astronauten mit zusätzlichem Equipment auf, um bis dato unerreichte Stellen meistern zu können. Nebenbei verstärken wir unsere Waffe völlig individuell, indem wir Upgrade-Punkte in Streuung, Schussgeschwindigkeit oder Feuerkraft investieren. So richtig viel Wumms erreichen wir dabei aber leider niemals. Vier große Planeten gilt es zu erkunden, die dank einer Automap-Funktion wenigstens so einigermaßen ihren abschreckenden Labyrinth-Charakter verlieren. Leider ändert das nichts an gelegentlicher Orientierungslosigkeit und ständigem Backtracking, da uns Xeodrifter gerne mal ziellos durch die Gegend laufen lässt. Markante Stellen, an denen wir vorher mal nicht weiter kamen, werden nämlich auf keinem der Planeten markiert. Hier heißt es nur: Zähne zusammenbeißen und durch - den ganzen Weg zurück! Das Spiel wirkt also total unkomfortabel-oldschool. Gepaart mit seinem knallharten Schwierigkeitsgrad richtet es sich dann auch an genau solche oldschool-Retro-Gamer und ist für das Gros der Spieler da draußen wahrscheinlich verdammt nahe an der Unspielbarkeit. Ziemlich geil ist es trotzdem. Wertung: 8 / 10



Samstag, 1. Juli 2017

3DS-Check 6/2017 - Von Fire Emblem Echoes bis Drancia Saga


Fire Emblem Echoes
Nach rund vierzig verbrachten Stunden im Monat Juni in Fire Emblem Echoes - Shadows of Valentia (44,95,- Euro im eShop) bleibt das ziemlich ernüchternde Fazit, hier das schlechteste Fire Emblem aller Zeiten gespielt zu haben. Dadurch, dass es sich hier nur um ein Remake eines Spin Offs aus dem Jahre 1992 handelt, beibt zu hoffen, dass das extrem auf Casual gebürstete Rundentaktik-Geplänkel sich nicht auf kommende Produkte abfärbt. Der vor kurzem veröffentlichte (und extrem seichte) Mobile-Ableger Fire Emblem Heroes für iOS und Android scheint es bei diesem Titel hier jedenfalls getan zu haben: Erst nach fünfundzwanzig bis dreißig Stunden Spielzeit werden die Kämpfe etwas fordernder - das taktisch tragende Waffendreick (Lanze schlägt Schwert, Schwert schlägt Axt usw) fiel hier unverständlicherweise durchs Raster und macht das Spiel zu zwei Dritteln seiner Spielzeit nur leidlich anspruchsvoller als eine Runde interaktives Mensch Ärgere Dich Nicht. Dazu kommen ungewohnt lieblos designte Maps, semi-langweiliges (und aufgesetzt wirkendes) Dungeon Crawling für Amateure und ein Wimmelbild-Suchspiel, dass in seiner miefenden Simplizität diesen Begriff noch nicht einmal verdient. Das würde nämlich das Gros der Wimmelbild-Spiele beleidigen, die im Vergleich zu Shadows Of Valentia höchsten Ansprüchen genügen. Auf der Haben-Seite steht einmal mehr die schön inzenierte Geschichte. Fire Emblem fackelt einmal mehr eine zwar Klischeebeladene, aber trotzdem interessante Geschichte ab, mit allem, was dazu gehört in Sachen Liebe, Freundschaft, Verrat und den Serien-typischen interessant ausgearbeiteten Charakteren. Hier sogar erstmals in der Geschichte der Serie in kompletter Sprachausgabe - vertont von einigen wirllich talentierten Sprechern. Fans der Reihe greifen zähneknirschend auch beim neusten Fire Emblem zu, finden sich mit den klaren Defiziten ab und haben ihren Spaß. Objektiv betrachtet greifen alle anderen aber besser zum viel gehaltvolleren Awakening (Wertung: 10 / 10). Auch der direkte Vorgänger Fates (Wertung: 8 / 10) ist eine ganze Klasse besser als dieses leicht abstruse, Serien-untypische Spin Off. Wertung: 6 / 10



Drancia Saga
Zur Abwechslung mal Monster vermöbeln! Diesmal in Drancia Saga (5,00,- Euro im eShop). Das vor kurzem veröffentlichte Action-Spielchen mit RPG-Einschlag macht erstaunlich lange Spaß, wenn man sich damit abgefunden hat, hier nichts weiter tun zu müssen, als den Bildschirm von allen möglichen Feinden freizuräumen. Dazu müssen wir nichts anderes machen, als in die Gegner - mit unserer vorgestreckten Waffe - reinzulaufen oder zu springen. In den relativ kurzen acht Stages leveln wir rasend schnell auf und investieren in Upgrades, die uns gesünder, schneller und kräftiger machen. Die Bossgegner kennt man nach einigen Durchläufen natürlich auswendig und stellen dann kaum noch ein Problem dar. Aber in Drancia Saga können wir viele verschiedene Charaktere freischalten, die sich mit ihrem Fokus auf einzelne Stärken und Schwächen unterschiedlich offensiv oder defensiv spielen lassen. Das Spiel erkennt sogar einige installierte Spiele auf eurem 3DS (Beispielsweise Gunman Clive, Witch And Hero), und schaltet dann neben neuen Charakteren sogar eine kurze neue Intro-Stage passend zum jeweiligen Spiel frei. Die gelungene Chip-Mucke und die ordentliche Grafik sind über alle Zweifel erhaben - auf diesen Pixel-Alarm im Retrogaming-Stil muss man aber generell schon stehen. Dem Spielablauf mangelt es auf Dauer an Varianz, aber für die halbe Stunde zwischendruch ist Drancia Saga ein echter Geheimtipp und spielt sich einfach nur verdammt gut. Wertung: 8 / 10


Van Helsing Sniper ZX100
Auf ins Gefecht gegen Vampire in Van Helsing Sniper ZX100 (6,66,- Euro im eShop). In schäbiger Kulisse eines futuristischen Londons lassen wir dort die Gestalten der Nacht Bekanntschaft mit einer Kugel aus unserem Scharfschützengewehr machen. Alternativ müssen wir hier auch mal ein paar Menschen aus Käfigen freischießen. Das größte Hindernis dabei ist - neben der Tatsache, dass die Antagonisten manchmal nur schwer zu erkennen sind - die ziemlich vermurkste Bewegungssteuerung. Die hat nämlich zu keiner Zeit das Kaliber eines Legend of Zelda - Ocarina Of Time, sondern reagiert träge und mit deutlicher Verzögerung. Selbst, wenn wir also in das Geschehen ausreichend hineinzoomen können, ist der eine oder andere Fehlschuss vorprogrammiert. Dank des gnadenlosen Zeitlimits kommt da schnell Frust auf. Ebenfalls der Horror: die Soundkulisse. In Van Helsing Sniper ZX100 bekommt ihr das wohl lächerlichste "Congratulations" aller Zeiten zu hören. Nein, dieses blutleere Spiel braucht kein Mensch. Spart euch das Geld. Wertung: 3 / 10


Steamworld Dig
Nachdem ich vergangenen Monat das bereits ältere Steamworld Heist mit Begeisterung nachgeholt habe (Die Wertung findet ihr hier) war ich natürlich hungrig nach mehr und besorgte mir das - noch weit ältere - Steamworld Dig (8,99,- Euro im eShop). Das bedient aber ein völlig anderes Genre: In diesem Plattformer buddeln wir uns mit Spitzhacke und Bohrer in immer tiefere Tiefen einer Mine unseres verstorbenen Onkels. Und kommen so nebenbei einem Geheimnis auf die Spur, während wir nach Diamanten und Edelsteinen forschen. Die eingesteckten Klunker investieren wir an der Oberfläche in immer bessere Ausrüstung und Equipment, dass unser vorankommen erleichtert. Gegner fehlen in Steamworld Dig natürlich genau so wenig wie kleinere Puzzle-Abschnitte, die sich in freigeschaufelten Räumen verstecken. Das Spiel macht dabei auch ordentlich Laune, steuert sich formidabel und ist wie sein Nachfolger charmant ohne Ende. Da man sich hier seine eigene kleine Welt unter Tage baut, könnte es sogar Minecraft-Spieler eine Menge Freude bereiten. Kann man kaufen. Wertung: 7 / 10


Rage Of The Gladiator
Kennt ihr noch Punch-Out auf dem NES? Rage Of The Gladiator (6,99,- Euro im eShop) schlägt in die gleiche Kerbe, verfrachtet uns aber in ein Fantasy-Setting, wo wir in Gladiatorenkämpfe gegen allerlei Monster und Wesen aus der griechischen Mythologie kämpfen müssen. Auf simpelste Art und Weise weichen wir den Angriffen des Kontrahenten aus, blocken sie, oder setzen zum Gegenangriff aus der Ego-Perspektive an. Was in einem ersten Durchgang, vom Schwierigkeitsgrad her, noch recht moderat ist, wird auf den höheren Stufen doch erstaunlich anspruchsvoll, da die Gegner dann zusätzliche Angriffe erlernen. Das erbeutete Geld stecken wir in immer bessere Waffen und Rüstungen - können unseren Kämpfer aber auch gleichzeitig in offensive und defensive Magie schulen, die sich dann in der Arena in Form von Spezialangriffen entladen lässt. Rage Of The Gladiator ist schon durchaus eine spaßige Punch-Out-Alternative. Die Grafik weiß zu gefallen, nicht zuletzt dank der richtig gut animierten Gegner. Richtig viel Substanz besitzt das Spiel dennoch nicht und wirkt auf Dauer dann doch ein wenig eintönig. Aber viel mehr als ein Spiel "für die paar Minuten zwischendurch" will es wahrscheinlich gar nicht für sich als Ziel beanspruchen. Wertung: 6 / 10




--->>> 3DS-Games im Juli

Samstag, 3. Juni 2017

3DS-Check 5/2017 - Von Legna Tactica bis Ascent of Kings


Kurz: Ascent Of Kings
Der Monat Mai beginnt für mich mit einem just frisch veröffentlichten Spiel aus dem eShop. Und ich bekomme spontan Augenkrebs. Klar, Grafik ist nicht alles - aber es sieht trotzdem nach absolut nichts aus: Ascent Of Kings (2,25,- Euro im eShop). Auch bei näherer Betrachtung kommt dieses spartanische Jump'n'Run mit Metroidvania-mäßigem Unterbau nicht so wirklich aus sich raus. Mit dem Wunsch zum König gekrönt zu werden, müssen wir in diesem Spiel mit ansehen, wie unsere Brüder sich auf die Reise machen. Da fackeln wir nicht lange, laufen und springen hinterher; und machen uns selbst auf die Suche nach dem königlichen Schrein. Innerhalb kürzester Zeit - nach allerspätestens eineinhalb Stunden sollten die allermeisten Spieler das Ende vom Spiel zu Gesicht bekommen - sammeln wir Extras auf, die uns einen Doppelsprung, Gleitflüge oder das werfen von Steinen erlauben, womit sich wiederrum neue Wege erschließen. Die Automap passt sich dem Spiel an und ist hässlich, aber irgendwie funktional. Die Steuerung fühlt sich ganz gut an, hat aber auch ihre Tücken bei einigen präzisen Sprüngen, die wir absolvieren müssen. Ascent of Kings ist zu kurz und wirkt durch sein völlig unspektakuläres Leveldesign nicht vollkommen zu Ende gedacht. Wertung: 4 / 10



Mäßig: Legna Tactica
Mit Legna Tactica (9,99,- Euro im eShop) buhlt ein weiterer neuer SRPG-Vertreter um die Gunst der Käufer. Wer also noch nicht vom kürzlich veröffentlichten Mercenaries Saga 3 satt ist (Hatte ich hier drüben mal getestet), der findet hier rund 15 bis 20 Stunden anhaltendes, neues Rundentaktik-Futter. Wie das Gros aller Spiele der Firma Kemco, so wirkt auch Legna Tactica ein wenig wie aus dem Baukasten, und würde qualitativ wohl gerne mehr sein, als das, was es de facto ist: totaler Durchschnitt. Die Story ist so eben noch interessant genug, um einen bei der Stange zu halten. Aber große Wendungen oder Charakterköpfe dürft ihr in der mittelmäßig-spannenden Hintergrundgeschichte nicht erwarten; eine emotionale Reise ist hier Fehlanzeige. Immerhin: vier unterschiedliche Enden warten auf diejenigen, die die Kondition besitzen, bis zum Ende durchzuhalten. Neben einem relativ kleinen Fertigkeiten-Baum ist auch der Loot in Legna Tactica oder das Design der vielen Kampfbildschirme nur eher mäßig zufriedenstellend. Zudem stellt sich die gegnerische KI ganz schön dämlich an, indem sie mit größter Wahrscheinlichkeit immer nur den nächstbesten eurer Truppe angreift. Anstatt sich auf angeschlagene Gegner zu fokussieren. Oder mal die Heiler zu flankieren. Die Steuerung ist funktional, die Mucke ist nett und die Grafik geht wohl auch in Ordnung. An die grobschlächtigen Animationen muss man sich allerdings erst gewöhnen, wenn man ganz andere Kaliber in Form eines Fire Emblem auf dem 3DS gewöhnt ist. Wer aber schon alle Fire Emblem-Spiele und die Mercenaries Saga-Titel auf dem 3DS durch hat, der findet hier immerhin eine zusätzliche Alternative. Viel mehr Priorität als die "Ersatzbank" wird aber niemand dem Spiel ernsthaft zumuten. Als solches erfüllt es seinen Zweck und kann auch mal zehn Euro wert sein. Es ist unbefriedigend in seiner Gänze , aber trotzdem ganz okay, um die Zeit totzuschlagen und nicht vor Langeweile aus Versehen RTL einzuschalten. Wertung: 5 / 10



Gelungen: Toki Tori 3D
Toki Tori 3D (1,99,- Euro im eShop) erschien ursprünglich bereits 2001 auf dem Game Boy Color. Auf dem 3DS wurde es ordentlich remastered: nicht nur allein das audiovisuelle wurde einer Frischzellenkur unterworfen (dann wäre es auch nur ein Remake), sondern auch die Levelaufbauten und Gegner wurden gründlich überarbeitet. Mit unserem pummeligen Küken müssen wir in diesem Mix aus Platformer und Puzzler alle Eier aufsammeln. Dazu stehen uns diverse begrenzte Hilfsmittel zur Verfügung: Brücken bauen, Teleporter nutzen oder auch mal die Gegner einfrieren. Während die ersten Stages noch im schnellen Rutsch bewältigt sind - und höchstens Tutorial-Charakter besitzen - gibt es im späteren Verlauf der vier Welten erstaunlich fordernde Kopfnüsse, die eure Kombinationsgabe auf die Probe stellt. An Toki Tori 3D gibt es so gut wie nichts zu bemängeln. Für gerade einmal zwei Euronen bekommt man hier einen tagelangen Knobel-Spaß, der gut aussieht, sich gut anhört und gut die Birne zum qualmen bringt. In seiner Gesamtheit ist die Remastered-Version hier sogar dem Original vorzuziehen, dank Komfort-Funktionen wie einer "Rückspulfunktion" (sollte man sich in eine Sackgasse bugsieren) und dem viel flüssigeren Spielablauf. Wertung: 8 / 10


Einfallslos: Gunslugs
Prozedural generierte Levels in einem Action-Spiel sind selten eine gute Idee. Gunslugs (1,99,- Euro im eShop) beweist das. Denn statt handgeklöppelte, möglichst spannend designte Stages vom Kaliber eines Metal Slug, wirkt hier alles so schnarchig nach 08/15. Egal, wie oft man auch das Spiel neu startet und die CPU einmal mehr das Level auswürfelt: originell ist das alles niemals-nicht. Das Spiel versucht den Trümmerhaufen von einem Leveldesign aber mit brachialer nonstop-Run-and-Gun-Action zu verschleiern. Am laufenden Band schießen wir in diesem grobpixeligen Spiel die heran rennenden Gegner nieder, und klauben dabei Munition und neue Waffen auf. Was in der ersten halben Stunde noch ganz witzig ist, wird später schnell repetitiv. Aber auch verdammt schwierig: die Gegner werden härter und Gevatter Zufall lässt uns halt nicht immer die Waffen in Kisten herumliegen, die wir so gerne hätten. Oder bräuchten. Denn wenn wir Panzer-ähnliche Stahlkolosse in 8-Bit-Optik aus den Weg räumen müssen, uns das Level aber nur Munition für die schwachbrüstige Handwaffe serviert, dann ist Frust vorprogrammiert. Humor kann man dem Spiel nicht abstreiten: ob wir nun zusätzliche Charaktere freischalten, von denen einer aussieht wie John Rambo - oder aufgesammelte Münzen in ein kurzes GameBoy-eskes Mini-Spielchen investieren. Die Entwickler hatten scheinbar Spaß bei der Entwicklung. Schade nur, dass dabei ein so mittelmäßiges Spiel rausgekommen ist. Wertung: 5 / 10



Spannend: Steamworld Heist
Kurz vor knapp noch ein paar Worte zu Steamworld Heist (14,99,- Euro im eShop). Das habe ich nämlich erst vorgestern - nach knappen fünfzehn Stunden Gesamtspielzeit - beendet. Und ich war mir nicht sicher, ob ich es noch in den diesmonatigen 3DS-Check reinquetschen könnte. Aber da ich dieses Rundentaktische Geballere eben im Mai gespielt habe, gehört es genau hierhin. Da es sicherlich noch viele gibt, die dem Spiel (genau wie ich) aus irgendwelchen Gründen bisher keine Zeit gewidmet haben, lasst euch gesagt sein: Steamworld Heist verdient Priorität beim abarbeiten eurer Pile Of Shame der noch ungespielten Sachen! In spannenden, rundenbasierten Kämpfen steuern wir hier eine immer größer werdende Truppe von individuellen Steam-Robotern. In der Seitenperspektive funktioniert das erstaunlich gut und bietet sogar eine Prise Worms, denn nach dem positionieren (möglichst in ausreichender Deckung) dürfen wir mit der ausgerüsteten Waffe selbst zielen. Ohne Zielhilfe kommt man sich da stellenweise wie in Team 17's Klassiker vor, wenn die Bazooka ausgerichtet und abgefeuert wird. Die Stages sind ordentlich bis gut designt und die insgesamt drei großen Gebiete bieten sogar story-bedingt ein paar Bosskämpfe. Die Optik ist mit viel Liebe zum Detail realisiert worden. Gleiches gilt aber auch für die Akustik. Allein die Country-mäßigen Songs in einigen Locations sind echt kultig. Das sehr dynamische und intuitiv spielbare Steamworld Heist hat mich verdammt positiv überrascht - und auch verdammt schnell süchtig werden lassen. Und welches Kompliment könnte man einem Spiel mehr machen, als dieses prickelnde Gefühl auszulösen, dieses jenes Spiel jetzt unbedingt spielen zu wollen? Alles andere als eine klare Kaufempfehlung für diese Indie-Perle auszusprechen ist verdammt vermessen. Nicht nur Freunde vom Rundentaktik-Genre sollten an Steamworld Heist ihre helle Freude haben. Von daher ... Wertung: 9 / 10



Mittwoch, 3. Mai 2017

3DS-Check 4/2017 - Von Blaster Master Zero bis Lifespeed


Blaster Master Zero
Mit Spannung hatte ich darauf gewartet, nachdem ich erste Spielszenen im Netz gesehen hatte: Blaster Master Zero (9,99,- Euro im eShop). Klang vielversprechend. Da ich den Kauf der Switch erst Ende 2017 rum anpeile, freute ich mich natürlich über eine Version für Nintendos "alter" tragbarer Konsole. Der ursprüngliche Entwickler SunSoft ist kein unbeschriebenes Blatt: zumindest deren Batman-Spiele für NES und Game Boy schwirren mir bei der Nennung der Softwarefirma sofort durch die wenigen Gehirnwindungen. Deren 1991 veröffentlichtes Blaster Master dagegen war mir vorher völlig unbekannt. In acht großen Welten ballern und springen wir mit unserem Buggy durch gut designte Level. Dabei können wir aber auch das Gefährt verlassen und als kleines Pixelmännchen für Radau sorgen - und auch nur so wichtige Höhleneingänge passieren. Dort schaltet das Spiel in die Vogelperspektive und wir ballern uns durch Labyrinthe und eliminieren interessante Bossgegner. Metroidvania-mäßig werten wir unseren Buggy nach und nach auf, und es erschließen sich neue Wege und Möglichkeiten, voran zu kommen. Wobei sich das vorhandene Backtracking erfreulicherweise in Grenzen hält. Wer sich besonders viel Mühe gibt, der schaltet eine neunte Stage frei, die es zuvor im Ur-NES-Spiel so nicht gab. Blaster Master ist sechs bis acht Stunden lang ein verdammter Spaß! Und das sogar - wie in meinem Fall - ohne rosarote Nostalgiebrille ; mit möglicherweise dezent-verschleiertem Blick in vergangene NES-Zeiten inklusive einem Blaster Master-Modul. Mit seinem moderaten Schwierigkeitsgrad und einer anständigen Automap dürfte es auch all jene abholen, denen das Original von 1991 noch viel zu schwierig war. Bock auf ballern, hüpfen und erkunden? Kaufen! Lohnt sich! Wertung: 9 / 10



Super Destronaut 3D
Einen Originalitätspreis wird Super Destronaut 3D sicherlich nicht gewinnen (1,99,- Euro im eShop). Handelt es sich doch hier um eine von zigtausenden Space Invaders-Kopien. Nicht nur, dass es vergeblich um eine Rechtfertigung kämpfen muss, warum die Welt nun doch noch ein weiteres Ballerspiel braucht, wie man es in fast exakt dieser Form schon seit 1978 zur Genüge gezockt hat. Nein, es muss sich auch den Vergleich mit all diesen Kopien, und nicht zuletzt dem Original, gefallen lassen. Schlimmer noch: gegen das aufpolierte Space Invaders Extreme auf dem Nintendo DS wirkt es geradezu bieder und lieblos. Während das Taito-Remake alles bietet, was das Fan-Herz begehrt (Endbosse, psychedelische Optik und Akustik, flankiert von ziemlich gutem Leveldesign), gibt es in Super Destronaut 3D nur eine endlose Welle von immergleichen Gegnern, je nach Zufall in unterschiedlichen Formationen. Das Ganze spielt sich gar nicht schlecht! Für die fünf bis zehn Minuten zwischendurch ist es sogar hervorragend geeignet. Nur stellt sich mir die Frage, warum hierfür Geld ausgegeben werden soll, wenn ich für die gleiche Summe gleich neun weitere Spiele kredenzt bekomme - neben einem dieser obligatorischen Space Invaders-Klone. Die Rede ist natürlich von der Arcade Classics Collection (hatte ich hier drüben bereits getestet). Für einen eventuellen Nachfolger muss sich Entwickler Petite Games noch einiges einfallen lassen. Echtes Leveldesign, einen Shop (mit permanenten Zusatzwaffen/Upgrades) und mehr Abwechslung bei den Gegnern wäre ein Anfang. Aber wie bereits erwähnt: Schlecht spielt sich das alles nicht. Es hat am Ende des Tages nur so verdammt wenig Substanz. Wertung: 5 / 10


Lifespeed
"Endlich: WipeOut meets F-Zero auf dem 3DS. Und das sogar ausschließlich auf dem New 3DS, um die zusätzliche Hardware-Power auszunutzen." - So ungefähr jedenfalls war mein erster Gedanke vor dem nächsten Spontan- und Blindkauf namens Lifespeed (5,99,- Euro im eShop). Ähnlich wie beim hier vorgestellten Super Destronaut 3D kann ich mich hier nur wiederholen: es ist summa summarum kein schlechtes Spiel! Wie grundsätzlich jedes  nur durchschnittliche Spiel immer ein gewisses Potenzial besitzt, um dem einen oder anderen wenigstens ein paar Stunden zu unterhalten. Mit seiner Mischung aus Tunnel-Raser und einem üblichen Racing-Game setzt sich Lifespeed leider nicht wirklich gekonnt zwischen die Stühle. Wipeout-mäßig sammeln wir Extras auf und können während der Rennen Gegner mit Raketen beharken oder uns einen zusätzlichen Boost verschaffen. So einen richtigen Geschwindigkeitsrausch kann das Spiel dabei nicht wachrufen, da es letztlich doch flüssiger laufen könnte - und sollte - und die Grafik ganz einfach eine ganze Ecke zu grobkörnig für dieses Genre ist. Zwei dicke Taktlosigkeiten leisten sich die Entwickler hier, die nicht unerwähnt bleiben dürfen: die Einzelrennen sind gleich völlig unbrauchbar, so lange nicht irgendwann mal via Patch nachgebessert werden sollte. Egal, welche Strecke ihr auch wählt: das System wird sich mit einer Fehlermeldung aufhängen und euch zurück in das 3DS-Menü werfen! Qualitätskontrolle anybody? Der zweite Unfall ist die Solo-Kampagne an sich: Die acht Strecken sind in einer knappen Stunde beendet und die Hintergrundgeschichte endet unbefriedigend-unvollständig mit einem "To Be Continued". Da kommt man sich schon ein wenig verarscht vor. Was bleibt ist die relativ seelenlos umgesetzte Option einer linearen Meisterschaft. Nun, selbst ohne seine dicken Schnitzer könnte Lifespeed nicht völlig begeistern. Es fühlt sich auf fast schon unverfrorene Weise unfertig und unpoliert an und kratzt haarscharf an einen Totalausfall vorbei. Schade um das verschenkte Potenzial. Wertung: 4 / 10



The Legend Of Kusakari
The Legend of Kusakari (4,99,- Euro im eShop) hat mal eine witzige Idee als Unterbau. Während im dortigen Fantasy-Reich mutige Helden gegen Monster in den Kampf ziehen, schlüpfen wir in die Rolle des Gärtners Kusakari, bewaffnet mit einer Sense - Und mähen das Gras! Tumulte zwischen Helden und Monstern weichen wir in den fünfzig Stages aus. Und auch die herumstreundenen Gegner lassen wir besser links liegen, um stoisch die Sense in die Grasbüschel zu schwingen. Das Ganze hat schon ein wenig von Pac-Man, wenn wir dort die einzelnen Maps freiräumen. Statt Pillen ist es dann halt Grünzeug, dass von der Karte gefegt werden muss. Ein beständiger Zeitdruck macht die Sache knifflig, denn unser Gärtner verliert am laufenden Band Energie - hinzu kommen (im späteren Spielverlauf) Felder, die ihn verlangsamen oder zusätzliche Energie abziehen, sodass dem Spiel durchaus eine strategische Komponente mitgegeben wurde: wir kommen nicht umhin, uns eine gute Taktik auszudenken, um die Level im gegebenen Zeitrahmen zu meistern. So richtig Abwechslungsreich ist das alles natürlich nicht. Hier macht sich dann doch schneller als einem lieb sein kann die spielerische Ernüchterung breit. Aber insgesamt ist The Legend Of Kusakari mal eine Proberunde wert. Tipp: Abwarten, bis es mal vergünstigt im eShop auftauchen sollte. Und dann möglichst in kleinen Zwischendurch-Sessions spielen. Auf die Dauer hat nämlich auch Gras keine Power. Wertung: 5 / 10