Freitag, 13. Juni 2014

Zuletzt gelesen: Retro Gamer 3/2014



Die spinnen doch, die Engländer! Retrospiele-Fans wissen das nur zu gut. Da wird dem ZX Spectrum eine größere Bedeutung zugemessen, als einem Commodore 64 - und Spiele wie Altered Beast oder Bart Simpson VS the Space Mutants finden lobend Erwähnung. Der Atari ST wird gar zum Außenseiter deklassiert, obwohl er eine gewichtige 16-Bit (Vorreiter-) Rolle inne hatte, noch bevor der Amiga überhaupt so richtig Fahrt aufnehmen konnte.


Super!!! Oder ... ähh, nee, doch nicht.

Objektiv betrachtet alles Quatsch mit Soße. Und wer nun glaubt, er findet sich in der übersetzten Retro Gamer von solchen Schenkelklopfern verschont, der sieht sich getäuscht. Klar, das deutsche Pendant kann man als eine Art "Best of Retro Gamer" ansehen ;  die GamersGlobal-Redaktion pickt sich die relevantesten Artikel heraus, übersetzt sie (zumeist) tadellos und versucht das abfeiern von irrelevantem Quark herauszusieben.  Letzteres gelingt aber nicht immer. So kommt es schon seit der Erstausgabe immer wieder zu echt fragwürdigen Lobpreisungen, die nur ein dickes Fragezeichen auf der Stirn hinterlassen. Da kann man sich gepflegt drüber aufregen, wenn selbst das heutige deutsche Magazin so Englisch ist, wie es schon in den frühen Neunzigern die Magazine aus Great Britain waren. Oder aber man nimmt das mit Humor. Ungewollt bietet die Lektüre somit immerhin was Diskussionswürdiges, wenn Gurkenspiel XY auf einen imaginären Thron gehoben wird. Die Retro Gamer als Indikator für leidenschaftlich geführte Debatten in Foren oder in der Anlaufstelle Nr.1 für classic Games-Besessene (www.kultboy.com)? Ja, warum nicht!?


Außenseiter? Zumindest Fragwürdig.

Durch die Einstampfung der Neo-PowerPlay hat es sich ja quasi angeboten, dass Michael Hengst seine verfügbar gewordene Zeit in ein ähnliches Projekt investiert. Ab dieser Ausgabe verstärkt er das Kernteam der deutschen Retro Gamer. Hallo Michael! Find ich großartig! Seinen damaligen Verriss bezüglich Another World habe ich ihm nie verziehen - schon als schwer pupertierende Dreizehnjährige erkannte ich die grenzenlose Großartigkeit dieses Kunstwerks. Aber, ach, dreiundzwanzig Jahre später waltet Gnade vor Recht. Schließlich hat der Mann so unglaublich viele lesenswerte Testberichte in die Tastatur gehauen. Ausrutscher sind da legitim.
Laut Editorial scheint das Magazin zusätzliche Verstärkung aus deutschen Landen in Betracht zu ziehen. Also dann: fragt doch mal den Harald Fränkel, den Gunnar Lott oder den Martin Deppe. Von mir aus auch gerne mal eine Petra Schmitz, die ja ebenfalls nicht erst seit 10 oder 15 Jahren spielt - und somit gleichzeitig exemplarisch als Gattung der female Gamer die Retro Gamer bereichern könnte.

Genau hier liegen auch die Stärken des 196 Seiten starken Blattes. Während der (übersetzte) Großteil der Artikel an Identitätslosigkeit leidet, punkten die eigens fürs deutsche Mag geschriebenen Sachen. Wenn Heinrich Lenhardt auf sechs Seiten die Firmengeschichte von Kingsoft Revue passieren lässt, dann ist das einfach großes Kino. Winnie Forster berichtet trocken - aber fast Intravenös, was Infos angeht - über die japanische Spieleindustrie. Und zwischendurch blitzen immer Spiele-Vorstellungen durch. Mick Schnelle empfiehlt Warsong. Michael Hengst erklärt die Faszination von Wizardry IV. Anatol Locker staunt über Midi-Maze. All das macht nicht mal ein Drittel der aktuellen Ausgabe aus. Aber sie geben der Retro Gamer das dringend benötigte Gesicht. Mehr davon!

Als Fazit bleibt festzuhalten: Da ist noch massig Luft nach oben. Der horrende Preis von 12,90,- Euro wird wohl auch zukünftig nur extreme Liebhaber zum Kauf verführen. Aber das ändert natürlich nichts an der Tatsache, dass die Retro Gamer unterhält und auf wirklich gutem Papier gedruckt wird (kein Vergleich mit den Schlabberseiten einer Games Aktuell oder PC Games). Das Magazin scheint mir im Moment auf der Suche nach Eigenständigkeit, nach einer Identität zu sein. Aber es könnte spannend werden zu verfolgen, wie sie im Laufe der Zeit immer besser wird oder gar stagniert. Ich bleib auf jeden Fall am Ball und würde allen - die noch nicht zugegriffen haben - empfehlen, mal exemplarisch in eine Ausgabe hineinzuschnuppern.

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Sonntag, 1. Juni 2014

Top 5 der heißesten Spieleredakteure Deutschlands 2014


Erst letztens bin ich via YouTube auf ein paar Videos für Katharina Reuß gestoßen. Die attraktive Spieleredakteurin arbeitet derzeit bei der Games Aktuell. Durch eine wuchtige Onlinepräsenz sind natürlich dementsprechend viele Fotos und Videoschnipsel von Frau Reuß im Umlauf - was ihre Fans zum Anlass nehmen, so genannte Tribut-Videos auf Plattformen wie z.B. YouTube zusammen zu schneiden.


Fand ich interessant ... auch wenn ich nach wie vor nicht weiß, ob solche Videos als Vorlage zum onanieren dienen, oder eher einer harmlosen bis süßen Glorifizierung nahe kommen. So ein Video kommt ja auch eher mal weniger mit Details um die Ecke, die Fragen nach dem "Warum?" beantworten könnten. Oder dem "Was genau ist so scharf an ihr?".

Mutig klopfte ich bei Opa Google an die Tür und fragte: "Du ... Opi. Kannste nicht mal nach was suchen, wo das männliche Äquivalent drin vorkommt?" --- Aber der Kerl zuckte nur mit den Schultern. Und ging dann wieder schlafen. Woraufhin ich dann auch mit den Schultern zuckte und beim hinausgehen leise murmelte: Pff, dann mach ich's eben selbst.

Und so entsteht dieser (wieder mal in aller Eile verfasste) Blogeintrag, um den Beweis anzutreten: Ja, es gibt auch extrem heiße Spieleredakteure in der deutschen Presselandschaft. So gutaussehend, dass man sie niemals-nicht von der Bettkante schubsen würde. Nur traut sich anscheinend keiner, sie auch mal beim Namen zu nennen und einen entsprechenden Beitrag im WWW zu hinterlassen.
Oder das Ganze fußt nur auf dem alten Problem, dass die Spieleszene immer noch nicht ausreichend genug weiblichen Anlauf erfahren hat. Von der Szene in der Szene ganz zu schweigen: Mädels anzutreffen, die sich durch die Print- und Onlinemedien durchlesen (und eventuell mitdiskutieren) sind gleich nochmal so schwierig anzutreffen ... mindestens.
Hier also von meiner Seite aus eine - natürlich völlig subjektive - Top 5 der schärfsten Spieleredakteure. Mit der Vorweg genommenen Bitte um entsprechende Tribut-Videos (also schmeißt doch mal euren Video-Editor an, Mädels, falls ihr hier herein gestolpert sein solltet). :)


Platz 5:

...und damit soeben noch im Club "Guck Dir die geile Sau mal an!" vertreten: Burkin Sancak.
Arbeitete zuletzt bei der (mittlerweile eingestellten) Consol Plus, und scheint die Art von Typ zu sein, mit der man Pferde stehlen gehen kann. In eurem belebten Stadt-Zentrum ist diese Art von Typ mit sich und seiner Umgebung im Reinen. Quasi zufrieden mit sich selbst und der Welt und einem locker daher gemurmelten "Hey, alles bleibt locker, Mann." auf den Lippen.
Burkin hat eine dezente orientalische Aura, was ihn bei vielen Mädels in der Wertungsskala automatisch nach ziemlich weit unten bugsiert (ungewollt und unverschämt :)). Aber es gibt natürlich auch Frauen, bei denen er durch seine türkische Herkunft Pluspunkte sammelt. Besonders dann, wenn Tradition und Moderne aufeinander treffen.
Wer das deutsche Pendant zu Herrn Sancak sucht: haltet nach lässig daherschlendernden Typen mit Heavy Metal T-Shirts in eurer Stadt ausschau. Vom Charakter her kommen die unseren Deutsch-Türken meistens am nächsten. Eine coole Frisur zum herumwühlen hat der Consol Plus-Redakteur allerdings auch. Haare können ja so sexy sein - besonders dann, wenn sie auf Wanderschaft gehen. :)


Platz 4:


...und damit den kleinsten Kommentar unter seiner glorreichen Platzierung erhält hiermit: Felix Schütz. Und das hat nichts damit zu tun, dass ich ihn anfangs für schwul hielt (böse Fehlinformation durch nicht intensiv genug gelesene PC Games-Ausgabe, in der ich törichterweise glaubte was diesbezüglich zu lesen). Nein, er gehört einfach zur Kategorie "authentischer Typ von nebenan". Der süße, natürlich wirkende Boy aus der Nachbarschaft, der mit Authentizität und generellen gutem Aussehen punktet. Die meisten Mädels landen letztendlich bei solchen Typen - wenn sie sich nicht mega-dämlich anstellen - und damit machen sie auch rein gar nichts verkehrt, sich einen solchen für Daheim zu angeln.
Felix ist kein George Clooney und (höchstwahrscheinlich) auch kein Einstein. Nö, er ist einfach er selbst, kann mit seinem interessantem Gesicht und seinem Lausbubenlächeln gewinnen. Und vielleicht auch noch mit vielem mehr - da ich ihn nicht persönlich kenne, ist mir das alles unbekannt. Aber er sieht verdammt gut aus, und darum geht es hier ja letztlich. :) Felix spielt und schreibt bei der PC Games.


Platz 3:


...und damit bekommt er immerhin eine fantastische imaginäre Bronzemedaille um den Hals gehängt: Harald Fränkel. Der ehemalige PC Action-Redakteur galt schon anno damals als Bad Boy, wenn er die Leserbriefschreiber aufs Korn genommen hat. Sein Image hat sich mit seinem derzeitigen YouTube-Kanal nicht wirklich gewandelt - Hater und Hirnlos-Kommentierer werden gerne mal derbe auf die Schippe genommen, ohne auch nur ein winziges Blatt vor den Mund zu nehmen. Sollte es einem treffen: Humor ist, wenn man trotzdem lacht.




Und ja, Mädels stehen auf solche Typen. Da werden sämtliche Phrasen wie "Er ist mein Beschützer" und "Ein starker Typ zum Anlehnen" in diese Leute hinein projiziert. Denn Harald ist gut gebaut und auch aufgrund seiner extrovertierten sexy-Frisur sicherlich jemand, mit dem man sich nicht gerne auf offener Straße anlegen würde. Mit so einem geht man doch gerne mal Arm in Arm selbst durch die verruchtesten Gegenden im Ruhrpott spazieren. Und von so einem hübschen Kerl lässt man sich auch gerne mal sagen, was man tun & machen soll - auch (oder gerade?) so in ganz bestimmten privaten Situationen. Hart, härter, Fränkel!
In Wirklichkeit hat der ehemalige Leserbriefonkel natürlich auch eine sehr freundliche und warmherzige Ader und - nicht zuletzt - auch ordentlich was in der hübschen Birne. Gehört wohl zur Kategorie "markant attraktiv, weil 101%ige Männlichkeit ".


Platz 2:


...und damit ebenfalls unter den allerheißesten Spieleredakteuren aus dem deutschen Blätterwald ist: Christian Schmidt. Der ehemalige Schreiberling des Spielemagazins GameStar ist mit Sicherheit der Traum einer jeden Nerd-Braut. Also jemand, mit dem man sich Stundenlang über Spiele und den kleinen Kosmos der Branche unterhalten kann - und der zudem gut aussieht und total charmant daher redet. Christian könnte man für eine deutsche Verfilmung des Themas "Alexander, der Große" in die Tracht schleudern - und er würde als Eroberer eine verdammt gute Figur machen, auch wenn er nicht über die - wohl eigentlich erforderlichen - Muskelberge verfügt. Aber darauf kommt es letztlich nicht immer an. Intelligent, witzig, charmant ; alles schön und gut. Geht es ans Eingemachte rücken andere Perspektiven in den Fokus. Christian hat lange Haare, ein verdammt hübsches Gesicht (das durch seine nicht allzu sehr Testosteron-geschwängerten Merkmale noch zusätzlich an Reiz gewinnt), ist Schlank und Rank und hat - eventuell - noch mehr zu bieten. Wer weiß? Wer sich Herrn Schmidt geangelt hat, darf sich sicherlich glücklich schätzen. Du Glückliche! :)


Platz 1:


...und damit definitiver Sieger dieses kleinen Blogs ist hiermit: Fabian Siegismund. Typen wie er werden gleichermaßen geliebt und gehasst, denn sie sind das Aushängeschild jeder Schulklasse. Sie werden meistens zum Klassensprecher gewählt und sind auch bei der Spielerwahl im Sportunterricht immer unter den ersten dreien, nur weil sie so gut aussehen - und obendrein noch eine unverschämt verführerischen Charme an den Tag legen. "Das geht gar nicht!" - denken sich da viele männliche Vertreter in der Klasse, die nur mit einem eher durchschnittlichen Aussehen gesegnet wurden. Und schon hat man ein neues Feindbild, dass man ausdrucken und auf das man Zuhause seine Dartpfeile werfen kann. Die weibliche Gefolgschaft dagegen hält sich ran, um ihm näher zu kommen. Den bestaussehendsten in der Klasse geangelt zu haben schmeichelt nicht nur dem eigenen Ego und das verlangen nach körperliche Nähe, sondern steigert auch das Image in der ganzen Schule.
Der ehemalige Gamestar-Redakteur ist nicht nur verdammt gut gebaut und hat dieses aufregende Sonnyboy-Sonnenschein-Lächeln, sondern ist auch Frisur- und Klamottentechnisch immer auf der Höhe der Zeit. Er legt das Klischee von dem Brilletragenden Nerd oder dem übergewichtigen Geek (oder schlimmstenfalls: beides) ad absurdum. Fabian ist schlicht gesagt einfach nur eine geile Sau - und die Redakteurinnen, die auf engstem Raum mit ihm zusammenarbeiten durften sind einfach nur zu beneiden.


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Samstag, 31. Mai 2014

Zuletzt gelesen: "Das Geständnis" von John Grisham



Kritiker werfen ihm vor, dass er Jahr für Jahr dasselbe Buch schreibt - nur um Nuancen verändert. Das wird dem, in Virginia lebendem, John Grisham allerdings nicht gerecht. Denn im Genre der Politthriller hat er seine ganz eigene Nische gefunden, sich dort ein Bett und eine Kerze aufgestellt, und denkt nun (verständlich wegen der Erfolge seiner Bücher) gar nicht daran, seinen errungenen Platz zu räumen.
Als ehemaliger Jura-Student drehen sich der Großteil seiner Romane um Prozesse, Anwälte und dem Apparat der Justiz generell. Einen Grisham zu kaufen bedeutet, zu wissen was einem erwartet. Fast ohne Kompromisse.

In "Das Geständnis" geht es um den zu Tode verurteilten Donte Drumm. Dieser sitzt seit nunmehr 9 Jahren in der Todeszelle und wartet auf seine Hinrichtung im Staate Texas. Und obwohl die Beweislage (Vergewaltigung & Mord an einer Siebzehnjährigen) massive Lücken aufweist und Drumm sein Geständnis unlängst widerrufen hat, scheint seine Zeit nun abgelaufen. Es ist kurz vor Zwölf, als plötzlich der schwer Erkrankte Travis Boyette auftaucht, und den Mord gesteht. Für den Verteidiger und seine Kanzlei beginnt daraufhin ein Wettlauf gegen die Zeit.

Grisham schafft es, schon zu Beginn Spannung aufzubauen, denn das Geständnis erreicht zuallererst einen Geistlichen. Und es ist gar nicht gewiss, ob (und falls doch: wie?) dieser seine neu gewonnenen Informationen weiterreicht.
Lediglich gegen Ende der Geschichte wirkt der Autor ein wenig gehetzt, so als wolle er nun schnell zu einem Abschluss kommen. Das Geschehen um den wahren Mörder hätte man an dieser Stelle gerne noch etwas mehr vertiefen dürfen. Stattdessen wird seine Geschichte - mal von Rückblenden seiner blutigen Vergangenheit abgesehen - ziemlich schnell ad acta gelegt. Schade.

Dennoch ein sehr empfehlenswerter Roman. Das dramatische Versagen der Justiz und das unbändige Damoklesschwert der Todesstrafe kann einen durchaus nachdenklich zurücklassen.

                                                  Wertung: 8 / 10

Samstag, 19. Oktober 2013

Aufstieg und Fall eines YouTube-Kanals

Drama, Baby, Drama! Aber nein: nicht hier und nicht jetzt. Das wird kein Blogeintrag von wegen "Alles ist Scheiße gelaufen - und irgendjemand, außer natürlich ich, ist schuld daran!". Und das Gegenteil davon werde ich jetzt auch nicht zelebrieren: Selbstbeweihräucherung!? BITTE schmeißt mit Hater-Kommentaren nur so um euch, sollte ich mich jemals dazu herablassen.

WTF Game Tracks Logo 2013
Am vergangenen 14.Oktober hab ich meinen YouTube-Kanal endgültig dicht gemacht. Ziemlich Kleinlaut hab ich das einfach in die Diskussionsecke des Channels gepostet - und jetzt, ein paar Tage später (wie eigentlich auch geplant) will ich die Zeit dort einmal kurz bis mittellang Revue passieren lassen. Außerdem möchte ich an dieser Stelle so ganz offiziell meinen Dank aussprechen. Anhand guter Beispiele würde ich auch gerne dabei aufzeigen, warum jeder User einen Kanal nebenher - wenigstens Zeitweise - laufen lassen sollte, und was man daraus für enorme Erfahrungswerte ziehen kann. Nerdig gesehen.

 Als ich 2008 den Kanal startete und mir so dachte "WTF? Alle Kanäle mit Spieleklassikern haben ein stinkelangweiliges RETRO im Namen!" hatte ich dann auch so ziemlich schnell den Namen für meinen eigenen Kanal. Der durfte alles sein, nur eben bloß kein generisches Retro dies und Retro jenes. Von Videobearbeitung hatte ich überhaupt keinen Plan - und die benötigte Software erst recht nicht. Es war also ein Sprung ins kalte Wasser. Der ist selten mit besonders viel Spaß an der Sache verbunden, als viel mehr mit großem Aufwand, sich in eine Materie einzuarbeiten, die man bisher nur als Zuschauerin mitbekommen hatte. Die ersten Videos wurden also mit einem Freeware-Slideshow-Maker hergestellt, an dessen Namen ich mich noch nicht mal mehr erinnern kann. Ein paar Bilder aus einem Spiel aneinander gereiht - eine passende Hintergrundmusik: fertig! Schon hatte ich die ersten 20, 30 Videos, wie sie zwar simpler nicht sein konnten, aber immerhin waren es meine eigenen. Etwa zwei Jahre lang hab ich mich dann langsam an die Videobearbeitung herangetastet. Der Kanal lief immer nebenher und musste quasi als Baustelle herhalten. Die unterschiedlichen Formate wurden studiert (avi, mpg, mov usw) und es wurden Foren besucht, wo über die unterschiedlichsten Kompressionsverfahren gefachsimpelt wurde. Ich musste das schließlich alles wissen, und wollte nicht einfach blindlings irgendeinem Videoformat den Vorzug geben. Außerdem wurde der Umgang mit einem Programm wie Audacity perfektioniert, da ein Video natürlich auch ein Audiovisuelles Erlebnis darstellt.

WTF Game Tracks Logo 2010
Bevor es dann aber intensiver wurde, kam mir YouTube in die Quere. Oder vielmehr: ich mir selbst! Denn ich war doch ziemlich unbedarft an die Sache rangegangen, packte Musik von großen Künstlern in meine Videos und erntete erst einen, dann zwei und schließlich auch den finalen Copyright-strike. 2009 rum war der Kanal dann plötzlich weggefegt worden. Und mit was? Mit Recht. YouTube hatte nur das getan, was ich an deren Stelle ebenfalls gemacht hätte: hart durchgegriffen. Dumm nur, dass ich keinerlei Backups von meinen Videos gemacht hatte - alles, aber auch alles, war ins digitale YouTube-Nirvana verschwunden.

Als ich 2010 dann WTF Game Tracks (wie Phönix aus der Asche) wiederauferstehen ließ, wollte ich die Sache etwas bedachter angehen und den Kanal nicht mehr so Stümperhaft, sondern wenigstens Semi-Professionell, in die Gänge treiben. Als gebranntes Kind suchte ich mir natürlich erst mal passende Musik, damit YouTube nicht wieder mit dem Vorschlaghammer um die Ecke kam. Ich schrieb im Laufe der Jahre immer wieder mal ein paar Kontakte an, die mir auch bereitwillig zusagten, ihren Content zu nutzen. Und auch im Forum von Remix64 bekam ich tolle Unterstützung einiger bekannter Remixer aus der Szene. Klar, ich hätte das musikalische schon selbst stemmen können, da ich in der Hinsicht auch schon Erfahrung sammeln konnte - aber ich bin Selbstkritisch genug, um zu erkennen, dass andere Leute das einfach viel, viel besser als ich können.

WTF Game Tracks 8-Bit-Logo 2011
Ich hatte keine Ambitionen mehr, Slideshows zu machen - der Hügel war restlos abgegrast - also arbeitete ich mich in eine Demoversion von Camtasia Studio ein und brachte damit die ersten "richtigen" Videos auf meine HD. Das Programm genügt bis heute meinen Ansprüchen und war seine wahnsinnige 250 Euro auch wirklich wert - ganz besonders seit dem letzten großen Update. Mit Camtasia kam dann auch die Einbindung von Grafiken und Animationen und einmal mehr musste ich Programme perfektionieren, die ich vorher nur lapidar kannte. Vom kostenlosen Photoscape über das allseits bekannte Photoshop bis hin zu Animations-Programmen wie Cinema 4D oder der Freeware Gimp.Die letzten drei Jahre waren ein einziger Lernprozess, zwischen und mit diesen Programmen zu jonglieren, um dann schlußendlich Material zu haben, damit die teure Videobearbeitung gefüttert werden konnte.

WTF Game Tracks Logo 2012
Und während ich diese Zeilen hier gerade in die Tastatur tippe, kann ich behaupten, all diese Programme (und noch viel mehr nicht genannte) im Schlaf zu beherrschen. Das bedeutet nicht, dass ich in den Bereichen Grafik/Animation nun anderen das Wasser reichen könnte, die schon Jahrelang nichts anderes machen. Aber es ist ein netter Nebeneffekt, etwas in nur wenigen Minuten hinzubekommen - wo andere Stunden- oder Tagelang für brauchen und grübelnd vor der Software sitzen. Eine Zeitersparnis, die mir auch in Zukunft nützlich sein wird. Alleine deswegen hat sich die Reise auf YouTube schon gelohnt und erachte ich auch als lohnend für jeden von euch. Eine, wie in meinem Fall jetzt, fünfjährige Reise (wo man dann halt auch zwischendurch Videos abliefert) setzt einfach voraus, dass man sich in vielen Bereichen selbst weiter schult, frei nach dem Motto: learning by doing. Es ist aber kein stumpfer Lernprozess. Keine lahme Theorie. Sondern das ganze wird umgehend belohnt, denn eure Videos werden im Laufe der Zeit automatisch einfach immer besser, weil bessere Animationen kreiert werden können, bessere Fotomontagen, ihr die Kompressionsverfahren auswendig könnt (und dort keine typischen Fehler begeht) und auch vor keiner Wav und MP3-Datei halt gemacht wird, um sie ruckzuck zu modifizieren oder als Soundcollage in euren Videos zu gebrauchen.

Ein mehr als nur netter Nebeneffekt sind natürlich auch die Kontakte, die man mit einem YouTube-Kanal knüpfen kann. Das reicht von (mehr oder weniger) seriösen Partnerschaftsangeboten innerhalb dieser Plattform - bis hin zu Kontakte darüber hinaus in weit größere Firmensitze. In meinem Fall gabs zum Beispiel grünes Licht von Firmen wie Team 17 oder auch Konami, bei denen ich nachgefragt hatte, ob ich dieses oder jenes Spiel in meinem Kanal featuren dürfte. Schon hatte ich ein paar Videos mehr, die ich hochladen konnte und ein (copyright-)Schlag von YouTube war so weit entfernt, wie Schnee mitten im Juli.




Oder man baut Kontakt zu den großartigen Jungs vom Stay Forever Podcast auf und darf deren Videos in unregelmäßigen Abständen übernehmen. Wer Gunnar Lotts legitimen Hang zum Perfektionismus in Sachen Präsentation kennt, der kann sich denken, dass das schon fast einem Ritterschlag gleichkommt. Sobald ihr euer Handwerk also einmal einigermaßen beherrscht, solltet ihr nicht davor zurückschrecken, auch Auftragsarbeiten anzunehmen, wo immer ihr sie herbekommen könnt. Es ist eine ganz eigene Erfahrung, gesagt zu bekommen "änder mal dies" oder "kannst du so was einbauen?" und artet in eine Form der kollektiven Arbeit aus, aus der ihr noch mal einen ganz eigenen Erfahrungsschatz plündern könnt.




Last but not least: die YouTube-User. Ein bunt gemischtes Völkchen aus aller Welt. Ich hab im Laufe der Jahre eine ganze Menge an interessanten Leuten dort kennengelernt. Größtenteils natürlich welche, die sich der Themen wegen in meine Videos verirrt haben und so eher der Kategorie "Retro-Gamer" angehören.  Ja, der Grundtenor ist da ziemlich Harsch. Und es wurde auch bei mir des Öfteren mal rumgetrollt. Und das nicht nur vom Betreiber des Radiosenders Radio Paralax, der zufällig mitbekam, dass ich mich von der Facebook-Seite losgelöst ("mag ich nicht mehr" gedrückt) hatte und schon wenige Stunden später dann dafür einen eingeschenkt bekam. Nein, Trolle gibts dort wie Sand am Meer. Darauf muss man einfach gefasst sein, sobald man einen Kanal eröffnet. Die Devise "Ignorieren statt agieren" hat sich hier als verdammt nützlich erwiesen. Keiner von denen kann ihr Interesse lange genug aufrecht halten, wenn da nichts zurück kommt. Das ist Fakt.

Zum Abschluß dieses (viel zu langweiligen) Blogeintrags möchte ich mich noch für eine Viertelmillion Videoaufrufe, fast 800 Abonennten und ein paar tausend Kommentare unter meinen Videos bedanken. Ganz besonders aber bei den vielen lieben Leuten, die mich in irgendeiner Form unterstützt haben (Chris Abbott and his magic Remix64-Orchestra (TM) - which includes each and every remixer who supported WTF Game Tracks :))  Es hat eine Menge Spaß gemacht und war, wie weiter oben schon beschrieben, letzendlich auch eine sehr lehrreiche Reise. Der Kanal selbst bleibt natürlich bestehen - solange YouTube ihn da rumstehen lässt - auch wenn keine uploads mehr stattfinden.

WTF Game Tracks @ YouTube

Donnerstag, 3. Oktober 2013

PC-Review: Völgarr the Viking - Offenbarungseid für Casual-Gamer

(Eine überarbeitete Fassung dieses Testberichts findet ihr hier: http://www.gamersglobal.de/user-artikel/voelgarr-the-viking)

Titel: Völgarr the Viking
Hersteller: Crazy Viking Studios
http://www.crazyvikingstudios.com/
Erschienen: 2013
Gespielt auf: PC

Der Startbildschirm: Wir orientieren uns radikal nach rechts


Auf Kickstarter scheint alles mögliche und unmögliche vertreten zu sein. Die Entwicklung dort ist für uns Zocker jedenfalls extrem spannend zu verfolgen. Von der Planung bis hin zum eigentlichen Spiel, dass dann endlich auf der heimischen Kiste ausgiebig gespielt werden darf - ein Prozess, der einem leeren Blatt gleicht, dass irgendwann mal ein fertiges Buch wird.
Wie ich nun erneut feststelle: Finanzierung, Diskussion, Work in Progress - alles schön und gut - aber so richtig interessant wird es letztlich doch nur, wenn man das Produkt in seiner vollen Reife auch endlich mal spielen darf. So geschehen bei Volgarr the Viking. Und das hat von vorne herein schon mit seiner Härte gewarnt, nur was für die "Core-Gamer" zu sein.


Rastan - auf dem Commodore 64

Schon nach den ersten zehn Minuten in Volgarr the Viking ist klar, von wem sich die Macher inspiriert haben lassen. Das alles wirkt wie ein Rastan 2.0 - dieser knüppelharte Plattformer mit dem Conan-Verschnitt, den Taito 1987 via Arcade-Automat (später auch Umsetzungen für diverse Konsolen und Heimcomputer) auf die Menschheit losgelassen hat.
Volgarr setzt auf die gleiche Simplizität: springen und schlagen. Und ab und an mal einen Speer auf die Gegner werfen. Dazu gesellt sich ein Schwerthieb nach unten, den man anwenden kann, wenn man sich im freien Fall befindet.  Eine Doppelrolle in der Luft ist ebenfalls drin. Aber das war es dann auch schon. Bereits nach wenigen Minuten hat man seinen Charakter im Griff, da hier keine unzähligen Moves auswendig gelernt werden müssen. So einfach kann das Heldenleben manchmal sein.


Ableben leicht gemacht - schon zu Beginn

Wo die Steuerung relativ leicht und intuitiv daherkommt, setzt Volgarr aber im Gegenzug schon zu Beginn auf Gegnermassen und fordert vollste Konzentration, um das elende Gesocks dort in die Schranken zu weisen. Wer mit genügend Naivität an das Spiel rangeht, der stirbt schon im allerersten Abschnitt des Spiels ein paar Dutzend Tode.
Früh wird einem bewusst, wie essentiell wichtig zusätzliche Ausrüstung ist. Die findet man alle paar Bildschirme immer wieder mal in Schatztruhen gebunkert. Ein besserer Schild, Helm, Feuerschwert - all das ersetzt eine nicht vorhandene Lebensanzeige des muskelbepackten Wikingers. Darauf haben die Entwickler nämlich bewusst verzichtet. Denn wenn der Spieler einstecken muss, dann sieht er es sofort anhand seiner Spielfigur:. Das Feuerschwert ist futsch, der Schild zerbricht, der Helm knickt in seine Bestandteile zusammen ... während der, nur noch mit dem Schwert bewaffente Volgarr, dann bei einem erneuten Treffer Blut und Knochen nach allen Seiten verteilt.
Game Over? Nein. Nur noch zwei Leben übrig? Auch das nicht, Unsterblichkeit sei Dank. Aber man wird gnadenlos zurück zum Anfang der rar gesäten Speicherpunkte teleportiert.


Odin sei Dank: ein Schild!


Nur mit einem brauchbaren Schild lassen sich Schläge und Projektile im letzten Moment noch abwehren.
Da manche Monster mehrere Schläge einstecken - und auch gerne mal zurückschlagen - ist ausreichender Schutz das A und O. Wer ohne Schild durch die Pampa läuft, hat es gleich doppelt so schwer.
Zudem leidet das Spiel an der Castlevania (oder Ghosts'n'Goblins-) Krankheit und macht dem Spieler klar: ein Sprung ist ein Sprung! Deal with it!
Man hat also keine Möglichkeit während einer Sprungpassage oder einem freien Fall noch irgendwie die Richtung von Volgarr zu ändern. Was sich auf dem Papier so rudimentär harmlos anhört, entwickelt sich innerhalb des Spiels zu einer echten Zerreißprobe. Jeder Sprung muss sitzen und sollte am besten vorher abgewägt werden.
Und rumgehüpft wird hier nicht gerade wenig, denn die Speere bleiben im Mauerwerk haften. Dadurch erreicht man höher gelegene Plattformen. Die Viking Studios haben es sich nicht nehmen lassen, das ausgiebig auszunutzen - schwierig zu erreichende Plattformen gibt es dort des Öfteren Mal.


Wir sichern uns ab, indem wir Speere in die Wand kloppen



Ohne gutes Timing bleibt die kriechende Schlange hier Sieger

Es dauert nicht lange, bis man im Spiel gewisse Stellen erreicht, die scheinbar völlig unlösbar sind. Spätestens beim Endgegner der allerersten Welt sitzt man erst mal ein paar Sekunden ratlos davor, da sein Schild der Kategorie "Ich: Riese! Du: nichts!" restlos alles abwehrt, was man ihm so entgegen werfen könnte.
Und selbst wenn sich einem die Lösung offenbart: man benötigt wahrscheinlich gleich mehrere Anläufe, um sich das Timing anzueignen, das benötigt wird, um ihm wortwörtlich die Fresse zu polieren.
Anstrengend.
Aber am Ende konsequent, denn genau so erwartet man es doch von einem BOSS am Ende eines Levels, oder nicht?

The incredible Hulk trägt neuerdings hübsche Accessoires: der Endgegner von Welt 1

Und so hüpft und schnetzelt man sich durch die Welt von Volgarr the Viking, fühlt sich in die 80er und 90er Jahre zurückversetzt, weil man das Spiel nach und nach auswendig lernt um es zu meistern, und erfreut sich an der unheimlich präzisen Steuerung. Fehler werden im Spiel selten verziehen - aber am Ende des Tages liegt es doch nur an dem Spieler selbst, diese Fehler nicht zu begehen.
Der Grafikstil ist sehr eigen und weiß nicht wirklich zu gefallen. Man wusste wohl selbst nicht genau, ob man nun einen Retro-look haben wollte oder sich doch eher an aktuelle Flash/Indie-Produktionen anlehnen sollte. Herausgekommen ist dabei dann ein kruder Mischmasch zwischen Retro und Moderne, der streckenweise wirkt, als hätte die Liebe zum Detail gefehlt.
Aber zumindest die Animationen sind ganz ordentlich. Volgarr und eine Vielzahl der Gegner bringen sich hübsch in Szene mit ihren Bewegungen.
Gelungen ist auch die orchestrale Musik, die zwar den einen oder anderen prägenden Ohrwurm vermissen lässt, aber mit ihrer heroischen Ausrichtung schon voll ins blutige Geschehen passt
Mit insgesamt 6 großen Welten besitzt das Spiel auch einen richtig guten Umfang. Da dürften selbst bei extrem versierten Spielern sehr viele Stunden draufgehen, bis man am Ende dem allmächtigen Drachen gegenübertritt, der Dreh- und Angelpunkt der müden Hintergrundgeschichte ist.
Apropos: Hintergrundgeschichte? Interessiert doch keine Sau, bei diesem Hack&Slay in guter, alter 16-Bit Tradition.


Auch Unterwasser wird weiter gekämpft


Fazit:

Hart: 6 Welten und nur 6 Speicherpunkte! Den Checkpoint am Beginn eines Levels kann man ja nicht wirklich mitzählen. Und ist der PC einmal ausgeschaltet, heißt es: wieder ganz von vorne.
Ich fühl mich da spontan in seelige Amiga-Zeiten zurückversetzt, lerne auswendig, fluche laut und probiere es trotz extrem frustiger Momente dennoch erneut. Nur hochkonzentriert lässt sich dieses Spiel meistern.
Und hochkonzentriert zu spielen bedeutet: mittendrin statt nur dabei. Quasi EINS mit dem Spiel.

Man kann jedem nur von Volgarr the Viking abraten, der nicht auf bockeschwere Spiele steht.
Ein Zeitlimit oder begrenzte Leben hätten dem Ganzen nur noch die Krone aufgesetzt. Zum Glück hat man darauf dann aber verzichtet.
Casual-Gamer zu sein ist keine Schande, sofern wir einen Casual-Gamer jetzt einmal als jemanden definieren, der nur zwischendurch mal spielt und es dabei auch schön entspannend und leicht haben möchte.
Wenn ihr zu diese Art von Spielern gehört, könnt ihr der abschließenden Wertung hier mal locker 3 Punkte abziehen.
Allen anderen kann ich nur zum kauf raten. Wer endlich mal wieder eine richtige Herausforderung haben möchte, der sollte in seine Wikingerstiefel steigen, sein Schwert umschnallen und sich seelisch auf den Tod (und schlimmeres) vorbereiten. To hell and back again! Well done, Crazy Viking Studios!

Wertung:   8 / 10




Montag, 30. September 2013

PC-Review: Superfrog HD - 20 Jahre alte Froschschenkel

(Eine überarbeitete Fassung dieses Testberichts findet ihr hier: http://www.gamersglobal.de/user-artikel/superfrog-hd)

Titel: Superfrog HD
Erschienen: 2013
Gespielt auf: PC



Superfrog 2013: Huch, dich kenn ich doch!?

Ach, irgendetwas gibt es ja immer zu meckern. Und wenn es nur um Detailfragen geht. Um so schöner, wenn es dann mal ein Remake schafft nicht nur nahtlos an vergangene Ruhmestaten anzuknüpfen, sondern dem Ganzen sogar noch ein klitzekleines Krönchen aufsetzt.


Gut 20 Jahre nach seinem Debüt ist der Superfrosch dann, wenig überraschend, wieder aus dem Teich gehüpft. Denn Team 17 lässt es sich einfach nicht nehmen, altbewährtes ständig neu aufzusetzen. Neben Alien Breed und dem 326. Worms-Verschnitt nun auch Superfrog. Das klingt megamäßig abwertend, ist aber gar nicht so gedacht: Ich mag diese Reinkarnationen von ehemaligen Spitzenspielen.
WENN sie denn auch wirklich dem Original alle Ehre machen und nicht an einer ziemlich oft vorkommenden und verkommenden Verschlimmbesserung leiden.

Superfrog 1993: auf dem Amiga

Doppelt gemoppelt hält besser: Deswegen bin ich Heldenhaft gleich zweimal durch die Neuauflage gehüpft - und es bleibt nur festzuhalten: es ist besser als das Original! Und zwar fernab von jeglicher romantisierung, die einem suggerieren will, dass das Amiga-Original ja dank putzig-pixeliger Grafik und Paula-knarzigem Sound ungeschlagen bleibt (die Nostalgikerin in mir weiß das ohnehin und nickt zustimmend mit dem Kopf).

Aber wie hätte Superfrog ausgesehen, wenn es wirklich erst 2013 erschienen wäre ... in diesem Fall wohl zum low budget Preis, für den kleinen Geldbeutel? Ja, verdammt, ganz genau so, wie es jüngst erschienen ist.

Sämtliche Welten aus dem Original laden zur erneuten Erkundung ein

Team 17 hat mit Superfrog HD alles richtig gemacht. Die Grafik wirklich nur verfeinert, statt verändert - die tadellose Steuerung 1:1 übernommen - die Level wunderbar überarbeit.
Wobei letzteres nun nicht unbedingt zwangsweise hingenommen werden muss. Denn die Originallevel sind dem Spiel beigefügt worden. Sollten einem also die komplett restaurierten Stages nicht zusagen, dann kann man immer noch in den Optionen alles zurück auf 1993 stellen und sich dort dem teilweise heftigen Schwierigkeitsgrad hingeben.
Zumindest optional ist das absolut empfehlenswert - zum Beispiel dann, wenn man das Spiel einmal durch hat (rund 3 Stunden für die geübten Gamepad-Akrobaten).
Bei der neuen Levelarchitektur ist an allen Ecken und Enden rumgeschraubt worden. Unfaire Trial & Error-Passagen wurden regelrecht weggebrannt und durch skillbasiertes Jump 'n' Run ausgetauscht: Wer es also drauf hat, der rauscht nur so durch die Level, findet tonnenweise neue Geheimverstecke und Passagen und kriegt einen regelrechten Sammelrausch. Weil es praktisch ÜBERALL was zu holen gibt. Die online Highscore-Liste dankt es einen am Ende.
Und trotzdem hat man als geübter Spieler zu keiner Zeit das Gefühl unterfordert zu sein. Dafür ist Superfrog, wie schon erwähnt, viel zu sehr am Original angelehnt. Vielmehr hat man dem Spiel wirklich nur die Härte des Originals genommen, dass es streckenweise intus hatte, und das alles nur bedingt weichgespült - und zwar dort, wo es auch absolut nötig war.
Das neumodische herauszoomen der Landschaft tut sein übriges zur Übersicht und fairness dazu, damit man nach einem Sprung auf ein Trampolin nicht in irgendeine Falle oder einen Gegner purzelt.


Alles im Blick dank automatischem zoomen

Hätte es das alleine schon im Original gegeben, dann wäre man so manches mal weniger als Froschschenkel auf irgendeinem Teller gelandet. Denn dort konnte man meistens nur erahnen, wo man landen würde.
Rücksetzpunkte gibt es zudem schon fast im Minutentakt. Man wird also praktisch nie weit zurück geworfen, wenn man doch mal als glibbriges grünes Etwas an der nächsten Stachelwand enden sollte.

Sollten trotzdem mal alle Stricke reißen ... es gibt ein neues, interessantes Feature im Spiel: ist die Frustrationstoleranz maßlos überschritten worden, dann kann man eines der wenigen aufgesammelten Items benutzen. Und Superfrog sich erhängen lassen. Sieht lustig aus und führt zum sofortigen Game Over:

Superfrog greift zum Strick

Nein, Quatsch. Natürlich NICHT. Ist nur ein komisch geratener Screenshot in der Zirkus-Welt. ^^ Es gibt keine Items.

Die Slotmaschine hat es auch ins Spiel geschafft. Dort schaltet man Boni (u.a. auch die Level aus dem Amiga-Spiel) frei:



Fazit:

Insgesamt bin ich hellauf begeistert von der HD-Version. Und würde mir wünschen, dass sich Entwickler zukünftig mit der gleichen Konsequenz an alte Klassiker heranwagen. Hier wurde nämlich das Rad nicht neu erfunden - oder einfach mal ein 5. an den Wagen gepappt - sondern nur alles liebevoll instand gesetzt, poliert und getunt, ohne dass man den Boliden nicht sofort auf der Stelle wiedererkennen würde.

Superfrog-Fans sollten sich das Teil unbedingt abgreifen. Zumal es auf sämtlichen verfügbaren Systemen (PC, Macintosh, Playstation...) bereits für unter 10 Euro zu haben ist.
Und ebenfalls sehr nett: Es läuft auch auf eher Betagten Rechnern in ruckelfreien 50 fps über dem Bildschirm.
Auf meinem alten Windows XP-Rechenknecht (4GB Ram DDR2, Dualcore - inklusive längst überholter Geforce GT 620) gab es jedenfalls nicht die kleinsten Geschwindigkeitseinbrüche.


Wertung:   9 / 10








Montag, 25. Februar 2013

Retrogaming Highlights (und der Dreck unter den Fingernägeln) 2012

Verdammt, ich bin spät dranne. Eigentlich sollte an dieser Stelle schon vor 4 bis 8 Wochen einer dieser ominösen JAHRESRÜCKBLICKE stehen. Aber das höchst objektive zusammenfassen überlasse ich mal anderen. Wie immer ist es die liebe Zeit, die einem einen Strich durch die Rechnung macht.
Ich schließe mich dem allgemeinen gejammere von uns Geeks - dass der Tag doch gerne 48 Stunden hätte - also liebend gern an. Man ist hier und dort und gefühlt überall aktiv, will nebenher noch spielen und sowas wie ein Real Life am laufen halten.
2 Monate später, also praktisch ein Augenblinzeln, fällt einem dann ein, dass man hier noch einen Blog am laufen hat. Zeit rennt.

Und überhaupt ... Selbst wenn ich hier einen total subjektiven Jahresrückblick in die Tasten rammen würde: auf Facebook und/oder Twitter findet man ohnehin immer mal wieder was. Sachen, die mich bewegen oder abtörnen. Da ich immer ehrlicher Natur war (und auch vor habe, das zu bleiben), ist dort ziemlich offensichtlich was das ganze Jahr über so Geek-mäßig in mir vorgeht. Das reicht von großartigen Kickstarter Projekten, die ich für Unterstützenswert halte - oder das genaue Gegenteil davon. Von imaginären Applaus für  den großartigsten Spiele-Podcast seit den Spieleveteranen - bis hin zu Buh-rufen für fäkal-Stammtisch-gelaber. Man liest und kommentiert Kommentare von armen Würstchen, die nicht Erwachsen werden und denjenigen, die es offenbar sind - oder empfiehlt gleich ein Umschwenken in Richtung Authentizität, Respekt und Freundlichkeit, denn das ist nach wie vor das A und O in unserer Community.
Ferner gibt's  natürlich anno 2012 Lobpreisungen auf Sites, die man nicht mehr missen möchte und Schelte für arrogantes Forum-geschwurbel der Marke "Wir sind besser als die anderen!". Kein Link an dieser Stelle, denn die Jungs haben vor kurzem dicht gemacht. ;)
Also: überall Action - überall ist was los. Wenn nicht HIER, dann DORT oder man werkelt da DRÜBEN ... im WWW gibt's ständig was zu tun. Und wenn nicht gerade das ehrenamtliche arbeiten an gemeinsamen Projekten ruft, dann gab es vergangenes Jahr jede Menge zu lesen, hören und sehen - und nicht zuletzt interessante neue Leute kennenzulernen. Oder alte Bekannte weiter auf ihren Reisen zu begleiten. Da bleibt keine Zeit für Jahresrückblicke. Noch nicht mal in einer komprimierten Form.
Und ihr merkt gerade selber: das würde auch keine Sau interessieren; Also ohne Umschweife zum wesentlichen. :D Die paar hundert Leser meines Blogs hätten beim einschlafen schon längst den Kaffee über die Tastatur gegossen, noch bevor hier auch nur ein Wort über Retrogaming geredet werden würde.

Aber genau wie letztes Jahr habe ich das eigentlich auch nicht vor. Stattdessen gibt es hier gleich ganz nüchtern - und abschließend - meine beiden Tabellen. Ich habe tonnenweise Spiele gespielt, aber es waren so wenig Highlights darunter, dass ich mich für 2012 auf eine Top 5 beschränken will. Dagegen könnte ich die letztjährige Flop 10 sogar auf das doppelte ausweiten. :( Wie immer gilt: das sind für mich alles BRANDNEUE Spiele gewesen, die ich vorher überhaupt nicht kannte. Und wie immer war mir http://www.kultboy.com eine große Hilfe dabei, da man mit einem registrierten account dort alles im Überblick hat, was man im laufe eines vollen Jahres so alles gespielt (und bewertet) hat.
Da dort aber noch längst nicht alle Spiele archiviert sind, musste ich einmal mehr nachschauen, womit ich sonst noch so meine Zeit totgeschlagen habe. Kommentare zu den einzelnen Spielen habe ich mir, wieder einmal, erspart. Klickt einfach auf den Namen des Spiels, der führt euch dann in Richtung Kultboy, wo ich GARANTIERT nicht die Schnauze halten konnte, und in den Kommentaren penetranten Hass oder erdrückende Liebe auf das Spiel losgelassen hab. :)
Schreibt mir eine Mail, falls ihr irgendwo eure persönlichen 2012er-Highlights hinterlassen habt - finde es immer spannend zu lesen, was andere so gedaddelt und für gut befunden haben.




Aufbau: Platzierung / Titel + Link des Spiels / auf welchem System gespielt


Flop 10:

(10.) Amiga Karate - System: Amiga

(9.) Spinworld - System: Amiga

(8.) World Championship Soccer - System: Amiga

(7.) Jungle Jim - System: Amiga

(6.) Legend of the Lost - System: Amiga

(5.) Swooper - System: Amiga

(4.) Web of Terror - System: Amiga

(3.) NightWalk - System: Amiga

(2.) Vader - System: Amiga

(1.) Microbattle - System: Amiga




Top 5:

(5.) Star Wars Trilogy - System: Gameboy Advance

(4.) Metal Slug Advance - System: Gameboy Advance

(3.) Lunar II - Eternal Blue - System: Playstation

(2.) Mario Pinball Land - System: Gameboy Advance

(1.) Vandal Hearts II - System: Playstation



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Samstag, 10. Dezember 2011

Retrogaming Highlights (und schimmelige Gurken) 2011

Das Jahr ist fast rum - es wird Zeit für eine Retrospektive beim Retro-gaming (`weia !). Hab` mich vorige Tage mal hingesetzt und versucht meine ganz persönliche Top- und Flop 10 aus der Masse an Spielen herauszufiltern. Ich denke, der "Versuch" ist geglückt...unter normalen Umständen würde man sicher das eine oder andere Spiel vergessen. Oder im Nachhinein würden einem noch Spiele einfallen, die UNBEDINGT den Weg in die jeweilige Liste hätten finden müssen. Aber...nein, in Verlegenheit komme ich sicher nicht: Seiten wie www.kultboy.com listen ja die ganzen Bewertungen auf, die man dort so im laufe der Zeit gemacht hat. Zusätzlich dient dann auch noch das genaue Datum, WANN man die jeweilige Bewertung abgegeben hat, der totalen Übersicht (alles, was nicht mit 2011 datiert ist, kann man getrost ignorieren). Innerhalb von 15 Minuten hatte ich so 20,25 Kandidaten zusammen. Ratz-fatz ; schließlich sind auch die Best- und Schlechtbewertesten Spiele immer SEHR dicht beieinander in dieser tabellarischen Übersicht. :)

Etwas mehr Zeit hat dann das durchleuchten der Spiele gebraucht, die auf Kultboy noch kein "Forum" haben. Gibt`s dort keinen Testbericht, dann kann man nicht kommentieren - und defakto das Spiel auch nicht bewerten. Exotische japanische Rollen- und Rundenstrategiespiele findet man hier z.B. eher weniger.
Also bin ich auch nochmal Files und Originale durchgegangen, um mir die Spiele in`s Gedächtnis zu rufen, in die ich dieses Jahr Zeit investiert habe. Allerdings ; Es waren verdammt viele "ganz nette", "durchschnittliche" oder "Na Ja"`s dabei...und keines davon hätte ein abwatschen oder hochjubeln verdient in Form einer "Jahresendabrechnung". ;)

Ach, bevor jetzt (so ganz trocken) beide Tabellen folgen: Es sind natürlich nur Spiele drinne, die ich bisher noch NICHT kannte - und 2011 zum allerersten mal gespielt habe. Einzigste Ausnahme: ein LucasArts-Adventure, das ich erstmals in der Talkie-Version gespielt habe. Hat mich allerdings dermaßen "weggeflasht" (Grafik,Akustik), das es mir wie neu vorkam. :)
Eine EWIGE Tabelle mit Klassikern und digitalen Kotztüten sähe natürlich anders aus (hat mir Bren McGuire geflüstert - dann wird`s wohl stimmen XD - und Guybrush Threepwood würde jetzt wohl auch mit dem Kopf nicken)
Kommentare erspare ich mir. Stattdessen kann man einfach dem Kultboy-link folgen...soweit ich`s Überblicken kann, konnte ich bei keinem der Spiele meine Klappe halten - verbale Streicheleinheiten oder Faustschläge findet man dann dort bereits vor. *grins*
Okay, here we go:


Top 10
(Platzierung / Titel / auf welchem System gespielt / Kommentar)


(.10.) Power Strike II (Game Gear) - http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/4514/

(.9.) Venom Wing (Amiga) - http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/4272/

(.8.) Half-Life (Playstation 2) - http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/3641/

(.7.) Fury Of the Furries (Amiga) - http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/4214/

(.6.) Loom (PC) - http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/218/

(.5.) Warsong (Mega Drive) - http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/2590/

(.4.) Albion (PC) - http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/397/

(.3.) Der Langrisser (SNES)

(.2.) Psycho Pinball (PC) - http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/1187/

(.1.) Dragon Quest 1 & 2 (SNES) - www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/2434/#110433



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Flop 10:
(Platzierung / Titel / auf welchem System gespielt / Kommentar)


(.10.) Scorpion (Amiga) - http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/1701/

(.9.) Escape from Tharkan (Amiga) - http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/4063/

(.8.) Emetic Skimmer (Amiga) - http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/3181/

(.7.) Crown (Amiga) - http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/2036/

(.6.) Dr.Fruit (Amiga) - http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/4043/

(.5.) Yolanda (Amiga) - http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/369/

(.4.) Jungle Boy (Amiga) - http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/657/

(.3.) Rocky (Amiga) - http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/2336/

(.2.) First Person Pinball (Amiga) - http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/1460/

(.1.) Dick Tracy (Amiga) - http://www.kultboy.com/testbericht-uebersicht/104/



--->>> Retrogaming Highlights 2012

Montag, 15. August 2011

Internet-Kommunikation V.1.0 - Noch mehr Retro geht nicht...

Gerade wenn man in der "Retro-Community" aktiv ist, erlebt man sie häufiger: Die Abneigung des sozialen Netzwerks gegenüber. (a.k.a Social Network :) )
Twitter ? "Bloß nicht ! Was interessiert's mich, ob du gerade auf dem Klo sitzt und dein Geschäft erledigst, Himmel nochmal !"
Facebook ? "Freunde sammeln, die man noch nicht mal kennt - und dabei absolut nichtssagende Posts lesen ? Nö, danke."

Wenn man so "Vintage" ist, das man sich noch nicht mal neuen Methoden der Kommunikation öffnen kann, dann stimmt da meiner Meinung nach etwas nicht. Ein alter, verbrauchter Mantel, den man mal tunlichst abstreifen und in den Hausmüll entsorgen sollte. Oder um ein anderes Bild zu gebrauchen: Während ihr kommunikativ immer noch bei V.1.0 seid, haben alle anderen längst ihr Update ( V.4.5 ) auf der Platte.

Ich will hier auch gar nicht versuchen, irgendwelche Klischees zu widerlegen. Das es solche Leute nicht gibt, die via Social Network erzählen, das sie gerade Fernsehen gucken, ihre Katze streicheln, sich in der Nase popeln oder ohne Erfolg auf der Kloschüssel sitzen. Natürlich gibt es die! Ein Klischee ist es aber dennoch, das man in diesen Netzwerken damit regelrecht zugemüllt wird. Denn ein Facebook ist immer nur so gut, wie der Freundes-/Bekanntenkreis, den du dir da zusammen stellst. Ein Twitter nur dann informativ, wenn du auch den richtigen Leuten folgst. Wenn man sich auf stupides sammeln von Unbekannten einlässt, nur um die Freundesliste in einen 4-stelligen Bereich zu bekommen, dann muss man sich halt auch nicht wundern, wenn die Posts weder Interessant noch Informativ sind. und lustig schon gar nicht...Sondern sich qualitativ irgendwo da einreihen, wo der ganze Spam in eurem Email Postfach abgelegt wird. Oder die Katze ihr Geschäft erledigt...

In der Retro-Community stoße ich immer wieder auf solche Phänomene: Zum einen hängt man der Vergangenheit hinterher und bewundert die alten Games und die Künstler, die an diesen Projekten mitgewirkt haben. Sogar die Redakteure von alten Spielemagazinen bleiben da nicht verschont im nachhinein noch angehimmelt (oder kritisiert ;)) zu werden - für Artikel, die sie mal geschrieben aber vielleicht schon längst wieder vergessen haben, dass Sie sie mal in die Tastatur gehauen haben. Wer schon mal ein paar spezifische Seiten im Net wie www.kultboy.com besucht hat und dort die Kommentare gelesen hat, der kennt das. Und auf der anderen Seite hört man dann oftmals: "oh wow, du hattest kontakt mit Chris Hülsbeck. Wie kann man den denn erreichen ?" - oder "Redest du da mit Mark Knight über Twitter? Krass." - versucht man diesen Leuten aber nun zu erklären, das sie es ja auch selbst tun könnten, beißt man allerdings auf Granit. Sich bei Facebook, Twitter und co anzumelden, und es einfach mal selbst zu versuchen, kommt da nämlich meistens nicht in Frage. Dabei kann man ein Gegenargument durchaus verstehen ; wenn es um den berechtigten schlechten Ruf von Facebook, und sein immer mehr auf Kommerz, Werbung und Daten-sharing getrimmtes äußeres (und inneres!) geht.
Geschenkt. Natürlich gibt es da niemanden, der bei sowas den Daumen nach oben reckt.
Aber wie oft ich schon das Argument hören musste: "Ja, nee. So Social Network ist nix für mich", mit einem anschließenden herunterrattern von Klischees (siehe oben)...das geht schon auf keine Kuhhaut mehr. Ist das jetzt Ignoranz ? Ein "back 2 the roots" nach dem Motto: Twitter und co sind nicht mehr Retro ? Oder kommunikatives Vollversagen ? Ich weiß es nicht. Bei manchen vielleicht eine Kombination von allem.
Der Höhepunkt ist für mich immer der, wenn jemand fragt: Ja, was macht denn der/die heutzutage ? Programmiert er/sie noch, ist er/sie immer noch Musik am machen ? Da wird dann noch nicht mal Google zu rate gezogen - ganz zu schweigen von Kommunikationsplattformen, wo man die entsprechenden Leute selbst vorfindet - nö, da wird einfach im Saft der Unwissenheit geschmorrt. Freiwillig. Jahrelang.

Tatsache bleibt, das Tim Wright, Chris Hülsbeck, Willi Bäcker - und auch kultige Redakteure wie Florian Stangl einfach nur Menschen wie du und ich sind. Sie freuen sich bestimmt über jede Nachricht, die man ihnen zukommen lässt. Selbst wenn es "nur" Retro-Buddies sind, die einfach nur mal kurz kommentieren wollen, wie cool doch dieses oder jenes Spiel in den 80ern oder 90ern war, an das sie mitgewirkt oder über das sie mal ausführlich berichtet haben. Nur die wenigsten dieser Leute sind unantastbar (oder ignorieren deine Freundschaftsanfrage - viele grüße, lieber Hans Ippisch! ;) ) - die meisten sind einfach nur gut drauf und antworten auch, wenn eine Frage/ein Kommentar aus "ihrer Fan-Base" kommt.

Falls also jemand von meinen "Retro-Kumpels" diesen Blog lesen sollte und sich plötzlich angesprochen fühlen sollte: Go for it ! Solange es nicht in hirnloses "stalken" endet, sucht die Leute auf und bombardiert sie mit eurer Anerkennung/Fragen. Ich bin es nämlich irgendwie leid mich mit eurer "Internet Communication V.1.0" herumärgern zu müssen. *frech-grins*