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Montag, 30. September 2013

PC-Check: Superfrog HD - 20 Jahre alte Froschschenkel

(Eine überarbeitete Fassung dieses Testberichts findet ihr hier: http://www.gamersglobal.de/user-artikel/superfrog-hd)

Titel: Superfrog HD
Erschienen: 2013
Gespielt auf: PC



Superfrog 2013: Huch, dich kenn ich doch!?

Ach, irgendetwas gibt es ja immer zu meckern. Und wenn es nur um Detailfragen geht. Um so schöner, wenn es dann mal ein Remake schafft nicht nur nahtlos an vergangene Ruhmestaten anzuknüpfen, sondern dem Ganzen sogar noch ein klitzekleines Krönchen aufsetzt.


Gut 20 Jahre nach seinem Debüt ist der Superfrosch dann, wenig überraschend, wieder aus dem Teich gehüpft. Denn Team 17 lässt es sich einfach nicht nehmen, altbewährtes ständig neu aufzusetzen. Neben Alien Breed und dem 326. Worms-Verschnitt nun auch Superfrog. Das klingt megamäßig abwertend, ist aber gar nicht so gedacht: Ich mag diese Reinkarnationen von ehemaligen Spitzenspielen.
WENN sie denn auch wirklich dem Original alle Ehre machen und nicht an einer ziemlich oft vorkommenden und verkommenden Verschlimmbesserung leiden.

Superfrog 1993: auf dem Amiga

Doppelt gemoppelt hält besser: Deswegen bin ich Heldenhaft gleich zweimal durch die Neuauflage gehüpft - und es bleibt nur festzuhalten: es ist besser als das Original! Und zwar fernab von jeglicher romantisierung, die einem suggerieren will, dass das Amiga-Original ja dank putzig-pixeliger Grafik und Paula-knarzigem Sound ungeschlagen bleibt (die Nostalgikerin in mir weiß das ohnehin und nickt zustimmend mit dem Kopf).

Aber wie hätte Superfrog ausgesehen, wenn es wirklich erst 2013 erschienen wäre ... in diesem Fall wohl zum low budget Preis, für den kleinen Geldbeutel? Ja, verdammt, ganz genau so, wie es jüngst erschienen ist.

Sämtliche Welten aus dem Original laden zur erneuten Erkundung ein

Team 17 hat mit Superfrog HD alles richtig gemacht. Die Grafik wirklich nur verfeinert, statt verändert - die tadellose Steuerung 1:1 übernommen - die Level wunderbar überarbeit.
Wobei letzteres nun nicht unbedingt zwangsweise hingenommen werden muss. Denn die Originallevel sind dem Spiel beigefügt worden. Sollten einem also die komplett restaurierten Stages nicht zusagen, dann kann man immer noch in den Optionen alles zurück auf 1993 stellen und sich dort dem teilweise heftigen Schwierigkeitsgrad hingeben.
Zumindest optional ist das absolut empfehlenswert - zum Beispiel dann, wenn man das Spiel einmal durch hat (rund 3 Stunden für die geübten Gamepad-Akrobaten).
Bei der neuen Levelarchitektur ist an allen Ecken und Enden rumgeschraubt worden. Unfaire Trial & Error-Passagen wurden regelrecht weggebrannt und durch skillbasiertes Jump 'n' Run ausgetauscht: Wer es also drauf hat, der rauscht nur so durch die Level, findet tonnenweise neue Geheimverstecke und Passagen und kriegt einen regelrechten Sammelrausch. Weil es praktisch ÜBERALL was zu holen gibt. Die online Highscore-Liste dankt es einen am Ende.
Und trotzdem hat man als geübter Spieler zu keiner Zeit das Gefühl unterfordert zu sein. Dafür ist Superfrog, wie schon erwähnt, viel zu sehr am Original angelehnt. Vielmehr hat man dem Spiel wirklich nur die Härte des Originals genommen, dass es streckenweise intus hatte, und das alles nur bedingt weichgespült - und zwar dort, wo es auch absolut nötig war.
Das neumodische herauszoomen der Landschaft tut sein übriges zur Übersicht und fairness dazu, damit man nach einem Sprung auf ein Trampolin nicht in irgendeine Falle oder einen Gegner purzelt.


Alles im Blick dank automatischem zoomen

Hätte es das alleine schon im Original gegeben, dann wäre man so manches mal weniger als Froschschenkel auf irgendeinem Teller gelandet. Denn dort konnte man meistens nur erahnen, wo man landen würde.
Rücksetzpunkte gibt es zudem schon fast im Minutentakt. Man wird also praktisch nie weit zurück geworfen, wenn man doch mal als glibbriges grünes Etwas an der nächsten Stachelwand enden sollte.

Sollten trotzdem mal alle Stricke reißen ... es gibt ein neues, interessantes Feature im Spiel: ist die Frustrationstoleranz maßlos überschritten worden, dann kann man eines der wenigen aufgesammelten Items benutzen. Und Superfrog sich erhängen lassen. Sieht lustig aus und führt zum sofortigen Game Over:

Superfrog greift zum Strick

Nein, Quatsch. Natürlich NICHT. Ist nur ein komisch geratener Screenshot in der Zirkus-Welt. ^^ Es gibt keine Items.

Die Slotmaschine hat es auch ins Spiel geschafft. Dort schaltet man Boni (u.a. auch die Level aus dem Amiga-Spiel) frei:



Fazit:

Insgesamt bin ich hellauf begeistert von der HD-Version. Und würde mir wünschen, dass sich Entwickler zukünftig mit der gleichen Konsequenz an alte Klassiker heranwagen. Hier wurde nämlich das Rad nicht neu erfunden - oder einfach mal ein 5. an den Wagen gepappt - sondern nur alles liebevoll instand gesetzt, poliert und getunt, ohne dass man den Boliden nicht sofort auf der Stelle wiedererkennen würde.

Superfrog-Fans sollten sich das Teil unbedingt abgreifen. Zumal es auf sämtlichen verfügbaren Systemen (PC, Macintosh, Playstation...) bereits für unter 10 Euro zu haben ist.
Und ebenfalls sehr nett: Es läuft auch auf eher Betagten Rechnern in ruckelfreien 50 fps über dem Bildschirm.
Auf meinem alten Windows XP-Rechenknecht (4GB Ram DDR2, Dualcore - inklusive längst überholter Geforce GT 620) gab es jedenfalls nicht die kleinsten Geschwindigkeitseinbrüche.


Wertung:   9 / 10








1 Kommentar :

Anonym hat gesagt…

schön geschrieben :-)
Gruß Louis